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06.05.2016

Mönchsgut / Rügen

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

  

Bestand insgesamt 840 Reviere Besiedelte TK4 17 (21%)
Bestand in Hamburg 60 Reviere Besiedelte km² in HH 2 (0,3%)
Dichte insgesamt 0,3 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,08 Rev./km² Gefährdung  RL HH 2, NI V

 

Charakteristik
Die Uferschwalbe ist ein Koloniebrüter an Abbruchufern und Abgrabungen.

Verbreitung
Die größten Kolonien wurden bei Neuschönningstedt, Wilstedt, auf der Stader Geest südlich von Buxtehude und rund um Ketzendorf, bei Lürade, Kronshorst und Hamwarde festgestellt. Kleinere Kolonien mit weniger als 50 BP existieren bei Bargfeld-Stegen, Appen-Etz, Wulfsdorf, Agathenburg, in der Wedeler Marsch, in Billwerder, Altenwerder/Moorburg und der Winsener Marsch.

Lebensraum
Fast alle Brutstandorte befinden sich in Kies- und Sandgruben. Nur in Wulfsdorf und Moorburg/Altenwerder existieren Vorkommen in Erdaufschüttungen.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Art deutlich weiter verbreitet und Brutplätze bestanden u.a. bei Horn, Fuhlsbüttel, Langenfelde und auf dem Ohlsdorfer Friedhof (Dietrich 1928). Spätere Bestandsschätzungen für Hamburg von 50 BP (Ende der 1970er Jahre), 100-180 BP (Anfang der 1990er Jahre), 50 BP (1997-2000) bzw. 10 BP (2006; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007) schwanken stark.

Anmerkungen
Die Bestände der Uferschwalbe schwanken sehr stark in Abhängigkeit vom Nistplatzangebot, welches im Hamburger Raum vor allem durch das Ausmaß von Bodenentnahme-Aktivitäten gesteuert wird.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
In Hamburg sind im Rahmen des Brutvogelatlas drei kleinere Kolonien im Südosten Hamburgs entdeckt worden. Sie befinden sich in Billwerder (Sandabbaugebiet, 1998 20 BP), Allermöhe (1998 19 BP, später zerstört) und am „See Hinterm Horn“ (Allermöhe, 1998 13 BP, 1999 und 2000 nicht besetzt). Daraus ergibt sich ein Gesamtbestand von rund 50 BP für Hamburg.

Lebensraum
Zwei Kolonien liegen an im Abbau befindlichen Abgrabungsgewässern, die dritte in einer künstlich geschaffenen Brutwand an einem Badesee. Bestandslimitierend ist das Brutplatzangebot, welches meist nur für wenige Jahre in künstlich geschaffenen Abbaugebieten für Sand oder Kies existiert.

Bestandsentwicklung
Vor allem in den 1960er Jahren wurden eine Reihe von Brutplätzen im Stadtgebiet besiedelt, die meist im Zusammenhang mit größeren Neubauvorhaben (Osdorf, Steilshoop, Jenfeld) standen. Die bedeutendste Kolonie befand sich dabei 1961 an der Außenmühle in Harburg, wo 300 Paare brüteten. Während der Bestand Mitte der 1960er Jahre zwischen 400 und 600 BP betragen haben dürfte, waren in den 1970er und 1980er Jahren nur noch 100-150 BP, vor allem in der Hummelsbütteler Feldmark und im Kiesabbaugebiet Lürade erhalten. In den 1990er Jahren war die Uferschwalbe als Brutvogel in Hamburg vorübergehend vollständig verschwunden (z.B. MITSCHKE et al. 1997). 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
50 BP 0,1 BP/km² 0,4 % 3

 

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Datum

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adult

 

 

16.05.2015

Junkernfeldsee

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

  

Bestand insgesamt 7.000 Reviere Besiedelte TK4 79 (99%)
Bestand in Hamburg 2.100 Reviere Besiedelte km² in HH 277 (36,1%)
Dichte insgesamt 2,9 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,7 Rev./km² Gefährdung  RL HH V, NI 3

 

Charakteristik
Die Rauchschwalbe brütet weit überwiegend in Dörfern mit Viehställen.

Verbreitung
Die Art ist recht gleichmäßig verbreitet, wobei leichte Schwerpunkte in den agrarisch geprägten Vier- und Marschlanden sowie in der Winsener Elbmarsch erkennbar sind. Im Hamburger Hafen und im inneren Stadtgebiet fehlt die Rauchschwalbe fast gänzlich.

Lebensraum
Neststandorte befinden sich fast immer im Inneren von Gebäuden, wobei Ställe mit Viehhaltung stark bevorzugt werden. Im Hamburger Raum von besonderer Bedeutung ist dabei die Pferdehaltung (Reiterhöfe). Vereinzelt finden Bruten auch in Gewerbe- oder Lagerhallen, in Viehunterständen auf Grünland oder unter Brücken statt.

Bestandstrend
Brutplatzaufgaben sind aus den letzten Jahrzehnten vor allem für das innere Stadtgebiet Hamburgs bekannt geworden (Mitschke & Baumung 2001). Für die ungleich bedeutsameren Vorkommen in den Dörfern im Elbtal und auf der Geest liegen keine verlässlichen Aussagen zu Trends vor. Vor dem Hintergrund der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung sowie eines Rückgangs der Tierhaltung sind aber auch hier lang anhaltende Bestandseinbußen naheliegend.

Anmerkungen
Vollständige Zählungen sind nur durch genaue Brutplatzkontrollen möglich.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Rauchschwalbe meidet die geschlossen bebaute Zone des eigentlichen Stadtgebietes und kommt flächig verbreitet nur im Alten Land (350 BP), Teilen Wilhelmsburgs (180 BP) und der Vier- und Marschlande (900 BP) vor. Von insgesamt 2000 BP brüten 500 auf der Geest. Im Stadtbereich sind vereinzelte Restvorkommen in der Kollauniederung (3 BP), in Groß Flottbek (4 BP), Bahrenfeld (6 BP, Trabrennbahn) und in Bramfeld (13 BP) dokumentiert. Fast alle diese Vorkommen stehen im Zusammenhang mit Pferdehaltung! Die Rauchschwalbe erreicht eine mittlere Dichte von 2,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 32,5 %. Hohe Bestandszahlen für Rasterflächen von 100 ha ergeben sich häufig aus dem Vorkommen einer sehr großen Kolonie. Die größte Brutkolonie Hamburgs befindet sich am Gut Wohldorf mit 69 BP. Weitere Konzentrationen liegen in Bauernhöfen und Pferdehaltungen in Hummelsbüttel, Rissen, Francop und Georgswerder. Vor allem aber in Neuengamme und Teilen von Reitbrook, Kirchwerder und Altengamme ergeben sich aus dem Vorhandensein mehrerer kleiner Kolonien in noch durch landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichneten Dörfern Konzentrationen zwischen 20 und 30 BP/100 ha.

Lebensraum
Das Vorkommen der Rauchschwalbe ist sehr eng an Viehhaltung gebunden. Zunehmend ersetzen dabei in Hamburg Pferdeställe an der Peripherie der Stadt traditionelle Brutplätze in Kuhställen. Die Rinderhaltung und landwirtschaftliche Nutzung geht gleichzeitig ständig zurück. Zahlenmäßig unbedeutend sind weitere Brutplätze meist in der freien Landschaft, die sich unter Brücken oder in Viehunterständen im Grünland finden. Insgesamt dürfte der Nistplatzmangel die Verbreitung stärker reglementieren als das Nahrungsangebot. 

Bestandsentwicklung
Die Rauchschwalbe hat in den letzten Jahrzehnten insbesondere im Stadtgebiet drastische Lebensraum- und Bestandsverluste erlitten, wobei schon in den 1960er Jahren weite Teile des innerstädtischen Gebietes geräumt worden sind. Aus den 1980er Jahren sind dann bereits nur noch ganz verstreut Brutvorkommen von Einzelpaaren (Uhlenhorst, Alsterpark, Stadtpark) dokumentiert. Insgesamt sind zwischen 1960 und 1990 mindestens 28 % des ehemaligen Verbreitungsgebietes verwaist.

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Grünland
 Rauchschwalbe Hektar 1930,4 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
57 64
  Reviere 329 63
  Stetigkeit 87,7 31,3
Dichte Median 1,54 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,74 0,24
  Standard-
abweichung
1,63 0,50

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.000 BP 2,6 BP/km² 32,5 % 248

 

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adult

 

 

02.08.2015

Ostemündung

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

  

Bestand insgesamt 7.500 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.700 Reviere Besiedelte km² in HH 214 (30%)
Dichte insgesamt 3,1 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,5 Rev./km² Gefährdung  RL NI V

 

Charakteristik
Die Mehlschwalbe brütet an Gebäudefassaden bis in die Innenstadt.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkte liegen im Elbtal vom Alten Land über Wilhelmsburg bis in die Vier- und Marschlande. Daneben werden auch in den Dörfern rund um Schwarzenbek höhere Bestände erreicht. Die Vorkommen der Mehlschwalbe reichen an der Alster bis in die Innenstadt.

Lebensraum
Die Mehlschwalbe benötigt raue Hauswände zur Nestanlage und bevorzugt dabei geschützte Neststandorte unter Dachüberständen, Gebäudesimsen oder in Fensternischen. Nester werden gerne in Wassernähe angelegt, weil die Art dort sowohl Schlamm für den Nestbau als auch Insekten als Nahrung findet. In der versiegelten Innenstadt stammt das Nistmaterial allerdings vor allem aus Regenrinnen.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts existierten nach Rückgängen kaum noch Brutplätze im inneren Stadtgebiet Hamburgs (Dietrich 1928). Erst Anfang der 1980er Jahre entwickelte sich eine bis heute anwachsende Ansiedlung in der City zwischen Rathausmarkt und Gänsemarkt mit einem Schwerpunkt an den Alsterarkaden.

Anmerkungen
Vorkommen der Mehlschwalbe werden immer wieder illegal durch Vergrämung zerstört.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Vorkommen der Mehlschwalbe ist deutlicher als das der Rauchschwalbe auf das Elbtal konzentriert. Die Art zeigt auf der Geest eine Bindung an Gewässer als Nahrungshabitat und möglicherweise auch bedingt durch den Bedarf an Feuchtstellen zur Gewinnung von Nestbaumaterial. Von insgesamt 2.500 BP brüten 700 Paare auf der Geest. Im Gegensatz zur Rauchschwalbe besiedelt die Mehlschwalbe auch die Innenstadt, wo im Bereich der Alsterarkaden und des Alsterfleets im Jahr 2000 80-90 BP gezählt wurden. Weitere Stadtkolonien befinden sich in Uhlenhorst (10 BP), Rothenburgsort (17 BP), Barmbek (7 BP), Hamm (3 BP), Horn (10 BP), Bramfeld (6 BP) und Farmsen-Berne (17 BP). Insgesamt erreicht die Mehlschwalbe eine mittlere Dichte von 3,3 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 26,2 %. Die größten Einzelkolonien befinden sich am Blumensandhafen (unter einer Förderband-Metallkonstruktion, 1999 90 BP), an den Alsterarkaden und dem Alsterfleet (vgl. oben).

Lebensraum
In der Innenstadt werden ein Gebäudesims unter den Alsterarkaden und weitere, oft in den Ecken von Fensternischen plazierte Brutplätze an Bürogebäuden besetzt. Dabei sind verschieden alte Baustrukturen besiedelt und entscheidendes Auswahlkriterium offenbar die unmittelbare Nähe zu Gewässern (Alsterfleet). Nistmaterial wird dabei oft in verschmutzten Regenrinnen oder auf Vordächern der Geschäftszeilen gesammelt.
In den Hauptbrutgebieten des Alten Landes und der Vier- und Marschlande werden vor allem traditionelle Brutplätze an Wohn- und landwirtschaftlichen Gebäuden besiedelt. Im Hafenbereich sind mehrfach auch industrielle Gebäude und Gebäudeteile wie Förderbänder (Hansaport Altenwerder, Kaliwerke Blumensandhafen) besiedelt. Im Gegensatz zu Berlin (ORNITHOLOGISCHE ARBEITSGRUPPE BERLIN (WEST) 1990) ist die Mehlschwalbe in Hamburg nicht vorwiegend Stadtvogel in Neubaugebieten, sondern Charakterart der dörflichen Agrarlandschaft im Elbtal.

Bestandsentwicklung
Auch die Mehlschwalbe hat in den letzten 30 Jahren im Stadtbereich zahlreiche Brutplätze aufgegeben oder verloren. Der Arealschwund betrifft vor allem die dicht bebauten Stadtteile östlich der Alster und beträgt zwischen 1960 und 1990 ca. 30 %. Aus Neubaugebieten der 1960er und 1970er Jahre hat sich die Art nach Aufwuchs höherer Bäume und Sträucher zurückgezogen (z.B. Langenhorn, Fuhlsbüttel). Aktuell zeigt sich in der Innenstadt Hamburgs allerdings ein Bestandszuwachs, ständig gefährdet durch Abwehr- und Vergrämungsmaßnahmen z.B. in den Alsterarkaden.

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Blockbebauung
 Rauchschwalbe Hektar 1930,4 2275,4
  Anzahl
Probeflächen
57 80
  Reviere 451 96
  Stetigkeit 82,5 11,3
Dichte Median 1,76 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 2,61 0,36
  Standard-
abweichung
2,95 1,31

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.500 BP 3,3 BP/km² 26,2 % 200