Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

adult

 

 

30.06.2015

NSG Die Reit

Sven Baumung

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 2.700 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.500 Reviere Besiedelte km² in HH 503 66%)
Dichte insgesamt 1,1 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI 3

 

Charakteristik
Der Gartenrotschwanz ist ein im Bestand rückläufiger Halbhöhlenbrüter.

Verbreitung
Die Art ist im gesamten Berichtsgebiet verbreitet, kommt aber nur in Teilen des Alten Landes, in Wilhelmsburg und den Vier- und Marschlanden sowie am nördlichen Stadtrand mit dem Duvenstedter Brook und dem Höltigbaum in höheren Dichten vor. Nur vereinzelt wurde die Art in weiten Teilen des Kreises Pinneberg, in den innerstädtischen Teilen Hamburgs, im Einzugsbereich großer Fichtenwälder (Harburger Berge, Teile des Sachsenwaldes) und zwischen Sachsenwald und Geesthacht festgestellt.

Lebensraum
Bevorzugte Lebensräume sind Dörfer mit altem Baumbestand und Kleingärten, wobei alte Obstbäume hier wie auch im Alten Land besonders attraktive Lebensraumelemente sind. Vorkommen sind auch in lockeren, etwas durchsonnten Wäldern und Feldgehölzen nicht selten.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts galt der Gartenrotschwanz als „überall so häufig, dass weitere Angaben über sein Vorkommen sich erübrigen“ (Dietrich 1928). Langfristig sind die Bestände stark zurückgegangen (z.B. 38 km² Stadtkorridor: 1982/83 66 RP, 1997-2000 43 RP, 2007/08 11 RP, Mitschke 2009). In den letzten zehn Jahren scheint sich das Vorkommen leicht zu stabilisieren.

Anmerkungen
Die Art leidet unter dem Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Im Stadtbereich findet sich der Gartenrotschwanz vor allem in Kleingärten in Alsterdorf, Groß Borstel, am Rübenkamp und in Billbrook. Eine geschlossene Verbreitung wird auch von Langenhorn über Poppelbüttel bis in die Walddörfer erreicht. Dicht besiedelt sind im Elbtal Wilhelmsburg, das Alte Land und die durch dörfliche Siedlungsstruktur dominierten Teile der Vier- und Marschlande. Auf der Geest sind außerdem der Klövensteen im Westen und Volksdorf sowie Rahlstedt mit dem Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum im Osten erwähnenswert. Im inneren Stadtgebiet finden sich Einzelvorkommen in Eimsbüttel, Hoheluft, Eppendorf, am Eppendorfer Mühlenteich, in St. Georg und im Stadtpark.
Der Brutbestand des Gartenrotschwanzes in Hamburg beträgt 1.450 Paare, was einer mittleren Dichte von 1,9 Rev./100 ha entspricht. Die Art erreicht eine Rasterfrequenz von 63,0 %. Die höchsten Dichten pro 100 ha werden in Wilhelmsburg und im Wittmoor bzw. Lemsahl-Mellingstedt erreicht, maximal wurden 15 BP pro km² in Schnelsen gezählt. Auf Probeflächen lagen die maximalen Dichten bei 3,2 BP/10 ha (PF 34,8 ha, Georgswerder) bzw. 3,9 BP/10 ha (PF 10,3 ha, Wohldorf).

Lebensraum
Nennenswerte Siedlungsdichten erreicht der Gartenrotschwanz nur in den Dörfern und Kleingärten (vgl. Tab.), während die Obstanbauflächen selbst weitgehend gemieden wird. Lokal werden außerdem hohe Dichten in der halboffenen Landschaft mit Einzelbäumen und Waldrändern erreicht: Fischbeker Heide, Rissen-Sülldorfer Feldmark, Wittmoor, Höltigbaum, Boberger Niederung. Vereinzelt werden im Hamburger Hafen Standorte besiedelt, die typische Habitate des Hausrotschwanzes darstellen.

Bestandsentwicklung
Der Gartenrotschwanz gehört im inneren Stadtbereich Hamburgs zu den Arten mit den stärksten Arealverlusten zwischen 1960 und 1990. Noch in den 1960er Jahren war das bebaute Stadtgebiet weitgehend flächendeckend durch den Gartenrotschwanz besiedelt. Seit Anfang der 1960er Jahre hat der Gartenrotschwanz in Hamburg 20% seines Brutgebietes verloren. Regionale Schwerpunkte liegen in Nienstedten, Groß Flottbek, im gesamten innerstädtischen Raum, Barmbek und von Bramfeld bis nach Wellingsbüttel. Die Konzentration der Rückgänge auf den inneren Stadtbereich lässt Ursachen im Brutgebiet und nicht die Veränderungen im Überwinterungsgebiet (BERNDT & WINKEL 1979, BRUDERER & HIRSCHI 1984) wahrscheinlich werden. Allerdings sind auch in Teilen der Harburger Berge und damit außerhalb des Siedlungsraums Vorkommen erloschen. Auch auf Basis von Probeflächenuntersuchungen in den 1960er und 1990er Jahren zeigt sich eine signifikante Bestandsabnahme mit Verlusten von 80% (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   Klein-
gärten
Dorf
Hausrotschwanz Hektar 457,6 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
19 57
  Reviere 22 67
  Stetigkeit 57,9 57,9
Dichte Median 0,36 0,26
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,51 0,34
  Standard-
abweichung
0,57 0,50

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.450 BP 1,9 BP/km² 63,0 % 481