Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

adult

 

 

26.04.2006

Boek / Mueritz

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 1.100 Reviere Besiedelte TK4 70 (88%)
Bestand in Hamburg 400 Revier Besiedelte km² in HH 175 (23%)
Dichte insgesamt 0,5 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,5 Rev./km² Gefährdung RL HH 3, NI V, SH 3

 

Charakteristik
Der Trauerschnäpper brütet im Hamburger Raum v.a. in Nistkästen.

Verbreitung
Die Verbreitung beschränkt sich weitgehend sich auf die Geest, während aus dem Elbtal nur bei reichem Nistkastenangebot (Pagensand, Dörfer der Vier- und Marschlande) Nachweise stammen. Höhere Dichten wurden in den Walddörfern mit dem Wohldorfer Wald sowie im Rüstjer Forst dokumentiert.

Lebensraum
Bevorzugt werden lockere Kiefernwälder besiedelt, daneben findet sich der Trauerschnäpper auch im totholzreichen Laubwald sowie in baumreicher, aufgelockert bebauter Gartenstadt. Bruten in Naturhöhlen sind die Ausnahme.

Bestandstrend
Der Trauerschnäpper hat sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts häufiger als Brutvogel auch in Gärten und Parks etabliert (Dietrich 1928). Inzwischen geht der Bestand seit Jahrzehnten stark zurück und die Art hat sich aus dem inneren Stadtgebiet weitgehend zurückgezogen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 28 RP, 1997-2000 7 RP, 2007/08 0 RP, Mitschke 2009). Auch für das schleswig-holsteinische Umland ist ein starker Bestandseinbruch dokumentiert (1985-1994 1.300 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 600 RP). In den letzten zehn Jahren scheint sich der Rückgang in Hamburg noch beschleunigt zu haben.

Anmerkungen
Der Rückgang betrifft ganz Nordwesteuropa und wird mit klimatischen Ursachen in Verbindung gebracht.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Trauerschnäpper brütet vor allem in den Waldgebieten der Peripherie: Klövensteen/Rissen (70 BP), Wohldorfer Wald/Duvenstedter Brook (70 BP), Volksdorfer Wald und Umgebung (34 BP) und Harburger Berge (75 BP). Im Stadtgebiet finden sich Vorkommen vor allem im Volkspark, Niendorfer Gehege und Ohlsdorfer Friedhof (zusammen 45 BP). Im Elbtal tritt der Trauerschnäpper nur ganz vereinzelt auf: Kirchdorf, Georgswerder, Rhee, Tatenberg, Ochsenwerder, Billwerder, Kirchwerder. Innenstadtnahe Vorkommen finden sich in Altona am Elbhang und im Stadtpark.
Insgesamt brüten in Hamburg 450 Paare des Trauerschnäppers, was einer mittleren Dichte von 0,6 BP/100 ha entspricht. Die Rasterfrequenz des Trauerschnäppers liegt bei 21,9 %. Pro km² wurden maximale Dichten von 10 BP (Ohlsdorfer Friedhof), 12 BP (Schnaakenmoor) bzw. 15 BP (Hausbruch, Rissen, Klövensteen) ermittelt, auf Probeflächen lagen mit Maximalwerte bei 2,76 BP/10 ha (PF 14,5 ha, Außenmühle) bzw. 3,14 BP/10 ha (PF 25,5 ha, Klövensteen).

Lebensraum
Die höchsten Dichten erreicht der Trauerschnäpper in Hamburg durchweg in Nadelwaldgebieten, wo die Bestände weitgehend vom Angebot künstlicher Nisthöhlen abhängig sind. Fehlen diese, kann sich die Art zumindest im Wirtschaftswald nicht mehr ansiedeln (z.B. Teile der Harburger Berge). Gerne werden lichte Kiefernwälder besiedelt. Innerhalb des bebauten Stadtgebietes ist der Trauerschnäpper weitgehend auf Grünanlagen beschränkt und bevorzugt hier insbesondere Friedhöfe. Diese können teilweise sehr klein sein (z.B. Kirchdorf). In der Gartenstadt tritt die Art dagegen nur sporadisch und offenbar vor allem in der Nachbarschaft dichter besiedelter Waldgebiete auf (Rissen, Walddörfer). In den Dörfern des Elbtals fehlt er dagegen im Alten Land komplett und in den Vier- und Marschlanden weitestgehend. Auch Kleingartenanlagen werden trotz großem Nistkastenangebot nicht besiedelt.

Bestandsentwicklung
Der Trauerschnäpper ist innerhalb der letzten Jahrzehnte im Stadtgebiet Hamburgs noch stärker zurückgegangen als der Grauschnäpper. Insgesamt hat die Art zwischen 1965 und 1995 knapp 35 % ihres ehemaligen Areals verloren, wobei sowohl Teile größerer Grünanlagen (Stadtpark, Ohlsdorfer Friedhof) als auch weite Bereiche der Gartenstadt betroffen waren. Bis 1955 war der Trauerschnäpper sogar Brutvogel des Alten Botanischen Gartens. Aber auch in einigen naturnahen Lebensräumen wie dem Heuckenlock fehlt die Art inzwischen.

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
450 BP 0,6 BP/km² 21,9 % 167