Amüsant und streitbar: Ein Biologe beschreibt seine Altmark, Naturerlebnisse zwischen Heide und Elbe spannend dokumentiert.

 

Direkt an die gerne aufgesuchten Gebiete im Osten des Landkreises Lüchow-Dannenberg in der Gartower Marsch grenzt die Altmark. Wrechow- und Garbepolder sowie die Flächen um Wahrenberg sind Teile der Altmark. 

 

Der Diplombiologe Wolfgang Lippert aus dem Elbe­dörfchen Grieben bei Tangermünde hat wie kein anderer über ein halbes Jahrhundert in der gesamten Altmark von der Garbe bei Schnackenburg bis in die Süd-Altmark beob­achtet und dokumentiert, wie sich die Natur in der Altmark verändert. Ein kleiner Teil seines Wissens kann nun in dem Buch „Warum der Fuchs die Altmark mag“ nachgelesen werden. Der 70jährige Autor öffnet uns in unterhaltsamen und fundierten Geschichten die Augen für die Verletzlichkeit und für die Schönheit der altmärkischen Heimat. 

 

Im Vorwort erinnert Lippert an ein Wort des schwedischen Naturwissenschaftlers und Mediziners Carl von Linné (1707-1778): „In den kleinsten Dingen zeigt die Natur die allergrößten Wunder“. Diese Überzeugung ist das Motto des mit zahlreichen Fotos illustrierten Buches. Lippert lädt uns ein, mit ihm durch die üppige Natur der Altmark zu streifen. Darin liegt der Reiz des Buches. Der langjährige wissenschaftliche Mitarbeiter des Tierparks Berlin hat es zusammen mit dem Rainer-Große-Verlag herausgebracht. Der Journalist Andreas Müller bearbeitete die Texte. 

 

Die amüsante und an Fakten reiche Lektüre kann für manchen Familienausflug Anregungen geben. Der Autor verrät Plätze und Orte, an denen Wunder der Natur zu beobachten sind, ohne Flugreisen buchen zu müssen. Ein Ortsregister und eine Landkarte helfen bei der Orientierung. Im Elbtal zwischen Wahrenberg und Rogätz, auch am Schollener See oder in der Colbitz-Letzlinger Heide war der „altmärkische Biologe“ unterwegs. 

 

Aus seinen faszinierenden Erlebnissen entstanden Geschichten wie „Der schwere Weg der stolzen Adler“ oder „Dr. Kummer und die Gösselgreifer“. In den teils spannenden und streitbaren Texten geht es nicht allein um Tiere und Pflanzen. Der Autor beschreibt zugleich, wie Bauern oder Jäger, Soldaten oder einfach die Leute vom Land mit der Natur umgegangen sind und umgehen. Auf vordergründige Romantik ist Lippert nicht aus. Dafür liefert er uns witzige Pointen, weise Einsichten und immer wieder Aha-Erlebnisse. Er schreibt: „Ich führe Sie zu meinen Lieblingsorten und stelle Ihnen faszinierende Geschöpfe vor, die alle unsere Obhut brauchen“.

 

 

 

Jürgen Dien