Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

01.05.2009

Tister Bauernmoor

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 3.300 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.500 Revier Besiedelte km² in HH 465 (61%)
Dichte insgesamt 1,3 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI V

 

Charakteristik
Der Grauschnäpper ist ein Halbhöhlenbrüter der Wälder und Siedlungen.

Verbreitung
Die Art zeigt sich recht gleichförmig und ohne große Dichteunterschiede verbreitet. Größere Wälder, das Alte Land, die Vier- und Marschlande und der nördliche Stadtrand sind besonders gleichmäßig besiedelt, während in der baum- und siedlungsarmen Unterelbemarsch, in der Innenstadt und im Hafen nur einzelne Vorkommen existieren.

Lebensraum
Brutplätze befinden sich in Baumhöhlen und an Gebäuden, teilweise in Nistkästen, Rankpflanzen oder auch in alten Amsel- u.ä. Nestern. Singwarten sind oft tote Seitenäste alter Bäume. Typische Vorkommen finden sich am Waldrand, auf Lichtungen bzw. in Gärten oder Grünanlagen mit altem Baumbestand.

Bestandstrend
Der Bestand des Grauschnäppers ist seit den 1980er Jahren rückläufig (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 38 RP, 1997-2000 43 RP, 2007/08 10 RP, Mitschke 2009), hat auch im schleswig-holsteinischen Umland abgenommen (1985-1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.400 RP).

Anmerkungen
Regelmäßige Vorkommen in Kleingärten Anfang des 20. Jahrhunderts (Dietrich 1928) sind weitgehend dem Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten zum Opfer gefallen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsbild des Grauschnäppers ist aufgrund der unregelmäßigen Verteilung und zahlreichen Verbreitungslücken schwierig interpretierbar. Bedeutsame Vorkommen liegen innerhalb des Elbtals in den Dörfern des Alten Landes, in Wilhelmsburg außerhalb des Hafens und in den Dörfern der Vier- und Marschlande. Südlich der Elbe sind auf der Geest Dichtezentren in der Fischbeker Heide sowie den waldnahen und an altem Baumbestand reichen Stadtteilen Harburgs wie Eißendorf erkennbar. Nördlich der Elbe siedelt der Grauschnäpper flächig im Hamburger Westen (Rissen, Klövensteen), Norden (Lemsahl-Mellingstedt bis Duvenstedter Brook) und Nordosten (Volksdorf, Rahlstedt) und damit vor allem in Stadtrandlage. Aber auch in Lurup, Eidelstedt, Stellingen, Niendorf, Langenhorn, Ohlsdorf, Wellingsbüttel, Hummelsbüttel, Horn, Billstedt, Wandsbek und Farmsen sind inselartige Verbreitungsgebiete erkennbar. Schließlich wird auch die innere Stadt lückenhaft besiedelt: Altona, Eimsbüttel, Alter Botanischer Garten, Rotherbaum, Eppendorf, Außenalster, Uhlenhorst, Stadtpark, Dulsberg.
Der Gesamtbestand des Grauschnäppers in Hamburg beträgt 1.450 BP, die Art erreicht eine mittlere Dichte von 1,9 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 60,7 %. Maximale Dichtewerte betragen pro km² insgesamt 8x 10 BP bzw. 11 BP (Neuengamme), auf Probeflächen 2,16 BP/10 ha (PF 18,6 ha, Ochsenwerder) und 2,6 BP/10 ha (PF 27,0 ha, Ochsenwerder).

Lebensraum
In Hamburg ist der Grauschnäpper ein charakteristischer Brutvogel der Dörfer, wo die Art meist ihre höchsten Dichten erreicht (Tab.). Im dicht bebauten Stadtgebiet besiedelt der Grauschnäpper sowohl die Gartenstadt als auch ältere Villenviertel um die Alster. In Hinterhöfen mit altem Baumbestand erreicht die Art auch die Wohnblockzone. Grünanlagen wie Ohlsdorfer Friedhof oder Stadtpark sind nur in geringer Dichte besiedelt, Kleingärten werden teilweise als Lebensraum akzeptiert (z.B. Billbrook). Die Waldflächen in Stadtrandlage sind nur dann dichter besiedelt, wenn sich eine lockere Struktur bietet. Geschlossene Nadelwaldgebiete in den Harburger Bergen werden teilweise ganz gemieden.

Bestandsentwicklung
Der Grauschnäpper ist in den letzten Jahrzehnten aus großen Teilen des Stadtgebietes verschwunden. Arealverluste erstrecken sich dabei gleichmäßig über die bebaute Stadtzone und lassen das heutige, lückige Verbreitungsmuster als ehemals flächendeckend erscheinen. Die Art ist unter Berücksichtigung von Zufallsfunden aus der Zeit seit Anfang der 1960er Jahre aus 15 % ihres ehemaligen Brutareals verschwunden. Die gleiche negative Tendenz zeigt sich bei Analyse von Probeflächenuntersuchungen (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Feuchtgebiete Obstanbau
Grauschnäpper Hektar 1930,4 475,1 539
  Anzahl
Probeflächen
57 16 13
  Reviere 122 20 13
  Stetigkeit 75,4 68,8 61,5
Dichte Median 0,62 0,39 0,23
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,65 0,42 0,28
  Standard-
abweichung
0,57 0,48 0,29

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.450 BP 1,9 BP/km² 60,7 % 463