Nach dem sehr großen Erfolg und diversen TV-Auftritten von Diplombiologe Uwe Westphal mit seiner ersten CD „Vogelexkursion …“, welche wir in ‚hab’ 35 vorstellten, hat sich der vielseitige Stimmen-Imitator angeblich nochmals ins heimische Badezim-mer (oder doch wohl eher ins Studio?) zurückgezogen, um dort – fern von störenden Außengeräuschen (wie z.B. Vogelstimmen …!) – weitere Tierstimmen nachzuahmen und aufzunehmen.

So imitiert Uwe Westphal (www.westphal-naturerleben.de) diesmal naturgetreu 73 Stimmen von heimischen Säugetieren, Vögeln (Anteil etwa ein Drittel auf dieser CD), Amphibien und Insekten – ausschließlich mit Stimmbändern, Zunge und Lippen, also ohne jegliches technische Hilfsmittel. Entstanden ist wiederum ein beeindruckendes Hörerlebnis, welches zudem gut vom Autor erläutert wird und außerdem im 32-seitigen Booklet gedruckt vorliegt. Am eindrucksvollsten sind die komplexen Hörbilder unter-schiedlichster Tierarten, z.B. die „Wiesenvogelkonzerte“, „Auf dem Bauernhof“ oder der „Sommerabend am See“. Vieles ist sehr lehrreich und gerade Vogelkundler können hier oft „weit über den Tellerrand schauen“, vor allem bei den Froschlurchen oder auch den Heuschrecken. Ob jedoch das Erkennen von fliegenden Stechmücken oder Braunbär-Stimmen von praktischem Nutzen sein wird, mag dahingestellt sein (zumal man dem Braunbär dann schon gefährlich nahe kommt …). Doch zeigen auch diese beiden Imita-tionen beispielhaft einerseits die Vielseitigkeit mitteleuropäischer Tierstimmen und an-dererseits die außergewöhnliche Begabung des Autors. Inwieweit Tonträger mit ‚ech-ten’ Tierstimmen nicht besser zum Erlernen geeignet wären, soll hier nicht diskutiert werden. Als Ergänzung zu letzteren und vor allem als Hörgenuss eignet sich die vorge-stellte CD aber allemal: Man nimmt mit den jahrzehntelangen Erfahrungen des Autors teil an einer umfassenden heimischen Naturexkursion! Lediglich die langweilige und altmodische grafische Gestaltung des Covers seitens des Verlages ist zu bemängeln. Ansonsten ist dem AMPLE-Verlag (www.tierstimmen.de) hier aber eine weitere interes-sante Veröffentlichung gelungen.

 

 

 

Jörg Wittenberg