Erschienen in der Reihe „Naturschutz und Biologische Vielfalt“ als Band 119. Müns-ter (BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH). 266 Seiten, zahlreiche, überwiegend farbige Abbildungen. Softcover, Fadenheftung, 17,0 x 24,0 cm. ISBN 978-3-7843-4019-7. 20,00 €.

Das Buch richtet sich nach eigener Aussage in erster Linie an die Teilnehmer und weiteren Beteiligten der Erfassungsprogramme. Eigentlich gehört dieses Buch an alle Teilnehmer als Dankeschön für die überwiegend ehrenamtliche Mitarbeit kostenlos verteilt. Aber das wäre wohl bei mehr als 5.000 Akteurinnen und Akteuren nicht bezahlbar.

 

Nach zwei einleitenden Kapiteln zu „Geschichte und Grundlagen des Vogelmonitoring“ und „Anlass und Ziele“ folgt schon das zusammenführende und umfassende Kapitel „Programme des Vogelmonitorings - Überblick und Verknüpfungen“. Das Kapitel „Geschichte und Grundlagen des Vogelmonitoring“ ist mir persönlich zu kurz geraten, insbesondere der Teil über das Vogelmonitoring in der DDR ist arg knapp. Allerdings finden sich Hinweise auf die Historie einzelner Programme auch im weiteren Text.

 

In den weiteren Kapiteln werden die drei Basisprogramme „Monitoring häufiger Brutvögel“, „Monitoring seltener Brutvögel“ und „Monitoring rastender Wasservögel“ und deren Module (= Teil-/Unterprogramme) sowie weitere Erfassungsprogramme genauer vorgestellt („Monitoring von Vögeln in Schutzgebieten“, Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen“). Neben der Methode der Datenerhebung, -weitergabe und -auswertung werden hier auch Probleme und Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Erfassungsprogramme und -methoden diskutiert. Auch werden einzelne, konkrete Ergebnisse vorgestellt. Außerdem geht der Blick auch immer über den methodischen Tellerrand ins benachbarte europäische Ausland, laufen doch dort teilweise auch andere Programme.

 

Das nächste Kapitel „Auswertung und Ergebnisse“ widmet sich den Schritten, die sich an die Erfassung anschließen, nämlich der Qualitätskontrolle der Daten, Berücksichtigung von Datenlücken und Abschätzung der artspezifischen Aussagekraft der Erfassungsprogramme. Anschließend erfolgen die Trendberechnung einzelner Arten / Artengruppen und die Hochrechnung von Bestandszahlen sowie andere statistische Methoden.

 

Es folgen Kapitel zu „Vogelmonitoring und Indikatoren“ und „Modellierung der Verbreitung von Vögeln“. Insbesondere die vogelbasierten Indikatoren zur Erfolgskontrolle der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategien“ erlangen ja zunehmend eine politische Bedeutung. Derzeit entfernen sich die meisten Teilindikatoren in den sechs Hauptlebensraumtypen allerdings vom 2015 zu erreichenden Zielwert oder schwanken ohne Trend. Die Erreichung des Zielwertes ist derzeit bei keinem der Teilindikatoren zu erwarten.

 

Danach folgt ein Kapitel zum „Atlas deutscher Butvogelarten (ADEBAR)“, dessen Gesamtergebnis in Buchform ja sehnlichst erwartet wird. Teilergebnisse wurden ja bereits in einzelnen Bundesländern publiziert (so auch für Hamburg und Umgebung in ‹hab›-Band 39).

Und natürlich wird auch das Online-Eingabe-Portal ornitho.de und dessen Werdegang und Möglichkeiten behandelt.

 

Fazit: Ein Buch nicht für Profis in den Behörden und Planungsbüros, sondern auch und vor allem für die Teilnehmer an den zahlreichen Erfassungsprogrammen, fliessen doch auch die meisten hamburgischen Daten in die bundesweiten Datenbanken.

 

Jens HARTMANN