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Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

adult

 

 

28.06.2015

NSG Finkenwerder Süderelbe

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 1.400 Reviere Besiedelte TK4 70 (88%)
Bestand in Hamburg 830 Reviere Besiedelte km² in HH 253 (31%)
Dichte insgesamt 0,6 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 1,1 Rev./km² Gefährdung  RL NI V

 

Charakteristik
Der Girlitz ist ein Charaktervogel der Obstanbauflächen und Dörfer im Elbtal.

Verbreitung
Die Art zeigt mit dem Alten Land und den Vier- und Marschlanden zwei Verbreitungsschwerpunkte. Auch Teile Harburgs, Wilhelmsburgs und von Neuland sind regelmäßig besiedelt. Auf der Geest nördlich der Elbe findet sich die Art dagegen mit Ausnahme eines Restvorkommens von Stellingen bis Alsterdorf nur noch sehr sporadisch.

Lebensraum
Die wichtigsten Lebensräume sind die Obstanbauflächen des Alten Landes sowie dort und in den Vier- und Marschlanden die Straßendörfer mit Bauerngärten und reichem Angebot an Koniferen. Außerdem bewohnt der Girlitz stellenweise noch die Gartenstadt, Wohnblockzone und Kleingärten.

Bestandstrend
Der Girlitz hat den Hamburger Raum in den 1920er Jahren besiedelt (Dietrich 1928) und in den 1950er/1960er Jahren seine weiteste Verbreitung erreicht (Mitschke & Baumung 2001). Anschließend begann ein Bestandsrückgang, der zur weitgehenden Aufgabe der städtischen Brutgebiete führte (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 52 RP, 1997-2000 17 RP, 2007/08 1 RP, Mitschke 2009).

Anmerkungen
Die Vorkommen im Hamburger Raum befinden sich am nordwestlichen Arealrand der Art. Unklar sind die Gründe für den Rückzug aus den städtischen Brutgebieten.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

VERBREITUNG UND BESTAND
Die Verbreitung des Girlitz konzentriert sich auf das Elbtal. Hier verteilt sich das Vorkommen auf das Alte Land (260 BP), den südlichen Geestrand bis in den Harburger Hafen (80 BP), Wilhelmsburg (25 BP) und die Vier- und Marschlande (300 BP). Auf der Geest sind nur wenige Vorkommen vor allem im Harburger Stadtgebiet (30 BP), Lokstedt, Stellingen, Eppendorf, Groß Borstel, Alsterdorf (zusammen 30 BP) sowie Langenhorn (12 BP) erhalten geblieben. Insgesamt brüten 85 Paare auf der Geest und 695 Paare in der Marsch.

Der Brutbestand von 780 Paaren entspricht einer mittleren Dichte von 1,0 BP/100 ha und verteilt sich mit einer Rasterfrequenz von 29,6 %. Maximale Dichten pro km2 wurden in Neuengamme mit 16 BP und in Neuenfelde mit 20 BP ermittelt. Auf Probeflächen wurden dabei bis zu 2,26 BP/10 ha (PF 31,0 ha, Neuengamme) bzw. 2,38 BP/10 ha (PF 42,0 ha, Neuenfelde) festgestellt.

LEBENSRAUM
Die höchsten Dichten erreicht der Girlitz in den Dörfern des Alten Landes und der Vier- und Marschlande, wobei im Alten Land auch die angrenzenden Obstplantagen regelmäßig besetzt sind und hier auf den benachbarten Spülfeldern die einzigen wohl alljährlich besetzten Überwinterungsquartiere der Art liegen. Entlang des Geestrandes, im Harburger Stadtgebiet, in Wilhelmsburg und in den meisten Fällen nördlich der Elbe spielen Kleingärten eine entscheidende Rolle für die Existenz des Girlitz. Nur noch in wenigen Fällen wird die Gartenstadt besiedelt.

BESTANDSENTWICKLUNG
Der Girlitz ist 1912 erstmals in Hamburg nachgewiesen worden (MULSOW 1980). Bis in die 1950er und 1960er Jahre hatte die Art das Stadtgebiet relativ gleichmäßig besiedelt. Schon Ende der 1960er Jahre setzte dann offenbar ein Bestandsrückgang ein, der bis heute anhält und zum Verlust von rund 40 % des ehemals besiedelten Areals geführt hat. Diese Bestandsrückgänge betreffen fast ausschließlich Brutplätze auf der Geest. Dabei ist der Girlitz vor allem aus der Wohnblockzone, Gartenstadt und den Grünanlagen verschwunden. Die Ursachen für die Bestandsabnahmen sind unklar. Vergleichbare Entwicklungen finden sich auch in anderen Teilen Norddeutschlands (z.B. WITT 2000). Möglicherweise stellen sich Verbreitung und Bestand im erst vor weniger als 100 Jahren besiedelten Hamburger Raum derzeit auf ein langfristig bestandsfähiges Niveau ein. Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich über der in GARTHE & MITSCHKE (1994) für Anfang der 1990er Jahre angegebenen Bestandshöhe. Ursache ist keineswegs eine kurzfristige Bestandserholung, sondern ein enormer Erkenntniszuwachs durch die erstmals systematische Kartierung der Dörfer und Obstplantagen des Alten Landes und der Vier- und Marschlande.

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
780 BP 1,0 BP/km² 29,6 % 226