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Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

 adult

 

 

01.03.2014

NSG Mühlenberger Loch

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 950 Reviere Besiedelte TK4 71 (89%)
Bestand in Hamburg 600 Reviere Besiedelte km² in HH 208 (27%)
Dichte insgesamt 0,4 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,8 Rev./km² Gefährdung RL HH 2, NI 3, SH 3

 

Charakteristik
Der Kiebitz war bis in die 1980er Jahre eine Charakterart des Feuchtgrünlandes im Urstromtal der Elbe und verschwindet derzeit vielerorts.

Verbreitung
Die Art brütet im Hamburger Raum vor allem im Elbtal von den Unterelbemarschen über Wilhelmsburg und Neuland bis in die Vier- und Marschlande. Verbreitungslücken existieren im inneren Stadtbereich sowie im Umfeld großer Waldgebiete und in Teilen der östlichen Geest. 

Lebensraum
Die Art besiedelt offenes, kurzrasiges Grünland und Ackerflächen, wobei in den letzten Jahren Maisäckern immer größere Bedeutung zukam. Daneben sind Sonderstandorte (Spülflächen, Erdbeerfelder, Stadt- und Hafenbrachen, Grabenaushub, Torfflächen) zeitweise Brutplatz.

Bestandstrend
Ende der 1980er Jahre wurde der Bestand für das Berichtsgebiet auf 1.500 bis 2.000 Reviere geschätzt (Klemp in Garthe 1996), etwa 20 Jahre später liegt der Bestand deutlich unter 1.000 Paaren. In Hamburg ergibt sich für die letzten zehn Jahre ebenfalls ein fortgesetzter Bestandsrückgang, der auf Teilflächen ein Ausmaß von mehr als 50% erreicht. 

Anmerkungen
In Moorfleet konnten 2011 erstmals fünf Dachbruten im Schutze einer großen Möwenkolonie auf einer Lagerhalle nachgewiesen werden. 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Kiebitz kommt vor allem im Elbtal von Finkenwerder (35 BP) über die Süderelbemoore (60 BP), Altenwerder, Moorburg und die Hohe Schaar (zusammen 60 BP), Wilhelmsburg und Neuland (zusammen 85 BP) bis in die Vier- und Marschlande und der Boberger Niederung (220 BP) vor. Auf der Geest brütet die Art schwerpunktmäßig in der Rissen-Sülldorfer und Osdorfer Feldmark (25 BP), von Duvenstedt über Wohldorf bis in den Duvenstedter Brook (zusammen 20 BP) und im Stellmoorer Tunneltal sowie auf dem Höltigbaum (20 BP). Weitere isolierte Restvorkommen in der Stadtlandschaft existieren an der Bahrenfelder Trabrennbahn (3 BP), in der Eidelstedter Feldmark (2 BP), Kollauniederung (1 BP), auf dem Flughafen Fuhlsbüttel (2 BP), in der Hummelsbütteler Feldmark (3 BP), am Wittmoor (3 BP), an der Osterbek in Bramfeld (1 BP), in Farmsen-Berne (1 BP), am Öjendorfer Friedhof (1 BP), an der Berner Au in Berne (1 BP) und in Sasel (5 BP auf einer Rinderweide), am Timmermoor (2 BP) und in den Volksdorfer Teichwiesen (3 BP).
Insgesamt brüten 650 Paare Kiebitze in Hamburg, was einer mittleren Dichte von 0,9 BP/100 ha entspricht. Dabei wird eine Rasterfrequenz von 25,7 % erreicht. Großflächig wurden maximal 20 BP/km² nachgewiesen (Neuenfelde, Neuengamme), auf Probeflächen wurden Dichten von bis zu 2,91 BP/10 ha (PF 48,1 ha, Wilhelmsburg), 3,04 BP/10 ha (PF 49,3 ha, Hohe Schaar) bzw. 4,46 BP/10 ha (PF 29,2 ha, Neuengamme) erreicht.

Lebensraum
Der Kiebitz besiedelt offene, kurzrasige Flächen, sowohl an feuchten, grundwassernahen Standorten in den Elbmarschen als auch auf trockenen Ackerflächen. In extensiv genutzten und teilweise durch Verbrachung beeinflußten Landschaftsteilen, wie z.B. in Teilen der Süderelbemoore ist die Art inzwischen verschwunden, weil die Übersichtlichkeit der Nestumgebung nicht gewährleistet ist. Im städtischen Raum werden auch Sonderstandorte wie Erdbeerfelder besiedelt. Eine größere Rolle spielen trotz der bedingt durch Viehtritt meist geringen Bruterfolge Pferdekoppeln. Abzäunungen können auch in durch freilaufende Hunde stark frequentierten Grünlandresten des Stadtgebietes wie den Volksdorfer Teichwiesen erfolgreiche Bruten ermöglichen.

Bestandsentwicklung
Der Kiebitz hat in den letzten Jahrzehnten weite Teile seines Brutgebietes in Hamburg verloren. Das gilt insbesondere für die Geest, wo teilweise geschlossene Brutareale in Groß Flottbek, Langenhorn, Hummelsbüttel, Poppenbüttel, Duvenstedt, Ohlstedt und Sasel nach Überbauung verloren gegangen sind. Ehemals brütete der Kiebitz bis in den inneren Stadtbereich auf dem Ohlsdorfer Friedhof und am Alten Teichweg. Im Elbtal häufen sich Arealaufgaben vor allem im Hafen, wo die Industrieentwicklung zahlreiche Brutplätze verwaisen ließ. Insgesamt dürfte der Arealverlust innerhalb der letzten vierzig Jahre ca. 35 % betragen.

 

Dichte auf Probeflächen   Hafen, Industrie Feldmark Ackerland Grünland
Kiebitz Hektar 2667,1 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
81 31 6 64
  Reviere 41 16 5 129
Dichte Median 0,00 0,00 0,13 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,12 0,16 0,27 0,47
  Standard-
Abweichung
0,43 0,33 0,33 0,88

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
650 BP 0,9 BP/km² 25,7 % 196