Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

adult

 

 

08.04.2016

Kleientnahme Krümse

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2014

Status
mäßig häufiger Brutvogel und Durchzügler

Die Art besiedelt im Berichtsgebiet das Marschland der Elbniederung von der Krückaumündung im Westen über den Moorgürtel, Moorburg und Wilhelmsburg, die Vier- und Marschlande bis zur Winsener Marsch. Lücken in diesem der Elbe folgenden Band sind die Obstanbaugebiete des Alten Landes sowie das Stadtgebiet mit dem Hafen.

Brut
Der Bestand des Blaukehlchens scheint auch in den letzten Jahren weiter zuzunehmen, so dass mittlerweile wohl um die 400 Brutpaare im Berichtsgebiet vorkommen. Die einzigen gesicherten Brutreviere außerhalb des Elbtals wurden im Berichtszeitraum aus dem Duvenstedter Brook gemeldet. (K. Wesolowski, schriftlich). Des Weiteren wurden bis zu drei singende Blaukehlchen am 16.04.2014 auch aus dem Himmelmoor von M. Schlorf gemeldet. Da vom selben Beobachter auch am 05.06.2014 noch 2 singende Ind. festgestellt wurden, ist auch hier von einigen Revieren auszugehen.

Beispiele aus Revierkartierungen aus den Vier-und Marschlanden aus 2013 und 2014:

2013 14 Rev./100ha Ochsenwerder/HH A.Dwenger
2014 9 Rev./100ha Neuengamme/HH A.Mitschke

 

Zug/Rast:
Erstbeobachtungen:

21.03.2012 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
07.04.2013 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
21.03.2014 1 Ind. Hetlinger Schanze/PI H.Lemke

 

Letztbeobachtungen:

31.08.2012 1 Ind. NSG "Die Reit"/HH F.Iser
02.08.2013 1 Ind. Kleientnahme Krümse/WL V.Dierschke
07.09.2014 1 Ind. Kreetsand/HH I.Poerschke

 

Die Meldung vom 21.03.2012 bzw. 21.03.2014 stellen den drittfrühesten Beobachtungstermin im Berichtsgebiet dar.  Auch am 22.04.2012 und 23.04.2012 sowie am 22.04.2014 wurden Blaukehlchen im Berichtsgebiet beobachtet, welche sich ebenfalls in die Reihe der zwanzig frühesten Beobachtungen einreihen.

Auch das Blaukehlchen war vom "Märzwinter" 2013 betroffen. Während der Median der Erstbeobachtungen der Jahre 1989-2014 der 29.03. ist, sind Meldungen eines oder mehrerer Individuen im Jahr 2013 erst ab dem 07.04.2013 erfolgt.

Meldungen 2012 2013 2014
März 16 0 21
1. April-Dekade 31 3 41

Bearbeitung durch Gunnar Fick


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 230 Reviere Besiedelte TK4 25 (31%)
Bestand in Hamburg 140 Reviere Besiedelte km² in HH 76 (10%)
Dichte insgesamt 0,1 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 0,2 Rev./km² Gefährdung RL HH V

 

Charakteristik
Das Blaukehlchen breitet sich derzeit aus Westen kommend sehr stark aus.

Verbreitung
Die Verbreitung konzentriert sich auf das Elbtal, wo von Pagensand und der Haseldorfer Marsch im Westen bis in die Vier- und Marschlande sowie Winsener Marsch im Osten die höchsten Dichten erreicht werden. Auf der Geest bestehen erste Vorkommen im Himmelmoor sowie im Duvenstedter Brook.

Lebensraum
Meist brüten Blaukehlchen an Grabenrändern, wo sie Schilf und stellenweise offenen Boden bevorzugen. Besiedelt sind aber auch mit Hochstauden (Brennessel u.a.) bestandene Randstrukturen z.B. auf Spülfeldern und Brachen. Die Vorkommen auf der Geest betreffen angestaute Hochmoore. 

Bestandstrend
In den letzten 100 Jahren haben sich die Bestände der Art zunächst rückläufig (Dietrich 1928 bezeichnet die Art noch als „nicht selten“) und erst seit den 1990er Jahren wieder positiv entwickelt. Zwischenzeitlich war die Art fast verschwunden: Ende der 1970er Jahre 5-10 RP, Anfang der 1990er Jahre 8-12 RP, 1997-2001 26 RP, 2006 40 RP; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007). Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist eine deutliche Zunahme dokumentiert (1985-1994 12 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 78 RP).

Anmerkungen
Die Art besiedelt auch Gräben in ansonsten ausgeräumter Agrarlandschaft.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

VERBREITUNG UND BESTAND
Das Blaukehlchen ist in seiner Verbreitung auf das Elbtal beschränkt und besiedelt hier nur die Spülfelder in Altenwerder und Moorburg (11 Reviere), Neu-Allermöhe und sporadisch die Vier- und Marschlande mit einem Schwerpunkt in Kirchwerder (14 Reviere). Außerdem liegt ein Einzelnachweis aus Wilhelmsburg vor. Insgesamt liegt der Bestand des Blaukehlchens in Hamburg bei rund 25 Paaren. Dabei wird eine Rasterfrequenz von 2,1 % erreicht.

LEBENSRAUM
In den beiden Verbreitungsinseln zeigt das Blaukehlchen eine unterschiedliche Habitatwahl. In Altenwerder und Moorburg werden Spülfelder besiedelt. Hier finden sich die Sänger in Röhrichtstreifen am Ufer von Beregnungsteichen bzw. in den durch Brennessel Urtica diotica dominierten Hochstaudenfluren auf den randlichen Dämmen und Hängen. In den Vier- und Marschlanden kommt das Blaukehlchen dagegen meist in schütteren Schilfbeständen entlang von Gräben vor. Diese können sowohl im Grünland als auch im Ackerland liegen. Gerne werden Reviere dort angelegt, wo durch vorherige Grabenräumungen offener Boden ansteht. Beiden Habitattypen gemeinsam ist das Vorhandensein von dichter Staudenvegetation zur Nestanlage und offenen Bodenflächen zur Nahrungssuche.

BESTANDSENTWICKLUNG
Das Blaukehlchen hat durch Lebensraumverlust einen Großteil seiner Vorkommen in Hamburg aufgegeben. Betroffen war u.a. die Region der Alten Süderelbe, in der nach der Abdeichung 1963 und teilweisen Aufspülung im Bereich Altenwerder Vorkommen von ca. 10 BP verloren gingen. Weitere Brutplätze wurden vor allem in Wilhelmsburg, aber auch in inzwischen intensiv für Gemüseanbau genutzten Teilen der Vier- und Marschlande (Ochsenwerder) oder im Steinbeker Moor/ Billwerder (1965 9 Sänger) aufgegeben. Auch aus scheinbar naturnaher Landschaft ist die Art teilweise verschwunden: im Moorgürtel erloschen die letzten Vorkommen 1972. Zwischen 1960 und 1990 hat das Blaukehlchen damit fast 75 % seines Areals in Hamburg aufgegeben.

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
26 BP 0,0 BP/km² 2,1 % 16