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kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

01.05.2009

Tister Bauernmoor

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 3.300 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.500 Revier Besiedelte km² in HH 465 (61%)
Dichte insgesamt 1,3 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI V

 

Charakteristik
Der Grauschnäpper ist ein Halbhöhlenbrüter der Wälder und Siedlungen.

Verbreitung
Die Art zeigt sich recht gleichförmig und ohne große Dichteunterschiede verbreitet. Größere Wälder, das Alte Land, die Vier- und Marschlande und der nördliche Stadtrand sind besonders gleichmäßig besiedelt, während in der baum- und siedlungsarmen Unterelbemarsch, in der Innenstadt und im Hafen nur einzelne Vorkommen existieren.

Lebensraum
Brutplätze befinden sich in Baumhöhlen und an Gebäuden, teilweise in Nistkästen, Rankpflanzen oder auch in alten Amsel- u.ä. Nestern. Singwarten sind oft tote Seitenäste alter Bäume. Typische Vorkommen finden sich am Waldrand, auf Lichtungen bzw. in Gärten oder Grünanlagen mit altem Baumbestand.

Bestandstrend
Der Bestand des Grauschnäppers ist seit den 1980er Jahren rückläufig (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 38 RP, 1997-2000 43 RP, 2007/08 10 RP, Mitschke 2009), hat auch im schleswig-holsteinischen Umland abgenommen (1985-1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.400 RP).

Anmerkungen
Regelmäßige Vorkommen in Kleingärten Anfang des 20. Jahrhunderts (Dietrich 1928) sind weitgehend dem Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten zum Opfer gefallen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsbild des Grauschnäppers ist aufgrund der unregelmäßigen Verteilung und zahlreichen Verbreitungslücken schwierig interpretierbar. Bedeutsame Vorkommen liegen innerhalb des Elbtals in den Dörfern des Alten Landes, in Wilhelmsburg außerhalb des Hafens und in den Dörfern der Vier- und Marschlande. Südlich der Elbe sind auf der Geest Dichtezentren in der Fischbeker Heide sowie den waldnahen und an altem Baumbestand reichen Stadtteilen Harburgs wie Eißendorf erkennbar. Nördlich der Elbe siedelt der Grauschnäpper flächig im Hamburger Westen (Rissen, Klövensteen), Norden (Lemsahl-Mellingstedt bis Duvenstedter Brook) und Nordosten (Volksdorf, Rahlstedt) und damit vor allem in Stadtrandlage. Aber auch in Lurup, Eidelstedt, Stellingen, Niendorf, Langenhorn, Ohlsdorf, Wellingsbüttel, Hummelsbüttel, Horn, Billstedt, Wandsbek und Farmsen sind inselartige Verbreitungsgebiete erkennbar. Schließlich wird auch die innere Stadt lückenhaft besiedelt: Altona, Eimsbüttel, Alter Botanischer Garten, Rotherbaum, Eppendorf, Außenalster, Uhlenhorst, Stadtpark, Dulsberg.
Der Gesamtbestand des Grauschnäppers in Hamburg beträgt 1.450 BP, die Art erreicht eine mittlere Dichte von 1,9 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 60,7 %. Maximale Dichtewerte betragen pro km² insgesamt 8x 10 BP bzw. 11 BP (Neuengamme), auf Probeflächen 2,16 BP/10 ha (PF 18,6 ha, Ochsenwerder) und 2,6 BP/10 ha (PF 27,0 ha, Ochsenwerder).

Lebensraum
In Hamburg ist der Grauschnäpper ein charakteristischer Brutvogel der Dörfer, wo die Art meist ihre höchsten Dichten erreicht (Tab.). Im dicht bebauten Stadtgebiet besiedelt der Grauschnäpper sowohl die Gartenstadt als auch ältere Villenviertel um die Alster. In Hinterhöfen mit altem Baumbestand erreicht die Art auch die Wohnblockzone. Grünanlagen wie Ohlsdorfer Friedhof oder Stadtpark sind nur in geringer Dichte besiedelt, Kleingärten werden teilweise als Lebensraum akzeptiert (z.B. Billbrook). Die Waldflächen in Stadtrandlage sind nur dann dichter besiedelt, wenn sich eine lockere Struktur bietet. Geschlossene Nadelwaldgebiete in den Harburger Bergen werden teilweise ganz gemieden.

Bestandsentwicklung
Der Grauschnäpper ist in den letzten Jahrzehnten aus großen Teilen des Stadtgebietes verschwunden. Arealverluste erstrecken sich dabei gleichmäßig über die bebaute Stadtzone und lassen das heutige, lückige Verbreitungsmuster als ehemals flächendeckend erscheinen. Die Art ist unter Berücksichtigung von Zufallsfunden aus der Zeit seit Anfang der 1960er Jahre aus 15 % ihres ehemaligen Brutareals verschwunden. Die gleiche negative Tendenz zeigt sich bei Analyse von Probeflächenuntersuchungen (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Feuchtgebiete Obstanbau
Grauschnäpper Hektar 1930,4 475,1 539
  Anzahl
Probeflächen
57 16 13
  Reviere 122 20 13
  Stetigkeit 75,4 68,8 61,5
Dichte Median 0,62 0,39 0,23
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,65 0,42 0,28
  Standard-
abweichung
0,57 0,48 0,29

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.450 BP 1,9 BP/km² 60,7 % 463

 

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Männchen

adult

 

 

26.04.2006

Boek / Mueritz

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 1.100 Reviere Besiedelte TK4 70 (88%)
Bestand in Hamburg 400 Revier Besiedelte km² in HH 175 (23%)
Dichte insgesamt 0,5 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,5 Rev./km² Gefährdung RL HH 3, NI V, SH 3

 

Charakteristik
Der Trauerschnäpper brütet im Hamburger Raum v.a. in Nistkästen.

Verbreitung
Die Verbreitung beschränkt sich weitgehend sich auf die Geest, während aus dem Elbtal nur bei reichem Nistkastenangebot (Pagensand, Dörfer der Vier- und Marschlande) Nachweise stammen. Höhere Dichten wurden in den Walddörfern mit dem Wohldorfer Wald sowie im Rüstjer Forst dokumentiert.

Lebensraum
Bevorzugt werden lockere Kiefernwälder besiedelt, daneben findet sich der Trauerschnäpper auch im totholzreichen Laubwald sowie in baumreicher, aufgelockert bebauter Gartenstadt. Bruten in Naturhöhlen sind die Ausnahme.

Bestandstrend
Der Trauerschnäpper hat sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts häufiger als Brutvogel auch in Gärten und Parks etabliert (Dietrich 1928). Inzwischen geht der Bestand seit Jahrzehnten stark zurück und die Art hat sich aus dem inneren Stadtgebiet weitgehend zurückgezogen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 28 RP, 1997-2000 7 RP, 2007/08 0 RP, Mitschke 2009). Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist ein starker Bestandseinbruch dokumentiert (1985-1994 1.300 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 600 RP). In den letzten zehn Jahren scheint sich der Rückgang in Hamburg noch beschleunigt zu haben.

Anmerkungen
Der Rückgang betrifft ganz Nordwesteuropa und wird mit klimatischen Ursachen in Verbindung gebracht.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Trauerschnäpper brütet vor allem in den Waldgebieten der Peripherie: Klövensteen/Rissen (70 BP), Wohldorfer Wald/Duvenstedter Brook (70 BP), Volksdorfer Wald und Umgebung (34 BP) und Harburger Berge (75 BP). Im Stadtgebiet finden sich Vorkommen vor allem im Volkspark, Niendorfer Gehege und Ohlsdorfer Friedhof (zusammen 45 BP). Im Elbtal tritt der Trauerschnäpper nur ganz vereinzelt auf: Kirchdorf, Georgswerder, Rhee, Tatenberg, Ochsenwerder, Billwerder, Kirchwerder. Innenstadtnahe Vorkommen finden sich in Altona am Elbhang und im Stadtpark.
Insgesamt brüten in Hamburg 450 Paare des Trauerschnäppers, was einer mittleren Dichte von 0,6 BP/100 ha entspricht. Die Rasterfrequenz des Trauerschnäppers liegt bei 21,9 %. Pro km² wurden maximale Dichten von 10 BP (Ohlsdorfer Friedhof), 12 BP (Schnaakenmoor) bzw. 15 BP (Hausbruch, Rissen, Klövensteen) ermittelt, auf Probeflächen lagen mit Maximalwerte bei 2,76 BP/10 ha (PF 14,5 ha, Außenmühle) bzw. 3,14 BP/10 ha (PF 25,5 ha, Klövensteen).

Lebensraum
Die höchsten Dichten erreicht der Trauerschnäpper in Hamburg durchweg in Nadelwaldgebieten, wo die Bestände weitgehend vom Angebot künstlicher Nisthöhlen abhängig sind. Fehlen diese, kann sich die Art zumindest im Wirtschaftswald nicht mehr ansiedeln (z.B. Teile der Harburger Berge). Gerne werden lichte Kiefernwälder besiedelt. Innerhalb des bebauten Stadtgebietes ist der Trauerschnäpper weitgehend auf Grünanlagen beschränkt und bevorzugt hier insbesondere Friedhöfe. Diese können teilweise sehr klein sein (z.B. Kirchdorf). In der Gartenstadt tritt die Art dagegen nur sporadisch und offenbar vor allem in der Nachbarschaft dichter besiedelter Waldgebiete auf (Rissen, Walddörfer). In den Dörfern des Elbtals fehlt er dagegen im Alten Land komplett und in den Vier- und Marschlanden weitestgehend. Auch Kleingartenanlagen werden trotz großem Nistkastenangebot nicht besiedelt.

Bestandsentwicklung
Der Trauerschnäpper ist innerhalb der letzten Jahrzehnte im Stadtgebiet Hamburgs noch stärker zurückgegangen als der Grauschnäpper. Insgesamt hat die Art zwischen 1965 und 1995 knapp 35 % ihres ehemaligen Areals verloren, wobei sowohl Teile größerer Grünanlagen (Stadtpark, Ohlsdorfer Friedhof) als auch weite Bereiche der Gartenstadt betroffen waren. Bis 1955 war der Trauerschnäpper sogar Brutvogel des Alten Botanischen Gartens. Aber auch in einigen naturnahen Lebensräumen wie dem Heuckenlock fehlt die Art inzwischen.

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
450 BP 0,6 BP/km² 21,9 % 167

 

 Hat jemand ein schönes Bild eines Zwergschnäppers und ist bereit es an dieser Stelle kostenfrei für uns zur Verfügung zu stellen?

Dann bitte einfach an andreas(at)giesenberg.de senden.

Vielen Dank.

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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 12 Reviere Besiedelte TK4 8 (10%)
Bestand in Hamburg 1 Revier Besiedelte km² in HH 1 (0,1%)
Dichte insgesamt 0,01 Rev./km² Trend schwankend
Dichte in Hamburg 0,00 Rev./km² Gefährdung RL NI R, SH 3

 

Charakteristik
Der Zwergschnäpper ist ein unsteter Bewohner strukturreicher Laubwälder.

Verbreitung
Das einzige in den meisten Jahren besetzte Brutgebiet des Zwergschnäppers im Hamburger Raum befindet sich im Sachsenwald. Einigermaßen regelmäßig taucht die Art auch im Wohldorfer Wald auf. Sporadische Vorkommen betrafen in den letzten Jahren Rissen, den Volksdorfer Wald, das Gülzower Holz und die Hahnheide.

Lebensraum
Gesangsplätze befinden sich fast immer in Buchenwäldern, gerne in der Nähe von Kleingewässern und mit freiem Stammraum.

Bestandstrend
Erste Hinweise auf ein Vorkommen der Art stammen aus den 1870er Jahren, bevor die Art Anfang der 1920er Jahre erstmals im Sachsenwald sicher nachgewiesen werden konnte (Dietrich 1928). In Hamburg blieb das Vorkommen immer sporadisch und auf niedrigem Niveau (Ende der 1970er Jahre 1 RP, Anfang der 1990er Jahre 2-5 RP, 1997-2000 6 RP, 2006 3 RP; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007), im schleswig-holsteinischen Umland ging der Bestand in den letzten 25 Jahren deutlich zurück (1985-1994 71 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 11 RP).

Anmerkungen
Das Vorkommen im Hamburger Raum befindet sich mehr als 500 km westlich des geschlossenen Verbreitungsgebietes in Brandenburg.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Zwergschnäpper war in Hamburg schon immer ein seltener Brutvogel am Westrand seines Verbreitungsgebietes. Regelmäßig ist nur der Wohldorfer Wald von 2-3 BP besetzt, während der Kartierperiode gelang lediglich an den Rissener Fischteichen ein weiterer Nachweis noch Anfang Juni.

Lebensraum
In Hamburg sind fast ausschließlich Buchenwälder Bruthabitat. Gerne werden Bestände mit eingelagerten Kleingewässern besiedelt, was auch für den Gesangsplatz an den Rissener Fischteichen zutrifft.

Bestandsentwicklung
Ehemals ebenfalls über mehrere Jahre besetzte Brutgebiete waren Hirschpark, Harburger Berge und die Oberalster in Wellingsbüttel. Aus anderen Gebieten wurden in einzelnen Jahren brutverdächtige Vorkommen gemeldet (Blankenese, Niendorfer Gehege, Außenmühlenteich). Unberücksichtigt blieben dabei kurzzeitige Beobachtungen von Sängern im Mai, die meist umherstreifende, oft einjährige und unverpaarte Männchen betreffen. Insgesamt ist von einem leichten Rückgang der Bestände auszugehen, dessen Ursachen sicher überregionale Zusammenhänge haben. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
6 BP 0,0 BP/km² 0,8 % 6

 

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Federkleid

 

 

Datum

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adult

 

 

04.05.2012

Wiselka See / Polen

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 10 Reviere Besiedelte TK4 9 (11%)
Bestand in Hamburg 6 Reviere Besiedelte km² in HH 6 (1%)
Dichte insgesamt 0,00 Rev./km² Trend unverändert
Dichte in Hamburg 0,01 Rev./km² Gefährdung RL HH R, SH V

 

Charakteristik
Der Sprosser kommt in Hamburg an seiner südwestlichen Arealgrenze vor.

Verbreitung
Vorkommen konzentrieren sich daher im Nordosten des Berichtsgebietes in Stormarn und erreichen in Hamburg in einzelnen Jahren den Duvenstedter Brook sowie das Stellmoorer Tunneltal bzw. den Höltigbaum. Weitere Nachweise stammen aus dem Achtermoor und Allermöhe.

Lebensraum
Der Sprosser bewohnt feuchtes Gebüsch und kommt im Hamburger Raum an und in Feuchtgebieten, aber auch in breiten Hecken und Knicks vor.

Bestandstrend
Erste Hinweise auf ein spärliches Vorkommen nordöstlich von Hamburg stammen aus dem späten 19. Jahrhundert (Dietrich 1928). An diesem Status hat sich bis heute kaum etwas verändert (Bestandsangaben für Hamburg: Ende der 1970er Jahre „wenige“ RP, Anfang der 1990er Jahre 0-4 RP, 1997-2000 8 RP, Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001).

Anmerkungen
In einzelnen Jahren tauchen Sänger auch im Westen des Hamburger Berichtsgebietes (Pagensand, Moorgürtel) auf, bleiben aber wohl meist unverpaart und können sich nicht dauerhaft etablieren.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Hamburg liegt westlich des regelmäßig durch den Sprosser besiedelten Brutareals und wird daher nur in einzelnen Jahren erreicht. Aktuelle Nachweise stammen aus dem Stellmoorer Tunneltal, Höltigbaum, Achtermoor, Duvenstedter Brook, von der Ammersbek nördlich des Wohldorfer Waldes und aus Allermöhe. Diese Nachweise konzentrieren sich deutlich auf den nordöstlichen Stadtrand. Der Bestand liegt pro Jahr zwischen 0 und 4 Sängern, wobei Brutnachweise bisher nur selten gelangen und in den meisten Fällen wohl nur unverpaarte Männchen auftreten.

Lebensraum
Besiedelt werden in Hamburg vor allem feuchte Gebüschzonen. Dabei ist über die Jahre eine Bevorzugung von Gebieten wie Reit, Heuckenlock, Duvenstedter Brook oder Achtermoor festzustellen, die immer wieder für Einzeljahre neu besiedelt werden. Hier wird der vergleichsweise hohe Anspruch des Sprossers an reich strukturierte, halboffene Landschaften in Gewässernähe deutlich.

Bestandsentwicklung
GARTHE & MITSCHKE (1994) gehen von einer leichten Bestandszunahme innerhalb der letzten 30 Jahre aus. Deutlich wird eine zunehmende Regelmäßigkeit im Auftreten seit den 1980er Jahren. Die Darstellung der bisherigen Vorkommen von 1960 bis 1990 soll die regionale Verteilung der Vorkommen verdeutlichen und kann bei dieser sporadisch auftretenden Art kein Ausdruck eines Bestandstrends sein. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
8 BP 0,0 BP/km² 1,0 % 8

 

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Datum

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Pärchen

adult

 

 

29.04.2014

Bullenbruch

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 170 Reviere Besiedelte TK4 45 (56%)
Bestand in Hamburg 30 Reviere Besiedelte km² in HH 22 (3%)
Dichte insgesamt 0,07 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,04 Rev./km² Gefährdung RL HH 1, NI 2, SH 3

 

Charakteristik
Das Braunkehlchen war bis vor wenigen Jahren ein typischer Bewohner der Weg- und Grabenränder im extensiv bewirtschafteten Feuchtgrünland.

Verbreitung
Die Art ist sporadisch verbreitet und findet sich vor allem zwischen Buxtehude und Neugraben, in der Oberalsterniederung, nördlich des Sachsenwaldes sowie in der Winsener Marsch. Aus den schleswig-holsteinischen Unterelbemarschen und den Vier- und Maschlanden existieren nur vereinzelte Reviernachweise, das Stadtgebiet und weite Teile der Geest sind nicht besiedelt.

Lebensraum
Braunkehlchen bewohnen feuchtes Grünland oder offene Brachflächen. Typisch sind Vorkommen entlang von Wegrändern und Gräben, wo das Nest in Hochstaudenvegetation versteckt angelegt werden kann und Zaunpfähle als Sitzwarte dienen. Bevorzugt werden beweidete Flächen.

Bestandstrend
Das Braunkehlchen galt Anfang des 20 Jahrhunderts als verbreitet und häufig (Dietrich 1928). Die Bestände gehen spätestens seit den 1960er Jahren zurück, wobei sich der Trend in den letzten 10-15 Jahren verstärkt zu haben scheint (HH: Anfang der 1990er Jahre 100-120 RP, 1997-2000 100 RP, 2006 50 RP; Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007).

Anmerkungen
Die Ursachen des Bestandszusammenbruchs in ganz Nordwesteuropa dürften v.a. überregionaler Natur und außerhalb der Brutgebiete zu suchen sein. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitung des Braunkehlchens zeigt zwei Schwerpunkte im Moorgürtel (24 BP) und in den Vier- und Marschlanden (38 BP, v.a. Neuengamme und Altengamme). Daneben sind im Elbtal während der Kartierungsperiode Vorkommen in Hausbruch, im Hafen auf der Hohen Schaar und in Georgswerder (Mülldeponie), in Neuland, auf der Billwerder Insel und in der Boberger Niederung (zusammen 15 BP) ermittelt worden. Auf der Geest tritt die Art nur im Wittmoor (3 BP), im Raum Wohldorf-Ohlstedt/Duvenstedter Brook (9 BP) und im Stellmoorer Tunneltal/Höltigbaum (3 BP) auf. Der Brutbestand in Hamburg beträgt 100 Paare, was einer mittleren Dichte von 0,1 Rev./100 ha entspricht. Dabei erreicht das Braunkehlchen eine Rasterfrequenz von 7,7 %. Auf 100 ha wurden maximal 6 Rev. in Altengamme bzw. 5 Rev. im Fischbeker Moor kartiert.

Lebensraum
Das Braunkehlchen ist stark auf grundwassernahe Grünlandstandorte angewiesen. Dabei werden beweidete Teilflächen mit niedriger Vegetation deutlich bevorzugt. Hier kann die Art von Sitzwarten wie Koppelzäunen oder einzelnen Hochstauden aus Insekten am Boden erbeuten. In den Vier- und Marschlanden ist der strukturreiche Gehölz- und Ruderalstreifen der Wasserwerke in Altengamme besonders attraktiv, im Moorgürtel die Hinterdeichswiesen, die extensiv mit Rindern beweidet werden. Abweichend von diesem Schema sind Brutplätze auf Ruderalstandorten im Hafen. Hier finden sich Einzelvorkommen auf schütter bewachsenen alten Spülflächen der Hohen Schaar bzw. auf dem inzwischen rekultivierten Gelände des Müllberges in Georgswerder.

Bestandsentwicklung
Das Braunkehlchen hat zwischen 1960 und 1990 40 % seines ehemaligen Brutareals in Hamburg verloren. Nur noch ganz sporadisch ist die Rissen-Sülldorfer Feldmark besiedelt, Anfang der 1970er Jahre erloschen sind Vorkommen in der Kollauniederung und in der Hummelsbütteler Feldmark. In den 1980er Jahren sind außerdem einige Brutplätze im Elbtal (Westerweiden, Hausbruch, Moorburg, Neuland, Moorfleet) verwaist. Auch in den letzten Verbreitungsschwerpunkten wie dem Moorgürtel geht die Art aktuell weiter zurück (MITSCHKE et al. 1999). Das Braunkehlchen ist in Hamburg stark gefährdet.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
100 BP 0,1 BP/km² 7,9 % 60

 

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Datum

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Männchen

 

 

 

03.04.2015

NSG Moore bei Buxtehude

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 240 Reviere Besiedelte TK4 39 (49%)
Bestand in Hamburg 120 Reviere Besiedelte km² in HH 56 (7%)
Dichte insgesamt 0,1 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 0,2 Rev./km² Gefährdung -

 

Charakteristik
Das Schwarzkehlchen hat sich innerhalb weniger Jahre stark ausgebreitet.

Verbreitung
Die Einwanderung in den Hamburger Raum erfolgte von (Süd)Westen her, wo sich in den niedersächsischen Elbmarschen zwischen Stade und Neugraben die höchsten Dichten finden. Die Ausbreitung hat inzwischen auch das Stromspaltungsgebiet, die Vier- und Marschlande und die Winsener Marsch erreicht. Außerdem hat sich in der Oberalsterniederung und im Duvenstedter Brook ein zweiter Schwerpunkt des Vorkommens ausgebildet.

Lebensraum
Besiedelt sind vor allem Grünlandniederungen und Moore, in denen die Reviere entlang von Wegen und Grabenrändern in Hochstaudensäumen zu finden sind. Auch Trockenstandorte wie die Fischbeker Heide sind besiedelt, wobei einzelne Bäume gerne als Singwarte genutzt werden.

Bestandstrend
Für Hamburg lässt sich die Bestandszunahme wie folgt in Zahlen fassen: Ende der 1970er Jahre 2-3 RP, Anfang der 1990er Jahre 0-2 RP, 1997-2000 40 RP, 2006 60 RP, 2012 120 RP; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007). Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist eine deutliche Zunahme dokumentiert (1985-1994 2 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 35 RP).

Anmerkungen
Die rasche Einwanderung hat überwiegend überregionale Ursachen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Brutgebiet des Schwarzkehlchens in Hamburg beschränkt sich auf den Süderelberaum. Im Moorgürtel hat sich beginnend mit einem Brutpaar 1993 innerhalb weniger Jahre einen Brutbestand aufgebaut, der während der Kartierperiode von 1997 bis 2000 schon 30 Paare umfasste. Eine Erfassung auf 960 ha Grünland im Moorgürtel im Jahre 2000 ergab 36 Reviere, zusammen mit weiteren Vorkommen nördlich der Moorwettern und in Hausbruch bzw. Moorburg dürfte der Bestand aktuell 40-45 Paare betragen.

Lebensraum
Das Schwarzkehlchen ist eng an reich strukturierte Grünlandflächen gebunden und bevorzugt hier Wegränder, Ruderalflächen, Brombeerhecken und Grünland mit Sitzwarten, meist in Form von Koppelpfählen. Im Vergleich zum Braunkehlchen werden auch trockenere Habitate entlang der sandigen Wege besiedelt. Auch scheint die Empfindlichkeit gegenüber Störungen geringer zu sein. Innerhalb des Obstgürtels im Alten Land tritt die Art auf den eingestreuten Grünlandflächen auf.

Bestandsentwicklung
Die schnelle Bestandszunahme in den 1990er Jahren ist Teil einer von Südwesten ausgehenden Ausbreitungswelle der Art und wurde vergleichbar auch in den Nachbarländern festgestellt (BRUNS & BERNDT 1999, PFEIFER 2000). Die Süderelbemoore erwiesen sich dabei als besonders geeignetes Brutgebiet, nachdem in den vergangenen Jahrzehnten hier nur einzelne Paare nicht alljährlich brüteten. Aktuell bildete sich hier in den Wintern 1999/2000 und 2000/2001 eine Überwinterungstradition aus. Schon vor langer Zeit erloschen sind dagegen Brutvorkommen einzelner Paare in Rissen (zuletzt 1950) und der Fischbeker Heide. Brutvorkommen zwischen Neuwiedenthal und Hausbruch verwaisten Mitte der 1970er Jahre nach Überbauung der Flächen. In Altenwerder und Moorburg sind ehemals regelmäßig besetzte Vorkommen inzwischen ebenfalls durch Hafenerweiterung zerstört oder nur noch sporadisch besetzt.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
40 BP 0,0 BP/km² 2,1 % 16

 

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Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

Prachtkleid

 

 

23.05.2015

S'Albufera / Mallorca

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 630 Reviere Besiedelte TK4 61 (76%)
Bestand in Hamburg 370 Reviere Besiedelte km² in HH 181 (24%)
Dichte insgesamt 0,3 Rev./km² Trend wieder zunehmend
Dichte in Hamburg 0,5 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI 3, SH 3

 

Charakteristik
Die Nachtigall erreicht in Hamburg die westliche Grenze ihrer Verbreitung in Norddeutschland.

Verbreitung
Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im Elbtal in den Vier- und Marschlanden, bei Geesthacht mit der Schleuseninsel sowie in der Winsener Marsch. Die Art erreicht von Waltershof bis Moorburg die Westgrenze ihres geschlossenen Verbreitungsgebietes. Auf der Geest erstreckt sich von der Oberalsterniederung und Stormarn und rund um den Sachsenwald bis Geesthacht ein geschlossenes Verbreitungsgebiet. An der Unterelbe, im Kreis Pinneberg und im Stadtinneren Hamburgs existieren nur sporadische Vorkommen.

Lebensraum
Die Nachtigall brütet in dichtem Gebüsch, vor allem an Wegen, Gewässerufern oder Waldrändern.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war die Nachtigall in Hamburg bis in die Stadt weit verbreitet (Dietrich 1928). Spätestens in den 1960er Jahren gingen viele Vorkommen verloren (Mitschke & Baumung 2001), die Angabe von 40-60 RP Ende der 1970er Jahre (Holzapfel et al. 1982) dürfte den Bestand allerdings unterschätzt haben. In den letzten Jahren haben die Bestände leicht zugenommen.

Anmerkungen
Brutplätze in Grünanlagen sind in den letzten Jahrzehnten oft durch die Entfernung von Gebüsch verloren gegangen. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Nachtigall besiedelt bevorzugt das Elbtal und insbesondere die Boberger Niederung, Reitbrook und die Vier- und Marschlande. Auf der Geest sind nur vereinzelte Vorkommen besetzt: Rissen, Südrand der Osdorfer Feldmark, Eidelstedter Feldmark, Kollauniederung, Eißendorf, Außenmühle, Eppendorfer Moor, Wilstorf, Hummelsbütteler Feldmark, Bramfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Billstedt, Rahlstedt, Duvenstedter Brook, Stapelfelder Moor und Höltigbaum. Zusammen siedeln hier 30 BP von insgesamt 350 Paaren in Hamburg.
Mehr als 5 Reviere pro 100 ha werden in 11 Rastern erreicht. Maximal wurden je 9 Sänger an der Alten Süderelbe/Altenwerder und an der Gose Elbe/Kirchwerder ermittelt. Mit Ausnahme der Rhee/Wilhelmsburg liegen alle weiteren dieser dicht besiedelten Gebiete in den Vier- und Marschlanden. Auf Probeflächen wurden Dichten bis zu 1,47 BP/10 ha (PF 27,5 ha, Boberger Niederung), 1,66 BP/10 ha (PF 30,2 ha, Moorburg) bzw. 1,94 BP/10 ha (PF 25,8ha, Rhee) erreicht. Insgesamt erreicht die Nachtigall eine mittlere Dichte von 0,5 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 21,2 %.

Lebensraum
Bevorzugt besiedelt werden Gebüschstrukturen in der halboffenen Landschaft. Typische Lebensräume mit höheren Dichten sind gehölzgesäumte Wegränder in den Vier- und Marschlanden (Kirchwerder, Neuengamme, Altengamme) und auwaldähnliche, meist durch Weidengebüsche dominierte Flächen z.B. an der Alten Süderelbe, im Achtermoor oder Heuckenlock. Diese Lebensraumbeschreibung trifft auch auf eines der letzten städtischen Vorkommen im Eppendorfer Moor zu. Mehrere Sänger fanden sich innerhalb der Autobahn-Abfahrt Waltershof oder in Lärmschutzpflanzungen an der A1 südlich des Kreuzes HH-Ost. In Wilhelmsburg wurden Gesangsplätze innerhalb der bebauten Zone und teilweise in kleinsten Parkanlagen zwischen Wohnblocks besiedelt. Entscheidend für das Vorkommen ist hier offenbar die Schutz bietende, dichte Struktur der Gebüsche.

Bestandsentwicklung
Die Nachtigall hat in den letzten Jahrzehnten in Hamburg deutliche Bestandsrückgänge erlitten. Dafür sind offenbar verschiedene Gründe verantwortlich. Zum einen sind bis Mitte der 1970er Jahre regelmäßig besetzte Vorkommen in Grünanlagen wie Stadtpark und Ohlsdorfer Friedhof (bis Ende der 1960er Jahre) verwaist. Dafür wurden verschiedentlich die durch Pflegemaßnahmen veränderten Gehölzstrukturen verantwortlich gemacht (THYE 1995, WITT 1996). Aber auch der gestiegene Nutzungsdruck mit der großen Zahl freilaufender Hunde dürfte für diesen gerne am Boden Nahrung suchenden Vogel negative Folgen gehabt haben. Daneben sind vor allem im Oberalsterraum und in Harburg zahlreiche Vorkommen durch das Schließen von Baulücken verschwunden. Ein weiterer Grund für eine Bestandsabnahme scheint in einem allgemeinen Arealschwund zu liegen, der die westlichen Teile Hamburgs betrifft. So sind fast alle teilweise jahrzehntelang besetzten Vorkommen in den Elbparks erloschen. Das trifft auch auf Brutplätze in Finkenwerder und im Moorgürtel zu, die in offenbar unveränderten Lebensräumen im Laufe der 1980er Jahre aufgegeben wurden. Insgesamt sind in der Zeit von 1960 bis 1990 rund 35 % aller Vorkommen erloschen.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
350 BP 0,5 BP/km² 21,2 % 162

 

Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

 juvenil

 

 

28.06.2015

Neu Wulmstorf

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 3.600 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.200 Reviere Besiedelte km² in HH 544 (71%)
Dichte insgesamt 1,5 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 2,9 Rev./km² Gefährdung -

 

Charakteristik
Der Hausrotschwanz ist stark an menschliche Siedlungen gebunden.

Verbreitung
Die Art ist weit verbreitet, wobei die Schwerpunkte in den Dörfern im Elbtal und im Hamburger Hafen liegen. Wohnblockzone und Gartenstadt sind vereinzelt besiedelt, siedlungsarme Agrarlandschaften in den schleswig-holsteinischen Unterelbemarschen sowie auf der Geest in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg weisen geringe Dichten auf.

Lebensraum
Besiedelt werden vor allem offene, vegetationsarme Siedlungs- und Gewerbeflächen, v.a. die Industrie- und Kaianlagen im Hamburger Hafen, Neubaugebiete mit anfangs offenen Brachflächen und Dörfer.

Bestandstrend
Der Hausrotschwanz hat sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg ausbreiten können (Dietrich 1928). Sein Bestandsmaximum dürfte er nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er und 1960er Jahren erreicht haben (Trümmergrundstücke, starke Bautätigkeit). Für die letzten 25 Jahre lässt sich kein eindeutiger Trend erkennen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 78 RP, 1997-2000 143 RP, 2007/08 99 RP, Mitschke 2009), auch im schleswig-holsteinischen Umland blieb das Vorkommen konstant (im Vergleich zu Berndt et al. 2002).

Anmerkungen
Brutplätze sind auch in der City regelmäßig besetzt (Staatsoper, Neue Post), teils mit bis zu 100jähriger Tradition. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Hausrotschwanz zeigt ein lückenhaftes Verbreitungsbild mit Schwerpunkten in den landwirtschaftlich geprägten Siedlungen des Alten Landes (160 BP) und den Vier- und Marschlanden (320 BP), der City, dem Hafen Hamburgs (430 BP) und in den dicht bebauten Hafen-, Gewerbe- und Altstadtzonen in Harburg (130 BP). Im Stadtgebiet nördlich der Elbe sind weitere Konzentrationen in Iserbrook, Altona und Bramfeld/Steilshoop erkennbar. Nicht oder kaum besiedelt werden geschlossene Waldgebiete, offenes Grünland und weite Teile der Gartenstadt. Insgesamt brüten 2.350 Paare in Hamburg, der Hausrotschwanz erreicht eine Rasterfrequenz von 69,9 %. Die großflächige mittlere Siedlungsdichte beträgt 3,1 BP/100 ha, pro km² brüteten bis zu 15 (Cranz, Harburg) bzw. 17 Paare (Peute). Die maximalen Dichten auf Probeflächen betrugen 3,08 Rev./10 ha (PF 26 ha, Veddel/Peute), 3,36 Rev./10 ha (PF 23,8 ha, Hansahafen) und 3,60 Rev./10 ha (PF 11,1 ha, Sinstorf, Langenbek).

Lebensraum
Die höchsten Dichten werden in Dörfern, der City und Industrieflächen (v.a. im Hafen) erreicht (vgl. Tab.). Geeignete Nistplätze finden sich hier an landwirtschaftlichen Gebäuden im Alten Land und den Vier- und Marschlanden, Kaianlagen und Schuppen im Hafen sowie Altbausubstanz in Altona, der City oder Harburg. Die Art gehört auf den modernen Containerstellflächen zu den dominanten Vogelarten und besiedelt hier Lampenmasten und auch Lücken in länger nicht bewegten Containerstapeln. Für die Nahrungssuche werden schütter bewachsene oder vegetationsarme Ruderalflächen benötigt. In der Gartenstadt sind Zonen, in denen die baumarme und offene Struktur mit häufiger Nutzung des Gartens für Gemüseanbau erhalten geblieben ist, besetzt (Neugraben, Eidelstedt, Lurup). Je mehr die Grundstücke als Ziergärten genutzt und durch Bäume (häufig Koniferen) beschattet werden, desto ungeeigneter sind sie als Lebensraum für den Hausrotschwanz.

Bestandsentwicklung
In der Gartenstadt verstärkt sich die Tendenz der Umwandlung von Nutz- in Ziergärten (vgl. oben). Gleichzeitig wurden Nahrungsflächen überbaut oder begrünt. In den Neubaugebieten der 1960er und 1970er Jahre war der Hausrotschwanz Pionierbesiedler und verschwand nach wenigen Jahren meist wieder. Insgesamt hat der Bestand der Art in Hamburg in den letzten 40 Jahren wohl leicht abgenommen. Aufgrund der ausgeprägt frühmorgentlichen Gesangsgipfels (BÖRNER et al. 1999) ist die Bestandsangabe für Hamburg als Mindestzahl anzusehen.

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Garten-
stadt
Dorf Obstanbau
Hausrotschwanz Hektar 219,3 2667,1 2275,4 5430,2 1930,4 539
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 196 57 13
  Reviere 21 298 72 163 179 17
  Stetigkeit 87,5 90,1 47,5 42,9 89,5 61,5
Dichte Median 1,05 1,11 0,00 0,00 0,85 0,30
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,01 1,14 0,30 0,34 0,97 0,34
  Standard-
abweichung
0,55 0,71 0,41 0,64 0,69 0,32

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.350 BP 3,1 BP/km² 70,0 % 534

 

Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

adult

 

 

30.06.2015

NSG Die Reit

Sven Baumung

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 2.700 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.500 Reviere Besiedelte km² in HH 503 66%)
Dichte insgesamt 1,1 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI 3

 

Charakteristik
Der Gartenrotschwanz ist ein im Bestand rückläufiger Halbhöhlenbrüter.

Verbreitung
Die Art ist im gesamten Berichtsgebiet verbreitet, kommt aber nur in Teilen des Alten Landes, in Wilhelmsburg und den Vier- und Marschlanden sowie am nördlichen Stadtrand mit dem Duvenstedter Brook und dem Höltigbaum in höheren Dichten vor. Nur vereinzelt wurde die Art in weiten Teilen des Kreises Pinneberg, in den innerstädtischen Teilen Hamburgs, im Einzugsbereich großer Fichtenwälder (Harburger Berge, Teile des Sachsenwaldes) und zwischen Sachsenwald und Geesthacht festgestellt.

Lebensraum
Bevorzugte Lebensräume sind Dörfer mit altem Baumbestand und Kleingärten, wobei alte Obstbäume hier wie auch im Alten Land besonders attraktive Lebensraumelemente sind. Vorkommen sind auch in lockeren, etwas durchsonnten Wäldern und Feldgehölzen nicht selten.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts galt der Gartenrotschwanz als „überall so häufig, dass weitere Angaben über sein Vorkommen sich erübrigen“ (Dietrich 1928). Langfristig sind die Bestände stark zurückgegangen (z.B. 38 km² Stadtkorridor: 1982/83 66 RP, 1997-2000 43 RP, 2007/08 11 RP, Mitschke 2009). In den letzten zehn Jahren scheint sich das Vorkommen leicht zu stabilisieren.

Anmerkungen
Die Art leidet unter dem Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Im Stadtbereich findet sich der Gartenrotschwanz vor allem in Kleingärten in Alsterdorf, Groß Borstel, am Rübenkamp und in Billbrook. Eine geschlossene Verbreitung wird auch von Langenhorn über Poppelbüttel bis in die Walddörfer erreicht. Dicht besiedelt sind im Elbtal Wilhelmsburg, das Alte Land und die durch dörfliche Siedlungsstruktur dominierten Teile der Vier- und Marschlande. Auf der Geest sind außerdem der Klövensteen im Westen und Volksdorf sowie Rahlstedt mit dem Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum im Osten erwähnenswert. Im inneren Stadtgebiet finden sich Einzelvorkommen in Eimsbüttel, Hoheluft, Eppendorf, am Eppendorfer Mühlenteich, in St. Georg und im Stadtpark.
Der Brutbestand des Gartenrotschwanzes in Hamburg beträgt 1.450 Paare, was einer mittleren Dichte von 1,9 Rev./100 ha entspricht. Die Art erreicht eine Rasterfrequenz von 63,0 %. Die höchsten Dichten pro 100 ha werden in Wilhelmsburg und im Wittmoor bzw. Lemsahl-Mellingstedt erreicht, maximal wurden 15 BP pro km² in Schnelsen gezählt. Auf Probeflächen lagen die maximalen Dichten bei 3,2 BP/10 ha (PF 34,8 ha, Georgswerder) bzw. 3,9 BP/10 ha (PF 10,3 ha, Wohldorf).

Lebensraum
Nennenswerte Siedlungsdichten erreicht der Gartenrotschwanz nur in den Dörfern und Kleingärten (vgl. Tab.), während die Obstanbauflächen selbst weitgehend gemieden wird. Lokal werden außerdem hohe Dichten in der halboffenen Landschaft mit Einzelbäumen und Waldrändern erreicht: Fischbeker Heide, Rissen-Sülldorfer Feldmark, Wittmoor, Höltigbaum, Boberger Niederung. Vereinzelt werden im Hamburger Hafen Standorte besiedelt, die typische Habitate des Hausrotschwanzes darstellen.

Bestandsentwicklung
Der Gartenrotschwanz gehört im inneren Stadtbereich Hamburgs zu den Arten mit den stärksten Arealverlusten zwischen 1960 und 1990. Noch in den 1960er Jahren war das bebaute Stadtgebiet weitgehend flächendeckend durch den Gartenrotschwanz besiedelt. Seit Anfang der 1960er Jahre hat der Gartenrotschwanz in Hamburg 20% seines Brutgebietes verloren. Regionale Schwerpunkte liegen in Nienstedten, Groß Flottbek, im gesamten innerstädtischen Raum, Barmbek und von Bramfeld bis nach Wellingsbüttel. Die Konzentration der Rückgänge auf den inneren Stadtbereich lässt Ursachen im Brutgebiet und nicht die Veränderungen im Überwinterungsgebiet (BERNDT & WINKEL 1979, BRUDERER & HIRSCHI 1984) wahrscheinlich werden. Allerdings sind auch in Teilen der Harburger Berge und damit außerhalb des Siedlungsraums Vorkommen erloschen. Auch auf Basis von Probeflächenuntersuchungen in den 1960er und 1990er Jahren zeigt sich eine signifikante Bestandsabnahme mit Verlusten von 80% (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   Klein-
gärten
Dorf
Hausrotschwanz Hektar 457,6 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
19 57
  Reviere 22 67
  Stetigkeit 57,9 57,9
Dichte Median 0,36 0,26
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,51 0,34
  Standard-
abweichung
0,57 0,50

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.450 BP 1,9 BP/km² 63,0 % 481