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Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

adult

 

 

10.05.2014

NSG Finkenwerder Süderelbe

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 12.300 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 5.100 Reviere Besiedelte km² in HH 654 (85%)
Dichte insgesamt 5,0 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 6,6 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Singdrossel bewohnt dichtes Unterholz und braucht mehr „Rückzugsmöglichkeiten“ als die Amsel.

Verbreitung
Die Art kommt fast flächendeckend vor und brütet v.a. in Nadelwäldern (Rüstjer Forst, Harburger Berge, Hahnheide und andere Wälder Stormarns, v.a. Sachsenwald) sowie in der Gartenstadt und in Grünanlagen (Ohlsdorfer Friedhof, Stadtpark). In den schleswig-holsteinischen Unterelbmarschen, in der City und dem Hamburger Hafen ist die Art nur schwach vertreten.

Lebensraum
Nester werden vor allem versteckt in Nadelbäumen oder Sträuchern angelegt, die Nahrungssuche findet vor allem geschützt unter Bäumen auf dem Waldboden, aber auch auf Rasenflächen der Gärten und Grünanlagen statt.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts wanderte die Singdrossel verstärkt in die Gärten der Stadt ein (Dietrich 1928). Spätestens in den 1980er Jahren kam es dann zu deutlichen Rückgängen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 431 RP, 1997-2000 198 RP, 2007/08 164 RP, Mitschke 2009). In den letzten 20 Jahren zeigen sich sowohl im Umland in Schleswig-Holstein (im Vergleich zu Berndt et al. 2002) als auch im Stadtgebiet stabile Bestandsverhältnisse.

Anmerkungen
Die Entfernung dichten Gebüsches aus städtischen Grünanlagen bedeutete die Zerstörung einiger Brutgebiete der Singdrossel.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Singdrossel zeigt im Stadtrandbereich eine geschlossene Verbreitung, die sich im innerstädtischen Raum stark ausdünnt. Dicht besiedelt sind in der Stadt der Ohlsdorfer Friedhof und im Umland die Harburger Berge und das Alte Land. Im inneren Stadtgebiet dringt die Singdrossel entlang der Elbparks bis nach Altona vor. Einzelvorkommen existieren in den Wallanlagen, an der Sternschanze, in Eimsbüttel und Hammerbrook. In Rotherbaum, Harvestehude und Uhlenhorst rund um die Außenalster konnten sich in größeren, alten Villengärten einige Paare halten. Ähnliches gilt für den Hammer Park und Eilbek mit dem Jacobipark. 
Insgesamt brüten 5.000 Paare in Hamburg, die Singdrossel erreicht damit eine mittlere Dichte von 6,6 BP/100 ha und dabei eine Rasterfrequenz von 82,7%. Die maximalen Dichten pro km2 liegen bei 32 BP in der Fischbeker Heide bzw. 40 BP auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Auf Probeflächen wurden maximal 4,4 BP/10 ha (PF 48,0 ha, Duvenstedter Brook), 5,8 BP/10 ha (PF 25,9 ha, Ohlsdorfer Friedhof) bzw. 6,45 BP/10 ha (PF 12,4 ha, Friedhof Eißendorf) ermittelt.

Lebensraum
Wichtigster Lebensraum in der Stadt sind strukturreiche Grünanlagen (vgl. Tab). Dabei werden die ungestörteren und oft reicher strukturierten Friedhöfe deutlich anderen Grünanlagen mit hohem Freizeitdruck vorgezogen (vgl. unterschiedliche Dichten in Stadtpark und Ohlsdorfer Friedhof). In allen Lebensräumen müssen die Ansprüche an einen sicheren Brutplatz (gerne etwas höher in Koniferen angelegt) und an die Nahrungshabitate (kurze Rasenflächen, schattige feuchte Laubstreu) gegeben sein.

Bestandsentwicklung
Nach Daten von Probeflächen hat sich die Dichte der Singdrossel in den letzten 30 Jahren halbiert (MITSCHKE et al. 2000). Dabei war offenbar vor allem der innere Stadtbereich betroffen, der inzwischen weitgehend geräumt wurde. Die Ursachen für diese Rückgänge sind nicht bekannt. Aktuelle Daten aus den 1990er Jahren lassen dagegen zumindest auf Flächen in Rissen und Bahrenfeld/Volkspark stabile Bestände erkennen.

 

Dichte auf Probeflächen   Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf Obst-
anbau
Singdrossel Hektar 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4 539
  Anzahl
Probeflächen
80 6 196 19 21 57 64
  Reviere 56 7 500 33 100 138 64
  Stetigkeit 36,3 50,0 84,7 89,5 90,5 75,4 92,3
Dichte Median 0,00 0,19 0,78 0,66 1,77 0,55 1,22
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,23 0,35 0,97 0,78 2,18 0,71 1,43
  Standard-
abweichung
0,37 0,48 0,82 0,59 1,67 0,76 0,82
    Laub-
wald
Misch-
wald
Nadel-
wald
Feucht-
gebiete
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
  Hektar 172,7 286,4 533,5 475,1 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
7 13 18 16 31 6 64
  Reviere 27 44 76 68 67 6 68
  Stetigkeit 100,0 92,3 84,2 93,8 62,5 50,0 57,8
Dichte Median 1,74 1,52 1,27 0,98 0,33 0,26 0,20
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,71 1,66 1,26 1,38 0,53 0,29 0,27
  Standard-
abweichung
1,13 0,90 0,75 1,13 0,68 0,32 0,36

  

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
5.000 BP 6,6 BP/km² 82,7 % 631

 

 

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Datum

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adult

 

 

14.06.2015

Steller See

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 2.400 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.300 Reviere Besiedelte km² in HH 529 (69%)
Dichte insgesamt 1,0 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 1,7 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Misteldrossel besiedelt neben Wäldern auch die Parks Hamburgs.

Verbreitung
Bei einer recht ausgeglichenen Verbreitung werden höhere Dichten im Alten Land, am Geestrand bei Neugraben, nördlichen Stadtrand, dem Wohldorfer Wald/Duvenstedter Brook sowie Stellmoorer Tunneltal/Höltigbaum und im Sachsenwald erreicht. Vereinzelt tritt die Art bis in Citynähe auf, während große Teile des Hafens unbesiedelt bleiben.

Lebensraum
Die Misteldrossel brütet meist hoch in Bäumen und sucht ihre Nahrung auf kurzrasigen Flächen. Typische Lebensräume sind Waldränder, die aufgelockerte Kulturlandschaft und parkartige Grünanlagen. Zunehmend besiedelt die Art auch die Wohnblockzone und innerstädtische Grünanlagen.

Bestandstrend
Der Bestandstrend scheint widersprüchlich: Während die Art sich in der Stadtlandschaft ausbreitet (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 28 RP, 1997-2000 51 RP, 2007/08 92 RP, Mitschke 2009), ergibt das Monitoring häufiger Brutvögel mit Schwerpunkt im Umland 1992-2011 im Mittel einen Rückgang um 3,4±1,2%** pro Jahr. Im schleswig-holsteinischen Umland blieb der Bestand in den letzten 20 Jahren stabil (1985-1994 890 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 900 RP).

Anmerkungen
Möglicherweise gleichen sich Zunahmen in der Stadt und Verluste im Umland weitgehend aus.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Misteldrossel besiedelt in Hamburg innerhalb des Elbtals flächig das Alte Land, Wilhelmsburg außerhalb des Hafens, die Boberger Niederung und Teile der Vier- und Marschlande (Neuengamme, Curslack). Auf der Geest sind die Harburger Berge (mit Ausnahme der vollkommen bewaldeten Flächen) und Fischbeker Heide im Süden sowie der Hamburger Westen mit dem Klövensteen, Lurup, Bahrenfeld, Schnelsen, Niendorf, Langenhorn, die Walddörfer, Volksdorf und Rahlstedt und damit fast die gesamte Randzone der Stadt besiedelt. Von dort erstrecken sich Vorkommen über Farmsen-Berne und Bramfeld zum Ohlsdorfer Friedhof und entlang der Alster mit dem Stadtpark bis nach Harvestehude und Rotherbaum. Die Misteldrossel hat damit fast die City Hamburgs erreicht.
Der Brutbestand der Misteldrossel in Hamburg beträgt 1200 BP, was einer mittleren Dichte von 1,6 BP/100 ha entspricht. Die Art erreicht eine Rasterfrequenz von 65,1 %. Pro km² wurden bis zu 10 Rev. ermittelt (Francop, Stellmoorer Tunneltal). Auf Probeflächen entspricht das Dichten von 2,29 BP/10 ha (PF 34,9 ha, Mühlensand) bzw. 2,42 BP/10 ha (PF 24,8 ha, Stellmoorer Tunneltal).

Lebensraum
Auch die Misteldrossel hat inzwischen den Sprung von der freien Landschaft in die Stadt geschafft und ist hier zum Vogel der Zierrasenflächen geworden. So brütet die Art seit einigen Jahren an den Grindelhochhäusern und ist hier regelmäßig auf den Rasenflächen zwischen den Hochhäusern bei der Nahrungssuche zu beobachten. Das Nest wird meist hoch in Bäumen angelegt. Dafür reichen im Stadtgebiet auch Einzelbäume zwischen Häuserblocks aus. Im Alten Land werden sowohl die Straßendörfer mit ihren die Gehöfte umgebenden Gärten als auch Pappelgehölze besiedelt. Manchmal tritt die Art auch in den Obstbauflächen als Brutvogel auf. Genauere Kartierungen in Rissen deuten in der Gartenstadt auf eine Bindung an Feldmarkreste, einzelne größere Rasenflächen zwischen Wohnblockbebauung oder eingestreute Grünanlagen hin.

Bestandsentwicklung
In der Bestandsentwicklung der Misteldrossel zeigen sich uneinheitliche Tendenzen. Dominierend dürfte wohl die Verstädterungstendenz mit der Besiedlung neuer Brutgebiete bis in Innenstadtnähe sein, die in den letzten Jahren eine Bestandszunahme möglich machte. Andererseits finden sich lokal (z.B. im Oberalsterraum: Wellingsbüttel, Poppenbüttel, Sasel) auch Teilflächen, die noch in den 1970er und 1980er Jahren besiedelt waren und aktuell verwaist sind.

   

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.200 BP 1,6 BP/km² 65,1 % 497

 

 

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adult

 

 

12.12.2015

Junkernfeldsee

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 190 Reviere Besiedelte TK4 20 (25%)
Bestand in Hamburg 70 Reviere Besiedelte km² in HH 13 (2%)
Dichte insgesamt 0,08 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,09 Rev./km² Gefährdung RL SH 3

 

Charakteristik
Die Wacholderdrossel ist ein Koloniebrüter mit nur noch sporadischem Vorkommen im Hamburger Raum.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkt ist die niedersächsische Elbmarsch mit dem Alten Land, wobei sich das Vorkommen in Hamburg bis nach Finkenwerder erstreckt. Außerhalb dieses geschlossenen Verbreitungsgebietes gelangen in den letzten Jahren nur noch Einzelnachweise in Waldenau, Halstenbek, bei Fleestedt, in der Oberalsterniederung, bei Glashütte, Bargteheide, im Stellmoorer Tunneltal, in Kirchwerder, Neuengamme und südlich des Sachsenwaldes.

Lebensraum
Bruten finden in Baumreihen oder Feldgehölzen in der offenen Kulturlandschaft statt, wobei die Nester im Hamburger Raum gern in Pappeln angelegt werden. Im Alten Land sind Bruten in den Obstbauflächen kaum noch möglich, weil die modernen Niederstammanlagen dafür ungeeignet sind.

Bestandstrend
Die Wacholderdrossel hat den Hamburger Raum erst ab 1966 besiedelt (Glutz von Blotzheim et al. 1988), erreichte ihr Bestandsmaximum in den 1980er Jahren und geht seitdem stark im Bestand zurück.

Anmerkungen
Die Art erreicht im Hamburger Raum ihre nördliche Verbreitungsgrenze in Deutschland, sodass Bestandsschwankungen arealgeografisch bedingt sind.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Wacholderdrossel ist in ihrer Verbreitung in Hamburg fast gänzlich auf das Elbtal beschränkt und zeigt hier drei Schwerpunkte: Altes Land (170 BP), Neuland/Gut Moor (16 BP) und Vier- und Marschlande (16 BP, vor allem Ochsenwerder, Neuengamme). Auf der Geest wird nur im Westen Hamburgs die Rissen-Sülldorfer Feldmark (15 BP) besiedelt. Ein 1997 zwischen Anfang Mai und Anfang Juni beobachteter Vogel im innenstadtnahen Alsterpark wird als Nichtbrüter gewertet.
Der Gesamtbestand in Hamburg beträgt 225 BP, was einer mittleren Dichte von 0,3 BP/100 ha entspricht. Die Wacholderdrossel erreicht dabei eine Rasterfrequenz von 8,0 %. Die höchsten Dichten pro km2 liegen bei 16 BP (Neuenfelde, Cranz) und auf Probeflächen bei 2,86 BP/10 ha (PF 35,0 ha, Cranz) bzw. 2,19 BP/10 ha (PF 32,0 ha, Neuenfelde).

Lebensraum
Wacholderdrosseln brüten gerne gesellig in Baumreihen oder Feldgehölzen innerhalb der offenen Landschaft. Dabei wird feuchtes Grünland im Elbtal als Nahrungsfläche bevorzugt. Brutkolonien liegen vor allem im Alten Land oft in Pappelgehölzen. Der Anspruch an eine ausreichende Nesthöhe schränkt die Besiedlung der inzwischen weitgehend auf Niederstamm umgestellten Obstbauflächen ein. In Hochstammanlagen finden sich dagegen regelmäßig Brutkolonien. Eine größere Scheu gegenüber dem Menschen besteht nicht, wie mehrjährig besetzte Brutplätze im Dorf Sülldorf und den Obstmarschendörfer dokumentieren.

Bestandsentwicklung
Die Wacholderdrossel hat viele in den letzten dreißig Jahren besiedelte Brutgebiete in den letzten Jahren wieder aufgegeben. Dazu gehören auf der Geest im Hamburger Westen Iserbrook, Schnelsen oder das Elbufer bei Wittenbergen sowie in Bramfeld. Insbesondere in den letzten Jahren sind auch im Elbtal zahlreiche Vorkommen vor allem in den Vier- und Marschlanden erloschen. Nur in Ausnahmefällen ist die Ursache so eindeutig festzumachen wie auf der Elbinsel Neßsand, wo eine langjährig dokumentierte Kolonie Anfang der 1990er Jahre nach Ansiedlung des Habichts aufgegeben wurde.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
225 BP 0,3 BP/km² 8,0 % 61

 

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juvenil, gerade flügge

 

 

14.05.2011

Neu Wulmstorf

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 100.000 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 68.000 Reviere Besiedelte km² in HH 761 (99%)
Dichte insgesamt 40,7 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 88,5 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Amsel ist die häufigste Brutvogelart von Hamburg und Umgebung.

Verbreitung
Sämtliche TK4 sind besiedelt, auch auf Basis von Quadratkilometern bleiben Lücken nur in von Wasserflächen dominierter bzw. in baum- und strauchloser Landschaft in den Vier- und Marschlanden.

Lebensraum
Ihre höchsten Dichten erreicht die Art in der Stadtlandschaft, vor allem in der Wohnblockzone, der Gartenstadt und in Grünanlagen. Daneben bewohnt die Amsel alle Wälder, sämtliche Siedlungsstrukturen und auch die halboffene Kulturlandschaft, sofern nur einzelne Bäume oder Büsche vorhanden sind.

Bestandstrend
Gegenüber den frühen 1980er Jahren hat der Bestand der Amsel um ca. 30% zugenommen (Mitschke 2009). In den letzten 20 Jahren scheint das Vorkommen stabil, zuletzt sogar leicht rückläufig.

Anmerkungen
Die im Vergleich zum Umland höheren Dichten des Amselvorkommens im Stadtgebiet dürften lebenraumbedingt der Realität entsprechen. Hohe Bestände wurden auch im „Speckgürtel“ der Stadt mit seinem großen Anteil von Siedlungsflächen dokumentiert. Aufgrund der Schwierigkeiten, den Bestand einer so häufigen Art auf TK4-Ebene abzuschätzen, lässt sich allerdings auch eine gewisse Unterschätzung der Bestände abseits der Stadt erwarten.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Amsel ist die mit Abstand häufigste Vogelart Hamburgs und tritt flächendeckend als Brutvogel auf. Die einzigen sicher nicht besetzten Untersuchungsflächen befinden sich im vegetationsfreien Hafenteil Steinwerders um den Kaiser-Wilhelm-Hafen und in wenigen baum- und strauchfreien Teilen der Vier- und Marschlande. 
Insgesamt beträgt der Brutbestand der Amsel in Hamburg 70.000 Paare, was einer mittleren Dichte von 91,2 BP/100 ha entspricht. Dabei wird eine Rasterfrequenz von 99,5 % erreicht. Die höchsten Dichten pro km2 wurden in der Wohnblockzone und der Gartenstadt erreicht, insgesamt 18 x wurden mindestens 250 BP/100 ha gezählt, maximal 360 BP/100 ha in Altona/St. Pauli bzw. 370 BP/100 ha in Volksdorf. Auf Probeflächen wurden in 20 Fällen 30 BP/10 ha und mehr ermittelt, maximal 43,3 BP/10 ha (PF 23,1 ha, Altona/St. Pauli), 46,1 BP/10 ha (PF 10,6 ha, Meiendorfer Weg) und 55,9 BP/10 ha (PF 11,1 ha, Sinstorf/Langenbek).

Lebensraum
Die Analyse der Siedlungsdichten (vgl. Tab.) zeigt höchste Dichten in Wohnblockzone, Villenvierteln, Gartenstadt, Kleingärten und Grünanlagen. Häufig gemähte Rasenflächen mit guter Zugänglichkeit von Insekten und vor allem Regenwürmern bieten ideale Nahrungsflächen, Nester werden gerne direkt an Gebäuden in Fassaden-Begrünungen angelegt, Bruten auf Balkonen oder direkt an und in Gebäuden sind nicht selten. In den ursprünglichen Waldlebensräumen sind die Dichten nur halb so hoch wie in der Stadt.

Bestandsentwicklung
Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich der Bestand der Amsel auf Probeflächen in Hamburg verdoppelt (MITSCHKE et al. 2000). Die Amsel gehört zu den erfolgreichsten Arten der Stadt und zeigt auf Basis von Linientaxierungen von 1992 bis 2000 auch aktuell einen leicht zunehmenden Trend.

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf
Amsel Hektar 219,3 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 6 196 19 21 57
  Reviere 151 1037 4047 277 8734 666 677 1209
  Stetigkeit 100,0 96,3 100,0 100,0 99,5 100,0 100,0 98,2
Dichte Median 6,81 2,01 17,72 16,07 16,15 14,02 12,93 4,25
[Reviere/10ha] Mittelwert 6,70 4,54 18,16 16,39 16,96 15,82 14,45 6,26
  Standard-
abweichung
4,37 5,52 7,47 7,41 7,69 7,77 6,41 5,66
    Laubwald Mischwald Nadelwald Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
  Hektar 172,7 286,4 533,5 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
7 13 18 16 13 31 6 64
  Reviere 127 214 270 321 196 456 33 384
  Stetigkeit 100,0 92,3 94,7 93,8 100,0 100,0 100,0 79,7
Dichte Median 8,79 7,43 4,70 6,86 3,24 3,99 1,52 1,07
[Reviere/10ha] Mittelwert 8,74 8,12 4,69 8,19 4,19 4,55 1,56 1,77
  Standard-
abweichung
4,56 5,53 1,74 5,80 2,73 3,40 0,47 2,05

 

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
70.000 BP 91,7 BP/km² 99,5 % 759

 

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Männchen

adult

 

 

08.04.2016

Kleientnahme Krümse

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2014

Status
mäßig häufiger Brutvogel und Durchzügler

Die Art besiedelt im Berichtsgebiet das Marschland der Elbniederung von der Krückaumündung im Westen über den Moorgürtel, Moorburg und Wilhelmsburg, die Vier- und Marschlande bis zur Winsener Marsch. Lücken in diesem der Elbe folgenden Band sind die Obstanbaugebiete des Alten Landes sowie das Stadtgebiet mit dem Hafen.

Brut
Der Bestand des Blaukehlchens scheint auch in den letzten Jahren weiter zuzunehmen, so dass mittlerweile wohl um die 400 Brutpaare im Berichtsgebiet vorkommen. Die einzigen gesicherten Brutreviere außerhalb des Elbtals wurden im Berichtszeitraum aus dem Duvenstedter Brook gemeldet. (K. Wesolowski, schriftlich). Des Weiteren wurden bis zu drei singende Blaukehlchen am 16.04.2014 auch aus dem Himmelmoor von M. Schlorf gemeldet. Da vom selben Beobachter auch am 05.06.2014 noch 2 singende Ind. festgestellt wurden, ist auch hier von einigen Revieren auszugehen.

Beispiele aus Revierkartierungen aus den Vier-und Marschlanden aus 2013 und 2014:

2013 14 Rev./100ha Ochsenwerder/HH A.Dwenger
2014 9 Rev./100ha Neuengamme/HH A.Mitschke

 

Zug/Rast:
Erstbeobachtungen:

21.03.2012 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
07.04.2013 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
21.03.2014 1 Ind. Hetlinger Schanze/PI H.Lemke

 

Letztbeobachtungen:

31.08.2012 1 Ind. NSG "Die Reit"/HH F.Iser
02.08.2013 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
07.09.2014 1 Ind. Kreetsand/HH I.Poerschke

 

Die Meldung vom 21.03.2012 bzw. 21.03.2014 stellen den drittfrühesten Beobachtungstermin im Berichtsgebiet dar.  Auch am 22.04.2012 und 23.04.2012 sowie am 22.04.2014 wurden Blaukehlchen im Berichtsgebiet beobachtet, welche sich ebenfalls in die Reihe der zwanzig frühesten Beobachtungen einreihen.

Auch das Blaukehlchen war vom "Märzwinter" 2013 betroffen. Während der Median der Erstbeobachtungen der Jahre 1989-2014 der 29.03. ist, sind Meldungen eines oder mehrerer Individuen im Jahr 2013 erst ab dem 07.04.2013 erfolgt.

Meldungen 2012 2013 2014
März 16 0 21
1. April-Dekade 31 3 41

Bearbeitung durch Gunnar Fick


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 230 Reviere Besiedelte TK4 25 (31%)
Bestand in Hamburg 140 Reviere Besiedelte km² in HH 76 (10%)
Dichte insgesamt 0,1 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 0,2 Rev./km² Gefährdung RL HH V

 

Charakteristik
Das Blaukehlchen breitet sich derzeit aus Westen kommend sehr stark aus.

Verbreitung
Die Verbreitung konzentriert sich auf das Elbtal, wo von Pagensand und der Haseldorfer Marsch im Westen bis in die Vier- und Marschlande sowie Winsener Marsch im Osten die höchsten Dichten erreicht werden. Auf der Geest bestehen erste Vorkommen im Himmelmoor sowie im Duvenstedter Brook.

Lebensraum
Meist brüten Blaukehlchen an Grabenrändern, wo sie Schilf und stellenweise offenen Boden bevorzugen. Besiedelt sind aber auch mit Hochstauden (Brennessel u.a.) bestandene Randstrukturen z.B. auf Spülfeldern und Brachen. Die Vorkommen auf der Geest betreffen angestaute Hochmoore. 

Bestandstrend
In den letzten 100 Jahren haben sich die Bestände der Art zunächst rückläufig (Dietrich 1928 bezeichnet die Art noch als „nicht selten“) und erst seit den 1990er Jahren wieder positiv entwickelt. Zwischenzeitlich war die Art fast verschwunden: Ende der 1970er Jahre 5-10 RP, Anfang der 1990er Jahre 8-12 RP, 1997-2001 26 RP, 2006 40 RP; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007). Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist eine deutliche Zunahme dokumentiert (1985-1994 12 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 78 RP).

Anmerkungen
Die Art besiedelt auch Gräben in ansonsten ausgeräumter Agrarlandschaft.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

VERBREITUNG UND BESTAND
Das Blaukehlchen ist in seiner Verbreitung auf das Elbtal beschränkt und besiedelt hier nur die Spülfelder in Altenwerder und Moorburg (11 Reviere), Neu-Allermöhe und sporadisch die Vier- und Marschlande mit einem Schwerpunkt in Kirchwerder (14 Reviere). Außerdem liegt ein Einzelnachweis aus Wilhelmsburg vor. Insgesamt liegt der Bestand des Blaukehlchens in Hamburg bei rund 25 Paaren. Dabei wird eine Rasterfrequenz von 2,1 % erreicht.

LEBENSRAUM
In den beiden Verbreitungsinseln zeigt das Blaukehlchen eine unterschiedliche Habitatwahl. In Altenwerder und Moorburg werden Spülfelder besiedelt. Hier finden sich die Sänger in Röhrichtstreifen am Ufer von Beregnungsteichen bzw. in den durch Brennessel Urtica diotica dominierten Hochstaudenfluren auf den randlichen Dämmen und Hängen. In den Vier- und Marschlanden kommt das Blaukehlchen dagegen meist in schütteren Schilfbeständen entlang von Gräben vor. Diese können sowohl im Grünland als auch im Ackerland liegen. Gerne werden Reviere dort angelegt, wo durch vorherige Grabenräumungen offener Boden ansteht. Beiden Habitattypen gemeinsam ist das Vorhandensein von dichter Staudenvegetation zur Nestanlage und offenen Bodenflächen zur Nahrungssuche.

BESTANDSENTWICKLUNG
Das Blaukehlchen hat durch Lebensraumverlust einen Großteil seiner Vorkommen in Hamburg aufgegeben. Betroffen war u.a. die Region der Alten Süderelbe, in der nach der Abdeichung 1963 und teilweisen Aufspülung im Bereich Altenwerder Vorkommen von ca. 10 BP verloren gingen. Weitere Brutplätze wurden vor allem in Wilhelmsburg, aber auch in inzwischen intensiv für Gemüseanbau genutzten Teilen der Vier- und Marschlande (Ochsenwerder) oder im Steinbeker Moor/ Billwerder (1965 9 Sänger) aufgegeben. Auch aus scheinbar naturnaher Landschaft ist die Art teilweise verschwunden: im Moorgürtel erloschen die letzten Vorkommen 1972. Zwischen 1960 und 1990 hat das Blaukehlchen damit fast 75 % seines Areals in Hamburg aufgegeben.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
26 BP 0,0 BP/km² 2,1 % 16

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Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

adult

 

 

14.05.2013

Helgoland Düne Flughafen

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2014

Status
spärlicher Brutvogel, mittelhäufiger Durchzügler

Die in früheren Jahrzehnten als Brutvogel häufiger als heute auftretende Art wurde hauptsächlich zur Zugzeit aus vielbesuchten Beobachtungsgebieten, wie der Elbmarsch von Wedel bis zur Krückaumündung, der KESt Krümse, dem Duvenstedter Brook, der Alsterniederung, dem Himmelmoor sowie aus den Grünländern und Spülfeldern der Süderelbmoore gemeldet.

Brut
Bruten bzw. Revierpaare des Steinschmätzers im Berichtszeitraum wurden nur von der  Hohen Schaar/HH, in Moorfleet/HH und in Moorburg/HH festgestellt. (alle Meldungen A. Mitschke).

2012 1 Rev. Moorburg Spülfeld/HH
2012 5 Rev. Moorfleet Spülfeld / Autobahndreieck/HH
2012 6 Rev. Hohe Schaar/HH


Ein weiteres Paar wurde zu Beginn der Brutzeit an der Krückaumündung am 30.05.2012 von F. Fröbel beobachtet. Da Folgebeobachtungen fehlen, handelte es hierbei aber wahrscheinlich um  späte Durchzügler.

Zug/Rast

Erstbeobachtungen:

11.04.2012 1 Ind. Wedeler Marsch/PI P. Apke
13.04.2013 5 Ind. Moorfleet (Feldhofe)/HH A. Mitschke
23.03.2014 1 Ind. Moorburg/HH G. Rupnow

 

Letztbeobachtungen:

08.11.2012 1 Ind. Pinnaumündung/PI F. Fröbel
06.11.2013 1 Ind. KESt Wedeler Marsch/PI M. Sommerfeld
01.11.2014 1 Ind. Fährmannssander Elbwatt/PI W.Schott

 

Alle Letztbeobachtungen reihen sich in die Top Ten der Letztbeobachtungen von im Berichtsgebiet beobachteten Steinschmätzer ein. Zusammen mit Meldungen aus der Vergangenheit sind dies die fünft-, sechst- und neuntspätesten Wegzugsdaten.

Rastmaxima auf dem Wegzug 

13.05.2013 31 Ind. Moorburg/HH G. Rupnow
02.05.2012 30 Ind. Kleientnahme Krümse/WL S. Brand
11.05.2013 21 Ind. Moorburg/HH G. Rupnow
06.05.2013 18 Ind. Drennhauser Hinterdeich/WL V. Dierschke
06.05.2013 18 Ind. Winsener Marsch/WL V. Dierschke

 

Einzelne Rastbeobachtungen gibt es auch aus dem Stadtbereich. So beobachtete L. Andersen 6 Ind. in Bahrenfeld-Othmarschen/HH am 30.04.2012. Ein Ind. endeckte S. Hinrichs am 16.05.2012 Nahrung suchend in Barmbek/HH. 2 Ind. suchten im Neuen Botanischen Garten/HH nach Nahrung, gesehen von O. Wilk am 13.09.2013.

Bearbeitung durch Gunnar Fick


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 45 Reviere Besiedelte TK4 10 (13%)
Bestand in Hamburg 30 Reviere Besiedelte km² in HH 17 (2%)
Dichte insgesamt 0,02 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,04 Rev./km² Gefährdung RL HH 1, NI 1, SH 1

 

Charakteristik
Der Steinschmätzer ist im Hamburger Raum akut vom Verschwinden bedroht.

Verbreitung
Die Art hat sich weitgehend auf den Hamburger Hafen zurückgezogen. Abgesehen von diesen Vorkommen sind noch sporadische Nachweise bei Agathenburg, im Himmelmoor und im Wittmoor bekannt geworden.

Lebensraum
In Hamburg besiedelt der Steinschmätzer industrielle Brachflächen auf altem Aufspülgelände, wo er auf sandigem, nährstoffarmem Untergrund vegetationsfreie Flächen findet. Ähnliche Standorte sind teilweise noch auf Spülfeldern (Francop, Moorburg) gegeben. Brutplätze in Sand-/Kiesgruben oder auf offenen Torfflächen in Hochmooren sind fast verschwunden. 

Bestandstrend
Nach einem Bestandsgipfel auf Trümmerflächen des Krieges in den 1950er Jahren (Mitschke & Baumung 2001) gingen die Vorkommen rasch wieder zurück und wurden Ende der 1970er Jahre vorsichtig auf 30-40 RP sowie Anfang der 1990er Jahre auf 25-30 RP geschätzt (Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994). Die erste vollständige Kartierung 1997-2001 erbrachte 70 RP (Mitschke & Baumung 2001), aber inzwischen sind die Bestände weiter eingebrochen. Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist eine deutliche Abnahme dokumentiert (1985-1994 40 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1 RP). 

Anmerkungen
Die Anlage neuer Containerterminals verdrängt die Art auch aus dem Hafen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die aktuellen Verbreitungszentren des Steinschmätzers liegen auf Spülflächen entlang der Alten Süderelbe bis nach Moorburg (18 BP), im Hafen auf Industriebrachen (34 BP) und zwischen Billwerder und Neu-Allermöhe im Bereich einer Großbaustelle (10 BP). Auf der Geest sind nur sporadische Brutvorkommen in der Hummelsbütteler Feldmark, am Wohldorfer Graben und auf dem Höltigbaum besetzt. Der Brutbestand in Hamburg beträgt 70 Paare, der Steinschmätzer erreicht dabei eine Rasterfrequenz von 5,0 %. 

Lebensraum
Der Steinschmätzer ist in Hamburg fast vollständig auf Sekundärlebensräume angewiesen. Sporadische Einzelvorkommen im Grünland, wie in den Süderelbemooren und am Wohldorfer Graben sind selten. Große Bedeutung haben dagegen Brachen und Industrieflächen im Hafen, insbesondere auf der Hohen Schaar. Nicht oder schütter bewachsene Flächen sind Voraussetzung für eine Ansiedlung. Diese finden sich sowohl auf alten, mit nährstoffarmem Sand aufgespülten Flächen als auch auf Rohbodenflächen auf Baustellen oder zwischen Industriegebäuden (z.B. Tanklagern). Nester werden am Boden angelegt, gerne unter Materialstapeln oder auch in Steinhaufen. Auch Spülflächen, die sich noch im Betrieb befinden, bieten dem Steinschmätzer Lebensräume. 

Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung des Steinschmätzers in Hamburg ist aufgrund seines unsteten Vorkommens mit der spontanen Besiedlung geeigneter Lebensräume z.B. auf Baustellen im Stadtbereich und deren Aufgabe nach wenigen Jahren nicht leicht zu beurteilen. Die Versiegelung großer Flächen im Hafen und insbesondere die Umwandlung in Containerstellflächen, die nicht besiedelt werden, hat hier im Kerngebiet der Verbreitung zu Verlusten geführt. Aus dem eigentlichen Stadtgebiet ist die Art nach der vorübergehenden Besiedlung von Trümmerflächen und Brachen als Folge des Zweiten Weltkriegs (z.B. in Hammerbrook, Hamm, Eimsbüttel, Dulsberg) schon vor 1960 wieder verschwunden. Auch Grünlandflächen in der Rissen-Sülldorfer Feldmark, Kollauniederung oder dem Süderelberaum sind verwaist oder nur noch sporadisch besetzt.

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
70 BP 0,1 BP/km² 5,0 % 38

Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

18.12.2011

Neu Wulmstorf

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 23.000 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 12.000 Reviere Besiedelte km² in HH 665 (87%)
Dichte insgesamt 9,4 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 15,6 Rev./km² Gefährdung  keine

 

Charakteristik
Das Rotkehlchen ist ein sehr häufiger Wald- und Gartenvogel.

Verbreitung
Die Art ist fast flächendeckend verbreitet, wobei die Gartenstadt Hamburgs und größere Wälder (Rüstjer Forst, Harburger Berge, Sachsenwald, Hahnheide) die höchsten Dichten aufweisen, während in den schleswig-holsteinischen Unterelbemarschen und im Hamburger Hafen nur vereinzelte Vorkommen zu finden sind.

Lebensraum
Das Rotkehlchen bewohnt die dichte Strauchschicht, in der auch das Nest dicht über dem Boden angelegt wird. Dabei findet sich die Art sowohl in Nadel- als auch in Laubwäldern in hoher Dichte und besiedelt auch Grünanlagen und Gärten, wenn entsprechende Vegetationsstrukturen gegeben sind. Die Nahrungssuche erfolgt meist am Boden unter Bäumen und Sträuchern.

Bestandstrend
Der Bestand des Rotkehlchens hat in den letzten Jahrzehnten vor allem im Stadtgebiet Hamburgs zugenommen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 117 RP, 1997-2000 437 RP, 2007/08 573 RP, Mitschke 2009), während die Bestände im schleswig-holsteinischen Umland stabil blieben (im Vergleich zu 1985-1994, Berndt et al. 2002).

Anmerkungen
In Gärten und Grünanlagen zeigt das Rotkehlchen oft nur eine geringe Fluchtdistanz und profitiert von gärtnerischen Aktivitäten.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Im Vergleich zur Heckenbraunelle ist das Rotkehlchen ausgeprägter Waldvogel und im menschlichen Siedlungsraum auf die Gartenstadt und Peripherie der Stadt konzentriert. Verbreitungslücken werden schon in der dicht bebauten Wohnblockzone von Altona, St. Pauli, Borgfelde und Hamm erkennbar. Nicht besiedelt sind City und große Teile des Hafens ebenso wie baum- und straucharme Teile der Vier- und Marschlande. Mit 12.000 BP ist das Rotkehlchen dennoch die zwölfthäufigste Vogelart Hamburgs. Davon brüten nur 1.300 Paare in der Marsch des Elbtals, aber allein 1.800 BP auf der südlichen Geest mit ihren großen Nadelwäldern. Das Rotkehlchen erreicht eine Rasterfrequenz von 85,3 % und eine mittlere Dichte für ganz Hamburg von 15,7 Rev./100 ha. Pro km² brüten maximal 75 (Farmsen-Berne, Volksdorf) bzw. 80 Paare (2x Harburger Berge). Kleinflächig wurden Dichten von bis zu 10,71 BP/10 ha (PF 28,0 ha, Klövensteen) bzw. 11,72 Rev./10 ha (Volksdorf, PF 14,5 ha) erreicht. 

Lebensraum
Das Rotkehlchen bewohnt bevorzugt Waldgebiete mit nur schütterer Bodenvegetation. Die Dichten in Nadel- bzw. Laubwald sind doppelt so hoch wie in der Gartenstadt. Im Siedlungsraum sind lediglich die Grünanlagen in ähnlicher Dichte wie Waldgebiete besiedelt. Dagegen haben Dörfer ebenso wie Villenviertel oder die Wohnblockzone keine nennenswerte Bedeutung als Lebensraum. 

Bestandsentwicklung
Seit den 1960er Jahren hat sich der Bestand des Rotkehlchens in der Gartenstadt und den Grünanlagen Hamburgs um das Vier- bis Fünffache erhöht (Mitschke et al. 2000). Die Art zeigt eine dem Zaunkönig sehr ähnliche Entwicklung. Dabei sind für das Rotkehlchen jüngste Verluste durch den Kältewinter 1995/96 nicht deutlich erkennbar und innerhalb der 1990er Jahre eine weitere Zunahme um über 30 % auf Basis von Linientaxierungsdaten nachgewiesen.

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
12.000 BP 15,7 BP/km² 85,3 % 651