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01.03.2014

NSG Mühlenberger Loch

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 950 Reviere Besiedelte TK4 71 (89%)
Bestand in Hamburg 600 Reviere Besiedelte km² in HH 208 (27%)
Dichte insgesamt 0,4 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,8 Rev./km² Gefährdung RL HH 2, NI 3, SH 3

 

Charakteristik
Der Kiebitz war bis in die 1980er Jahre eine Charakterart des Feuchtgrünlandes im Urstromtal der Elbe und verschwindet derzeit vielerorts.

Verbreitung
Die Art brütet im Hamburger Raum vor allem im Elbtal von den Unterelbemarschen über Wilhelmsburg und Neuland bis in die Vier- und Marschlande. Verbreitungslücken existieren im inneren Stadtbereich sowie im Umfeld großer Waldgebiete und in Teilen der östlichen Geest. 

Lebensraum
Die Art besiedelt offenes, kurzrasiges Grünland und Ackerflächen, wobei in den letzten Jahren Maisäckern immer größere Bedeutung zukam. Daneben sind Sonderstandorte (Spülflächen, Erdbeerfelder, Stadt- und Hafenbrachen, Grabenaushub, Torfflächen) zeitweise Brutplatz.

Bestandstrend
Ende der 1980er Jahre wurde der Bestand für das Berichtsgebiet auf 1.500 bis 2.000 Reviere geschätzt (Klemp in Garthe 1996), etwa 20 Jahre später liegt der Bestand deutlich unter 1.000 Paaren. In Hamburg ergibt sich für die letzten zehn Jahre ebenfalls ein fortgesetzter Bestandsrückgang, der auf Teilflächen ein Ausmaß von mehr als 50% erreicht. 

Anmerkungen
In Moorfleet konnten 2011 erstmals fünf Dachbruten im Schutze einer großen Möwenkolonie auf einer Lagerhalle nachgewiesen werden. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Kiebitz kommt vor allem im Elbtal von Finkenwerder (35 BP) über die Süderelbemoore (60 BP), Altenwerder, Moorburg und die Hohe Schaar (zusammen 60 BP), Wilhelmsburg und Neuland (zusammen 85 BP) bis in die Vier- und Marschlande und der Boberger Niederung (220 BP) vor. Auf der Geest brütet die Art schwerpunktmäßig in der Rissen-Sülldorfer und Osdorfer Feldmark (25 BP), von Duvenstedt über Wohldorf bis in den Duvenstedter Brook (zusammen 20 BP) und im Stellmoorer Tunneltal sowie auf dem Höltigbaum (20 BP). Weitere isolierte Restvorkommen in der Stadtlandschaft existieren an der Bahrenfelder Trabrennbahn (3 BP), in der Eidelstedter Feldmark (2 BP), Kollauniederung (1 BP), auf dem Flughafen Fuhlsbüttel (2 BP), in der Hummelsbütteler Feldmark (3 BP), am Wittmoor (3 BP), an der Osterbek in Bramfeld (1 BP), in Farmsen-Berne (1 BP), am Öjendorfer Friedhof (1 BP), an der Berner Au in Berne (1 BP) und in Sasel (5 BP auf einer Rinderweide), am Timmermoor (2 BP) und in den Volksdorfer Teichwiesen (3 BP).
Insgesamt brüten 650 Paare Kiebitze in Hamburg, was einer mittleren Dichte von 0,9 BP/100 ha entspricht. Dabei wird eine Rasterfrequenz von 25,7 % erreicht. Großflächig wurden maximal 20 BP/km² nachgewiesen (Neuenfelde, Neuengamme), auf Probeflächen wurden Dichten von bis zu 2,91 BP/10 ha (PF 48,1 ha, Wilhelmsburg), 3,04 BP/10 ha (PF 49,3 ha, Hohe Schaar) bzw. 4,46 BP/10 ha (PF 29,2 ha, Neuengamme) erreicht.

Lebensraum
Der Kiebitz besiedelt offene, kurzrasige Flächen, sowohl an feuchten, grundwassernahen Standorten in den Elbmarschen als auch auf trockenen Ackerflächen. In extensiv genutzten und teilweise durch Verbrachung beeinflußten Landschaftsteilen, wie z.B. in Teilen der Süderelbemoore ist die Art inzwischen verschwunden, weil die Übersichtlichkeit der Nestumgebung nicht gewährleistet ist. Im städtischen Raum werden auch Sonderstandorte wie Erdbeerfelder besiedelt. Eine größere Rolle spielen trotz der bedingt durch Viehtritt meist geringen Bruterfolge Pferdekoppeln. Abzäunungen können auch in durch freilaufende Hunde stark frequentierten Grünlandresten des Stadtgebietes wie den Volksdorfer Teichwiesen erfolgreiche Bruten ermöglichen.

Bestandsentwicklung
Der Kiebitz hat in den letzten Jahrzehnten weite Teile seines Brutgebietes in Hamburg verloren. Das gilt insbesondere für die Geest, wo teilweise geschlossene Brutareale in Groß Flottbek, Langenhorn, Hummelsbüttel, Poppenbüttel, Duvenstedt, Ohlstedt und Sasel nach Überbauung verloren gegangen sind. Ehemals brütete der Kiebitz bis in den inneren Stadtbereich auf dem Ohlsdorfer Friedhof und am Alten Teichweg. Im Elbtal häufen sich Arealaufgaben vor allem im Hafen, wo die Industrieentwicklung zahlreiche Brutplätze verwaisen ließ. Insgesamt dürfte der Arealverlust innerhalb der letzten vierzig Jahre ca. 35 % betragen.

 

Dichte auf Probeflächen   Hafen, Industrie Feldmark Ackerland Grünland
Kiebitz Hektar 2667,1 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
81 31 6 64
  Reviere 41 16 5 129
Dichte Median 0,00 0,00 0,13 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,12 0,16 0,27 0,47
  Standard-
Abweichung
0,43 0,33 0,33 0,88

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
650 BP 0,9 BP/km² 25,7 % 196
 

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05.05.2012

NSG Moore bei Buxtehude

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 260 Reviere Besiedelte TK4 43 (54%)
Bestand in Hamburg 140 Reviere Besiedelte km² in HH 84 (11%)
Dichte insgesamt 0,1 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,2 Rev./km² Gefährdung RL HH 2, NI 2, SH 2

 

Charakteristik
Die Bekassine ist eine langschnäblige Limikole sehr feuchten Grünlandes.

Verbreitung
Die Verbreitung ist im Elbtal recht geschlossen, wobei Schwerpunkte im Moorgürtel, in Neuland und den Vier- und Marschlanden liegen. Auch Pagensand, der Duvenstedter Brook und das Nienwohlder Moor weisen noch höhere Bestände auf. In den Unterelbemarschen, im Himmelmoor, dem Wittmoor, in der Oberalsterniederung und dem Stellmoorer Tunneltal kommt die Art noch vor.

Lebensraum
Die Bekassine brütet in sehr feuchtem Grünland, wo die Neststandorte versteckt in Binsen oder hohen Grasbulten liegen und ein stocherfähiger Boden die Nahrungssuche erlaubt. Dabei meidet die Art auch Waldränder und stark verbrachte Flächen mit höherer Gras- und Staudenvegetation nicht. Typisch sind auch Vorkommen in angestauten Hochmoorflächen.

Bestandstrend
Während der Bestand im Gesamtgebiet für 1967-69 noch auf 425-480 RP geschätzt wurde (Garthe 1996) und seitdem stark zurückgegangen ist, ergibt sich für Hamburg allein ein etwas weniger ausgeprägter Negativtrend (1967/69 185-200 RP, 1984/86 140-160 RP, 1987/89 160-180 RP, 1997/2000 180 RP; Garthe 1996, Mitschke & Baumung 2001).

Anmerkungen
Die Bekassine profitiert besonders vom Vertragsnaturschutzprogramm in Hamburg sowie von Renaturierungsmaßnahmen in verschiedenen Mooren. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitungskarte der Bekassine zeigt vier Hauptbrutgebiete: die Süderelbemoore (inkl. Einzelvorkommen in Moorburg 45 BP), Neuland und Wilhelmsburg (15 BP), Duvenstedter Brook und Umgebung (15 BP) und Vier- und Marschlande sowie Boberger Niederung (zusammen 80 BP). Daneben kommt die Bekassine vereinzelt in der Rissen-Sülldorfer Feldmark, im Wittmoor und im Stellmoorer Tunneltal vor. 
Insgesamt liegt der Brutbestand in Hamburg bei 180 BP, was einer mittleren Dichte von 0,2 BP/100 ha bei einer Rasterfrequenz von 11,0 % entspricht. Pro km2 wurden Dichten bis zu 7 BP (Nincoper Moor) erreicht, auf Probeflächen Werte von maximal 1,03 BP/10 ha (PF 29,2 ha, Fünfhausen) bzw. 1,09 BP/10 ha (PF 27,6 ha, Neuengamme) ermittelt

Lebensraum
Das Vorkommen der Bekassine ist eng an feuchtes Grünland gebunden. Hier werden insbesondere sehr nasse und verbinste, extensiv oder kaum genutzte Bereiche besiedelt. Die Nahrungssuche mit dem langen Stocherschnabel erfordert im Brutrevier einen feuchten lockeren Boden bzw. stocherfähige Gewässerränder meist entlang von Gräben. Besonders gute Voraussetzungen bieten die Grundwasser-Aussickerungsbereiche der Geestrandmoore bei Neugraben und die grabenreichen Teile der Vier- und Marschlande, vor allem in den Kirchwerder Wiesen. Im Duvenstedter Brook und Wittmoor werden zusätzlich durch Anstau renaturierte Hochmoorflächen besetzt.

Bestandsentwicklung
Die Bekassine ist trotz lokaler Bestandszunahmen (z.B. im Moorgürtel bei Neugraben und im Duvenstedter Brook) insgesamt während der letzten vier Jahrzehnte deutlich im Bestand zurückgegangen. GARTHE (1996) nennt für Hamburg folgende Abschätzungen: 1967-1969 190-195 BP; 1984-1986 150 BP; 1987-1989 170 BP. Diese Zahlen dürften die realistische Bestandsgröße etwas unterschätzen, da systematische Nachsuchen sich auf die Vorkommensschwerpunkte beschränkten. Verwaist sind inzwischen im Elbtal vor allem Teile von Altenwerder und Moorburg, große Teile Wilhelmsburgs, Reitbrooks und Ochsenwerders. Auf der Geest sind in den letzten vier Jahrzehnten ehemalige Brutplätze in der Eidelstedter Feldmark, Langenhorn, im Kiwittsmoor, Raakmoor, in der Hummelsbütteler Feldmark, Poppenbüttel, Farmsen-Berne, am Öjendorfer See und vermutlich auch in den Volksdorfer Teichwiesen (letzter Nachweis 1996) verwaist. Insgesamt ist die Bekassine seit 1960 in Hamburg aus ca. 50 % ihres Areals verschwunden!

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
180 BP 0,2 BP/km² 11,0 % 84

 

 

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02.05.2015

NSG Wallnau (Fehmarn)

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

 

Bestand insgesamt 23 Reviere Besiedelte TK4 8 (10%)
Bestand in Hamburg 4 Reviere Besiedelte km² in HH 4 (0,5%)
Dichte insgesamt 0,01 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,0 Rev./km² Gefährdung RL HH 1, NI 2, SH 2

 

Charakteristik
Die Uferschnepfe war ehemals ein Charaktervogel des Feuchtgrünlandes im Elbtal bei Hamburg und steht kurz vor dem Verschwinden.

Verbreitung
Das Vorkommen der Art beschränkte sich schon immer auf das Elbtal und erstreckte sich Anfang der 2000er Jahre noch auf die Wedeler Marsch, den Bullenbruch, den Süderelberaum, Neuland, Allermöhe, Reitbrook und die Winsener Marsch. Innerhalb Hamburgs tritt die Art inzwischen nur noch in Allermöhe/Reitbrook sowie seit 2010 wieder in den Kirchwerder Wiesen auf.

Lebensraum
Die langschnäblige Wiesenlimikole benötigt feuchtes Grünland mit einem stocherfähigen Boden und brütet meist geschützt in höherem Gras.

Bestandstrend
Das Außmaß des Bestandsrückgangs wird durch folgende Zahlen für die Brutbestände in Hamburg dokumentiert: 1965/69 70 RP, 1990 50 RP, 1997/2000 20 RP (Kreutzkamp in Garthe 1996, Mitschke & Baumung 2001). Für das Berichtsgebiet insgesamt wird für 1965-1969 ein Bestand von 220-250 RP angenommen.

Anmerkungen
Nutzungsintensivierung, Bodenverdichtung, Entwässerung und ein hoher Prädationsdruck sind die wichtigsten Ursachen für den Rückgang dieser Art. Eine extensive Bewirtschaftung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes allein kann bei dieser anspruchsvollen Limikole den Niedergang nicht aufhalten. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Uferschnepfe brütet in Hamburg ausschließlich in der Elbniederung und hier auf dem Finkenwerder Neß unmittelbar benachbart zu den Süßwasserwatten des Mühlenberger Lochs (1-2 BP), in Neuenfelde (5-7 BP), Neuland (1-2 BP) und Teilen der Vier- und Marschlande (Ochsenwerder, Reitbrook, Neuengamme, Kirchwerder, zusammen 5-8 BP). Daraus ergibt sich ein Gesamtbestand von 12 bis 19 BP.

Lebensraum
Als anspruchsvolle Wiesenlimikole mit langem Stocherschnabel ist die Uferschnepfe auf wenige kurzrasige Feuchtgrünländer beschränkt. Bevorzugt werden weithin offene Landschaften wie in Neuenfelde und Neuland. Die auf dem Neß und dem Flughafen der EADS brütenden Paare sind in ihrer Ernährung weitgehend auf die Süßwasserwatten des Mühlenberger Loches angewiesen.

Bestandsentwicklung
In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände der Uferschnepfe im Hamburger Raum weitgehend zusammengebrochen. Noch 1974 wurde allein für den Süderelberaum ein Bestand von knapp 80 BP angegeben (EGGERT et al. 1976). Zu dieser Zeit gab es für wenige Jahre auch ein Geestvorkommen in der Rissen-Sülldorfer Feldmark. Ein langanhaltender Bestandsrückgang führte bis Anfang der 1990er Jahre zu einer Bestandsschätzung von 50-60 BP in ganz Hamburg (GARTHE & MITSCHKE 1994, KREUTZKAMP in GARTHE 1996). In den letzten Jahren sind vor allem die Vorkommen im Süderelberaum fast völlig verschwunden und der Bestandsrückgang hat sich weiter beschleunigt. Insgesamt beträgt der Arealschwund in den letzten vier Jahrzehnten fast 80 % und ein der Entwicklung beim Kampfläufer paralleles endgültiges Verschwinden der Uferschnepfe als Brutvogel Hamburgs wird immer wahrscheinlicher.

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
20 BP 0,0 BP/km² 2,0 % 15

 

 

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 adult

 

 

23.11.2016

Norddeich

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

 

Bestand insgesamt 33 Reviere Besiedelte TK4 15 (19%)
Bestand in Hamburg 1 Reviere Besiedelte km² in HH 1 (0,1%)
Dichte insgesamt 0,01 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,0 Rev./km² Gefährdung RL HH 2, NI 2, SH 3

 

Charakteristik
Der Große Brachvogel ist ein seltener Brutvogel im Feuchtgrünland.

Verbreitung
Vorkommen finden sich vor allem noch im Umfeld des Himmelmoores sowie in der Oberalsterniederung. Aus den Geestrandmooren bei Buxtehude, aus Neuland, der Seeveniederung und aus den südöstlichen Vier- und Marschlanden liegen nur noch vereinzelte und nicht alljährliche Nachweise vor. Auch der Duvenstedter Brook ist nicht mehr regelmäßig besiedelt.

Lebensraum
Große Brachvögel brüten vor allem im Grün- und seltener auch im Ackerland, wobei eine großflächige Kulturlandschaft mit hoher Bodenfeuchte bevorzugt wird. Moorbrutplätze existieren kaum noch.

Bestandstrend
Für das Berichtsgebiet wird bis Mitte der 1980er Jahre ein ansteigender Bestand angenommen (1930 15-20 RP, 1950 25-35 RP, 1967-69 38-39 RP, 1984 55 RP; Klemp & Helm in Garthe 1996), bevor spätestens Mitte der 1990er Jahre ein allgemeiner Rückgang einsetzte. In Hamburg betrug der Bestand um 1950 noch 8 RP (davon 5 im Duvenstedter Brook), war aber schon Anfang der 1990er Jahre bis auf sporadische Einzelnachweise erloschen.

Anmerkungen
Große Brachvögel können viele Jahre an Brutgebieten festhalten, in denen aufgrund von Lebensraumveränderungen kaum noch erfolgreiche Bruten möglich sind. Entsprechende Reviere verwaisen erst mit dem Tod der Altvögel. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Der Große Brachvogel brütet nicht regelmäßig in Hamburg. In den letzten Jahren wurden mehrfach einzelne Paare mit Balzverhalten in Altengamme beobachtet, ein Brutnachweis gelang aber nicht. Anfang der 1990er Jahre kam es kurzfristig zu einer Ansiedlung in der Rissen-Sülldorfer Feldmark, die nach erfolglosen Brutversuchen inzwischen wieder erloschen ist. Weitere ehemalige Brutplätze lagen im Schnaakenmoor, in den Süderelbemooren (angrenzend an ein regelmäßig besetztes Brutgebiet im Rübker Moor/STD), auf den Westerweiden und im Duvenstedter Brook. Der Große Brachvogel war in den letzten vier Jahrzehnten immer ein seltener Brutvogel Hamburgs und erreichte lediglich in den 50er Jahren mit 8 BP einen etwas höheren Bestand (KLEMP & HELM in GARTHE 1996).

 

 

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03.09.2012

NSG Wallnau / Fehmarn

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

Ehemals gab es auf dem Stadtgebiet Hamburgs zahlreiche Moore, von denen heute meist nur noch Flurstücks- oder Straßennamen erhalten geblieben sind. Typische Brutvögel der Hochmoore wie Birkhuhn, Sumpfohreule oder Bruchwasserläufer sind seit vielen Jahrzehnten verschwunden.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Der Bruchwasserläufer war in Hamburg bis in die 1950er Jahre Brutvogel im Schnaakenmoor und Ohemoor, davor auch im Duvenstedter Brook und im Twieselmoor/Langenhorn (DIEN in GARTHE 1996). Alle diese Brutvorkommen erloschen durch Trockenlegung bzw. Überbauung.

 

 

 

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16.04.2015

NSG Finkenwerder Süderelbe

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

Bestand insgesamt 13 Reviere Besiedelte TK4 6 (8%)
Bestand in Hamburg 0 Reviere Besiedelte km² in HH 0 (0%)
Dichte insgesamt 0,01 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 0,0 Rev./km² Gefährdung RL HH 0

 

Charakteristik
Der Waldwasserläufer ist seltener Brutvogel feuchter Wälder.

Verbreitung
Die Art erreicht im Hamburger Raum ihre nordwestliche Verbreitungsgrenze in Deutschland und tritt vor allem im östlichen Teil des Gebietes mit einem Schwerpunkt im Sachsenwald auf. Daneben liegen Brutzeitnachweise aus den Wäldern rund um Großen- und Lütjensee sowie dem Jersbeker Forst vor.

Lebensraum
Der Waldwasserläufer bewohnt Bruch- und andere, sehr feuchte Wälder. Die Art brütet vor allem in alten Drosselnestern und sucht ihre Nahrung an Waldbächen, auf kleinen Waldwiesen und an Gräben.

Bestandstrend
Die Art war Anfang des 20. Jahrhundert noch kein Brutvogel im Hamburger Raum (Dietrich 1928). Erste Bruthinweise aus den 1960er Jahren betrafen neben dem Sachsenwald auch zeitweilige Vorkommen in Hamburg (Moorgürtel, Hohe Schaar, Ammersbek, Dien in Garthe 1996). Zuletzt wurden 2011 auch wieder Balzbeobachtungen aus dem Duvenstedter Brook bekannt.

Anmerkungen
Aufgrund der sich fast überlagernden Heim- und Wegzugzeiten (in Skandinavien „brütende“ Männchen verlassen die Brut teilweise bereits Anfang Juni) eignen sich Sichtbeobachtungen ohne Balz oder Bruthinweis kaum zur Statusbestimmung.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Ein eindeutiger Brutnachweis steht für diese während der Brutzeit sehr heimliche Art in Hamburg noch aus. Beobachtungen von gerade flüggen Jungen, die in unmittelbarer Umgebung erbrütet worden sein dürften, stammen von der Hohen Schaar (1965), aus den Mooren bei Neugraben (1967, 1968, 1976, 1982) und von der Ammersbek (1979). Aus dem Duvenstedter Brook und Wittmoor gab es mehrere Jahre regelmäßige Brutzeitnachweise (DIEN in GARTHE 1996). Während der Kartierperiode zum Brutvogelatlas Hamburg ergaben sich keine aktuellen Bruthinweise.

 

 

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05.05.2016

Rügen

Andreas Giesenberg

 

Der Flussuferläufer gilt als häufiger Durchzügler und unregelmäßiger Wintergast. 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Der Flussuferläufer brütet in Hamburg nur unregelmäßig. Aus den 90er Jahren liegen Hinweise auf Bruten nur vom Mühlensand, von Neßsand, aus Moorburg und von der Alster in Poppenbüttel vor (DIEN in GARTHE 1996). Während der Kartierperiode zum Brutvogelatlas wurde Brutverdacht für die Kirchwerder Angelteiche geäußert (16.7.1997 1 diesjähriges Expl.). Insgesamt dürfte der Bestand zwischen null und drei Paaren pro Jahr schwanken. Besiedelt werden sehr unterschiedliche Gewässertypen, ohne daß eine Bevorzugung bestimmter Plätze durch mehrjährige Nutzung erkennbar wird. Gerne werden sandige bzw. schlickige, vegetationsfreie Uferabschnitte in das Brutrevier integriert.
Der Flussuferläufer war schon immer nur sporadischer Brutvogel in Hamburg (DIEN in GARTHE 1996). Langfristige Bestandsveränderungen sind nicht erkennbar.

 

 

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02.05.2015

NSG Wallnau / Fehmarn

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 85 Reviere Besiedelte TK4 19 (24%)
Bestand in Hamburg 24 Reviere Besiedelte km² in HH 19 (3%)
Dichte insgesamt 0,04 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,03 Rev./km² Gefährdung RL HH 2, NI 2, SH V

 

Charakteristik
Der Rotschenkel brütet in offenem Grünland und ist mit seinen langen Beinen und Schnabel gut an eine hohe Bodenfeuchte angepasst.

Verbreitung
Die Verbreitung des Rotschenkels beschränkt sich auf das Elbtal und zeigt mit den Unterelbemarschen westlich von Hamburg sowie Neuland und den Vier- und Marschlanden östlich des Stromspaltungsgebietes zwei regionale Schwerpunkte.

Lebensraum
Die Art besiedelt feuchtes Grünland, wobei Neststandorte meist versteckt in Bulten oder hohem Gras zu finden sind. Gerne werden Weidepfähle u.ä. als Sitzwarten genutzt.

Bestandstrend
Für Ende der 1960er Jahre wurde der Gesamtbestand im Berichtsgebiet auf 230-250 RP geschätzt (Garthe 1996), sodass ein deutlicher und lang anhaltender Bestandsrückgang gegeben ist. Innerhalb Hamburgs blieb das Vorkommen zunächst mit 44 RP (1965-69), 54 RP (1989), 42 RP (1990; alle Garthe 1996) und 45 RP (1997-2000, Mitschke & Baumung 2001) recht stabil, brach aber in den letzten zehn Jahren deutlich ein.

Anmerkungen
Fast alle aktuellen Brutvorkommen befinden sich in enger Anlehnung an Kiebitzkolonien, die einen besseren Schutz gegen Prädatoren versprechen. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Auch der Rotschenkel ist in seinem Auftreten als Brutvogel auf die Elbniederung beschränkt und brütet hier auf dem Finkenwerder Neß und den Westerweiden, in Moorburg und Altenwerder (zusammen 10 BP), Wilhelmsburg und Neuland (3 BP) sowie in den Vier- und Marschlanden (v.a. Kirchwerder Wiesen, Altengamme) und der Billwerder (zusammen 30 BP). Der Gesamtbestand beträgt 45 BP.

Lebensraum
Neben den Hauptvorkommen in offenen, grundwassernahen Grünlandgebieten tritt der Rotschenkel als Brutvogel auch auf den Spülfeldern in Altenwerder und Moorburg auf. Die Brutvögel Finkenwerders finden sich zur Nahrungssuche regelmäßig in den Süßwasserwatten des Mühlenberger Lochs ein. Aufgrund seiner Toleranz gegenüber höherem Grasbewuchs – das Nest wird stets gut sichtgeschützt hier angelegt – kann der Rotschenkel seinen Bestand auch bei sehr extensiver Nutzung teilweise eher halten als der an übersichtliche, kurzrasige Strukturen angepaßte Kiebitz.

Bestandsentwicklung
Im Gegensatz zu anderen Wiesenlimikolen wie Kiebitz oder Uferschnepfe hat der Rotschenkel seinen Bestand in den letzten Jahren weitgehend halten können. Zwischen 1993 und 1996 sowie erneut 2001 siedelte sogar ein Paar in der Rissen-Sülldorfer Feldmark und damit auf der Geest. Bestandsverluste sind innerhalb der letzten Jahrzehnte vor allem im Süderelberaum, Neuland, Reitbrook, Moorfleet und Ochsenwerder nachgewiesen. Insgesamt ist davon auszugehen, daß der Rotschenkel langfristig ebenfalls abgenommen hat. Ein Abgleich mit ehemaligen Vorkommen aus den 1960er bis 1980er Jahren zeigt einen Arealverlust von über 50 %.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
45 BP 0,1 BP/km² 3,7 % 28

 

 Hat jemand ein schönes Bild einer Waldschnepfe und ist bereit es an dieser Stelle kostenfrei für uns zur Verfügung zu stellen?

Dann bitte einfach an andreas(at)giesenberg.de senden.

Vielen Dank.

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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 180 Reviere Besiedelte TK4 39 (49%)
Bestand in Hamburg 30 Reviere Besiedelte km² in HH 17 (2%)
Dichte insgesamt 0,07 Rev./km² Trend unbekannt
Dichte in Hamburg 0,04 Rev./km² Gefährdung RL NI V

 

Charakteristik
Die Waldschnepfe ist eine nacht- und dämmerungsaktive Watvogelart.

Verbreitung
Die Art erreicht ihre höchsten Dichten im Duvenstedter Brook und zeigt in den Wald- und Feuchtgebieten in den Kreisen Stormarn und Lauenburg eine recht geschlossene Verbreitung. Größere Bestände bestehen auch im Forst Beimoor, Teilen des Sachsenwaldes sowie im Rüstjer Forst. Daneben sind u.a. Pagensand, die Holmer Sandberge, das Schnaakenmoor, die Harburger Berge, das Himmelmoor und der Tangstedter Forst besiedelt.

Lebensraum
Die Waldschnepfe besiedelt vor allem Laub- und Laubmischwälder mit hoher Bodenfeuchte, wobei sich die Balzaktivitäten an Waldrändern, Schneisen und Lichtungen konzentrieren und die nächtliche Nahrungssuche auch in der angrenzenden Kulturlandschaft stattfinden kann.

Bestandstrend
Für den Zeitraum von 1975-1988 wurden im gesamten Berichtsgebiet 30-50 balzende Männchen geschätzt (Garthe 1996), davon 4-5 Männchen im Duvenstedter Brook. Für das letztgenannte Gebiet ergab eine gezielte Erfassung 2004 einen Bestand von 22 Männchen (Hartmann 2007). Vermutlich hat der Bestand nach umfangreichen Biotopverbesserungen zumindest hier zugenommen.

Anmerkungen
Balzflüge und damit die Erfassbarkeit beschränken sich auf die Dämmerung. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Waldschnepfe kommt in Hamburg als Brutvogel fast nur im Duvenstedter Brook und im angrenzenden Wohldorfer Wald vor (20-25 BP). Einzelnachweise stammen aus dem Wittmoor und aus den vergangenen Jahren aus dem Raakmoor (1988) und dem Volksdorfer Wald. Südlich der Elbe gibt es nur spärliche Hinweise auf Brutvorkommen. Möglicherweise brüten hier weitere 5-10 Paare. Systematische Untersuchungen dieser schwierig zu erfassenden Art fehlen und sind auch im Rahmen der Atlaskartierung nicht erfolgt. Eine vorsichtige Schätzung des Bestandes in Hamburg beläuft sich auf 25-35 Paare.

Lebensraum
Feuchte Laub- und Mischwälder sind bevorzugter Lebensraum der Waldschnepfe. Im Duvenstedter Brook und seiner Umgebung bietet ein Flächenmosaik aus Wäldern, Gehölzen und offenen Flächen bzw. Schneisen gute Lebensbedingungen, feuchte Wiesen in der Nachbarschaft sind zusätzliche Nahrungshabitate.

Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung der Waldschnepfe kann aufgrund des lückenhaften Materials nicht beurteilt werden. Brutzeitnachweise im Stadtpark und vom Ohlsdorfer Friedhof während der 1960er Jahre sind in ihrem Status nicht abgesichert und könnten auch Durchzügler betroffen haben.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
30 BP 0,0 BP/km² 2,2 % 17

 

 

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02.10.2015

Kreetsand

Torsten Demuth 

 

Der Kampfläufer gilt als mäßig häufiger Durchzügler und als unregelmäßiger Wintergast in Hamburg.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Der Kampfläufer war noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts Brutvogel in Altenwerder, Moorburg, Finkenwerder, in Wilhelmsburg, auf der Hohen Schaar, an der Kalten Hofe und in Teilen der Vier- und Marschlande (DIEN in GARTHE 1996). Zuletzt wurde die Art bis Mitte der 80er Jahre auf den Finkenwerder Westerweiden nachgewiesen. Seit 15 Jahren fehlen Brutnachweise oder Hinweise auf Brutverdacht, die Art ist in Hamburg als Brutvogel verschwunden.

Neben direkten Lebensraumverlusten insbesondere auf den Elbinseln durch Aufspülungen im Zuge der Hafenentwicklung ist ein überregional zu beobachtender drastischer Bestandsrückgang in ganz Mitteleuropa für das Verschwinden aus Hamburg verantwortlich (BUSCHE 1994, KUSCHERT 1983, OAG MÜNSTER 1989).

 

 

Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

 adult

 

 

14.05.2014

Düne Helgoland

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 210 Reviere Besiedelte TK4 45 (56%)
Bestand in Hamburg 140 Reviere Besiedelte km² in HH 98 (13%)
Dichte insgesamt 0,09 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 0,2 Rev./km² Gefährdung -

 

Charakteristik
Ursprünglich Brutvogel an der Nordsee, hat der Austernfischer v.a. als Dachbrüter inzwischen weite Teile des Hamburger Raums besiedelt.

Verbreitung
Das Verbreitungsbild zeigt Schwerpunkte an der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Unterelbe sowie im Stromspaltungsgebiet mit dem Hamburger Hafen. Von dort ausgehend sind aber auch die Oberelbe und weite Teile der Geest besiedelt, während das Vorkommen im Norden und Osten des Berichtsgebietes noch sehr lückenhaft geblieben ist. 

Lebensraum
Die meisten Austernfischer im Hamburger Raum brüten auf Flachdächern in Industrie- und Gewerbegebieten, auf Schulen und gelegentlich auf Wohnblocks. Die Nahrungssuche erfolgt auf Sportplätzen, in Grünanlagen, auf Verkehrsbegleitgrün und anderen Rasenflächen. Bodenbruten auf Grün- oder Ackerland sind vor allem an der Unterelbe noch verbreitet.

Bestandstrend
Nach ersten Bruten an der Unterelbe Ende der 1920er Jahre lag der Bestand in Hamburg Anfang der 1990er Jahre noch bei 10-15 RP (Garthe & Mitschke 1994), stieg bis Ende der 1990er Jahre auf mehr als 100 RP an (Mitschke & Baumung 2001), um anschließend weiter zuzunehmen. 

Anmerkungen
Für eine weitere Ausbreitung nach Nordosten mangelt es möglicherweise an geeigneten Flachdächern. Bodenbruten sind nur sehr selten erfolgreich. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Schwerpunkt der Brutverbreitung des Austernfischers liegt im Hamburger Hafen zwischen Finkenwerder und der Hohen Schaar sowie auf den angrenzenden Spülfeldern in Francop, Altenwerder und Moorburg. Nur in geringem Umfang wird Grünland auf den Westerweiden, im Moorgürtel, in Neuland und im Vorland von Altengamme besiedelt. Auf der Geest kommt der Austernfischer weit gestreut von Osdorf, Groß Flottbek, Bahrenfeld und Ottensen über Stellingen, Groß Borstel bis nach Langenhorn vor. Im Osten der Stadt sind Brutplätze in Jenfeld und Rahlstedt besetzt. Innenstadtnah brütet der Austernfischer in Lokstedt und vermutlich auch in St. Pauli am Heiligengeistfeld.

Während auf der Geest 24 Paare brüten, liegt der Bestand im Elbtal bei 84 BP. Insgesamt erreicht der Austernfischer eine mittlere Dichte von 0,1 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 10,6 %. Maximal wurden Dichten von 4 BP/km² nachgewiesen (Waltershof, Reiherstieg).

Lebensraum
Auf der Geest finden sich Brutplätze fast immer als Kombination eines Neststandortes auf einem Flachdach, gerne mit Kiesabdeckung und in Gewerbegebieten, mit Nahrungsflächen auf kurzrasigen Sportplätzen, wo Regenwürmer gesammelt und an die auf dem Flachdach vor Bodenfeinden geschützten Jungen verfüttert werden. In Lokstedt findet eine Brut seit einigen Jahren inmitten der Wohnblockzone auf einem dreistöckigen Wohngebäude statt, in St. Pauli besteht Brutverdacht für die Flachdächer großer Markthallen, während die Nahrungssuche sich auf die Rasenfläche des Wilhelm-Koch-Stadions konzentriert.

Im Elbtal brütet der Austernfischer vor allem auf Sekundärstandorten, die in der Struktur seinen ursprünglichen Lebensräumen an der Nordsee ähneln: sandige Aufspülflächen und Hafenbrachen mit schütterer Vegetation, schlickige, sich noch im Betrieb befindende Spülfelder und Baustellen. Im Grünland findet man den Austernfischer als Brutvogel nur ausnahmsweise.

Bestandsentwicklung
Der Austernfischer hat das Stadtgebiet Hamburgs offenbar Ende der 1940er Jahre erstmals besiedelt und war zu Beginn vollständig auf die Elbniederung beschränkt (KLEMP in GARTHE 1996). Seitdem fand eine starke Bestandszunahme und Ausbreitung statt, die bis heute anhält. GARTHE & BRUSTER (1996) weisen insbesondere auf die starke Zunahme von städtischen Dachbruten in den letzten Jahren hin, die sich inzwischen mit der Besiedlung von Brutplätzen auch im Stadtgebiet östlich der Alster weiter fortgesetzt hat.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
108 BP 0,1 BP/km² 10,6 % 81