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20.05.2007

NeusiedlerSee

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

Bestand insgesamt 2.300 Reviere Besiedelte TK4 78 (98%)
Bestand in Hamburg 850 Reviere Besiedelte km² in HH 336 (49%)
Dichte insgesamt 0,9 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 1,1 Rev./km² Gefährdung RL HH 3


Charakteristik
Der Gelbspötter ist ein Mitte Mai eintreffender Bewohner dichter Gebüsche.

Verbreitung
Die Art erreicht ihre höchsten Dichten im Elbtal bei Hamburg, vor allem im Alten Land, Finkenwerder, Wilhelmsburg, Neuland und den Vier- und Marschlanden. Daneben ist auch die Stader Geest dichter besiedelt. Aus dem Inneren der Stadt ist der Gelbspötter weitgehend verschwunden.

Lebensraum
Im Hamburger Raum brütet der Gelbspötter vor allem in verwilderten Gärten und gebüschreichen Randstrukturen der Straßendörfer im Elbtal. Dichtes Gebüsch wird auch entlang von Wegen oder in Knicks auf der Geest bevorzugt.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war der Gelbspötter in den Gärten und Parks Hamburgs verbreitet und galt als „stellenweise recht häufig“ (Dietrich 1928). Im Stadtgebiet hat die Art in den letzten 40-50 Jahren etwa 30% ihres Brutgebietes aufgegeben (Mitschke & Baumung 2001), was auch durch Ergebnisse aus der Stadtkorridorkartierung bestätigt wird (1982/83 65 RP, 1997-2000 6 RP, 2007/08 7 RP, Mitschke 2009). Dagegen scheint der Bestand im schleswig-holsteinischen Umland in den letzten 20-25 Jahren weitgehend stabil geblieben zu sein (1985-1994 1.200 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.100 RP).

Anmerkungen
Der Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten in Kleingärten und Gartenstadt hat zur Verdrängung des Gelbspötters aus der Stadt beigetragen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitung des Gelbspötters konzentriert sich auf das Elbtal, wo die Art vor allem im Alten Land (150 Rev.), Wilhelmsburg und Neuland/Gut Moor (100 Rev.) sowie im Südosten Hamburgs von der Boberger Niederung bis in Teile der Vier- und Marschlande (340 Rev.) gehäuft vorkommt. Auf der Geest lassen sich nur vereinzelte Schwerpunkte erkennen: Rissen-Sülldorfer Feldmark mit Klövensteen (30 Rev.), Kollauniederung mit Niendorfer Gehege (20 Rev.), Hummelsbütteler Feldmark (15 Rev.), Duvenstedt, Wohldorf-Ohlstedt und Duvenstedter Brook (30 Rev.) sowie der nordöstliche Stadtrand von Volksdorf bis zum Höltigbaum (25 BP). Im inneren Stadtgebiet sind während der Kartierperiode nur ganz vereinzelte Vorkommen im Stadtpark, in Hammerbrook, Eilbek, Bramfeld (Osterbek) und Dulsberg (Seebek) festgestellt worden.
Der Brutbestand in Hamburg beträgt insgesamt 820 BP, was einer mittleren Dichte von 1,1 BP/100 ha entspricht. Die Rasterfrequenz des Gelbspötters liegt bei 41,3 %. Maximale Dichten pro km2 liegen bei 10 BP (Neuland, Kirchwerder/Krauel), auf Probeflächen wurden maximale Dichten von 1,86 BP/10 ha (PF 30,0 ha, Ochsenwerder) bzw. 1,94 BP/10 ha (PF 30,9 ha, Kirchwerder Wiesen) erreicht.

Lebensraum
Der Gelbspötter ist eine wärmeliebende Art, die Gehölze mit einer gut ausgeprägten oberen Strauchschicht bevorzugt, die von einer Baumschicht bedeckt sind, ohne daß die Standorte zu schattig werden (FERRY & FAIVRE in GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1991). Diese Ansprüche sind offenbar im Alten Land mit seinen Straßendörfern und Randstrukturen der Obstbaugebiete am besten erfüllt. Auch in weiten Teilen der Vier- und Marschlande ist der Gelbspötter ein typischer Dorfvogel. Auf der Geest werden fast ausschließlich die Knicks der verbliebenen Feldmarken besiedelt, während Vorkommen in der Gartenstadt, in Kleingärten oder in Parks kaum noch existieren. Nur ganz gelegentlich brüten einzelne Paare in verwilderten Hinterhöfen oder in Ufernähe der städtischen Kleingewässer. 

Bestandsentwicklung
Der Gelbspötter hat innerhalb der letzten Jahrzehnte drastische Bestandseinbußen im Stadtbereich erfahren. Ehemals war die Art bis in die City in kleinen Grünanlagen, über große Teile der Wohnblockzone und der Gartenstadt verbreitet. Aus den Wallanlagen und dem Alten Botanischen Garten verschwand der Gelbspötter erst Anfang der 1990er Jahre. Seit 1960 ist die Art aus rund 30 % ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes verschwunden. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
820 BP 1,1 BP/km² 41,3 % 315

 

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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 210 Reviere Besiedelte TK4 25 (31%)
Bestand in Hamburg 90 Reviere Besiedelte km² in HH 45 (6%)
Dichte insgesamt 0,09 Rev./km² Trend zuletzt zunehmend
Dichte in Hamburg 0,1 Rev./km² Gefährdung RL HH 3, NI 3


Charakteristik
Der Schilfrohrsänger bewohnt v.a. Grabensysteme im Feuchtgrünland.

Verbreitung
Das Vorkommen der Art konzentriert sich stark im Elbtal mit Schwerpunkten in der Haseldorfer Marsch und vor allem in den Vier- und Marschlanden. Vereinzelte Vorkommen bestehen auch auf der Geest (Öjendorfer See, Stellmoorer Tunneltal/Höltigbaum, Bargfeld-Stegen, Forst Hagen, Timmerhorner Teiche, Jersbek/Neuenteich, Nienwohlder Moor, Delingsdorf, Oetjendorf, Kranika).

Lebensraum
Lebensräume befinden sich in schütterem Schilf, oft im Feuchtgrünland entlang von Gräben. Bei ausreichender Grabenrand-Vegetation werden auch Ackerflächen besiedelt. Im Tidebereich der Elbe ist die Art nur selten vertreten.

Bestandstrend
In den 1930er Jahren war der Schilfrohrsänger „der häufigste Rohrsänger Hamburgs“ (Tantow 1936), auch in den 1960er Jahren brüteten wenigstens 200-220 RP (Garthe & Mitschke 1994). Nach einem europaweiten Bestandszusammenbruch Ende der 1960er Jahre hat sich der Bestand nur langsam und teilweise erholt (Angaben für Hamburg: Ende der 1970er Jahre 50-70 RP, Anfang der 1990er Jahre 30-40 RP, 1997-2000 85 RP; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001).

Anmerkungen
In den Kirchwerder Wiesen gehört die Art zu den Charaktervögeln der Landschaft und profitiert von der extensiven Bewirtschaftung.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Schilfrohrsänger kommt nur im Elbtal vor und zeigt hier eine sehr lückige Verbreitung. Besetzt sind an der Unterelbe Neßsand, das Südufer des Mühlenberger Lochs, die Süderelbemoore (alle nicht alljährlich) und Moorburg (zusammen 4-6 Rev.). Vor größerer Bedeutung sind Wilhelmsburg mit Heuckenlock und Rhee (insgesamt 18 Rev.) und vor allem Teile der Vier- und Marschlande mit den Kirchwerder Wiesen im Zentrum (insgesamt 55-60 Rev.). Für ganz Hamburg ergibt sich daraus ein Bestand von 85 BP, eine mittlere Dichte von 0,1 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 5,5 %. Die mit Abstand größten Dichten fanden sich dabei im NSG Kirchwerder Wiesen, wo pro km2 bis zu 11 Rev. gezählt wurden.

Lebensraum
Der typische Lebensraum des Schilfrohrsängers in Hamburg findet sich in den Vier- und Marschlanden, wo das Grünland von einem dichten Grabennetz durchzogen wird, das von schütterem Schilf und teilweise Weidengebüschen gesäumt wird. Der Schilfrohrsänger besiedelt dabei auch Ackerstandorte, sofern die grabenbegleitende Vegetation einen breiteren Streifen bildet. Die Gesangsplätze auf Neßsand, am Mühlenberger Loch und im Heuckenlock zeigen, daß in Ausnahmefällen auch Schilf- und Gebüschstreifen besiedelt werden, die im Tidebereich der Elbe liegen. 

Bestandsentwicklung
Der Schilfrohrsänger ist in Hamburg innerhalb der letzten Jahrzehnte drastisch im Bestand zurückgegangen. In den 1930er Jahren war die Art der häufigste Rohrsänger Hamburgs (TANTOW 1930). GARTHE & MITSCHKE (1994) schätzen den Bestand in den 1960er Jahren auf mindestens 200-220 Paare. Wahrscheinlich lag er noch deutlich höher, wie die Diskrepanz in den aktuellen Bestandsschätzungen auf Basis von Zufallsdaten (30-40 Paare bei GARTHE & MITSCHKE 1994) und nach systematischer Gesamtkartierung andeutet. Sämtliche Brutplätze auf der Geest (z.B. Eppendorfer Moor, Bramfelder See, Oberalster zwischen Wellingsbüttel, Hummelsbüttel und Sasel, Harburger Außenmühle) sind bis Mitte der 1970er Jahre erloschen. Einzige Ausnahme war ein Vorkommen 1995 und 1996 an Teichen auf dem Desy-Gelände in Bahrenfeld. In der Marsch sind Vorkommen an der Alten Süderelbe, auf der Hohen Schaar und im Moorgürtel erloschen. Diese Bestandsrückgänge finden ihre Entsprechung in ganz Mitteleuropa und werden für die 1960er Jahre auf negative Einflüsse im Winterquartier zurückgeführt (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1991). In Hamburg sind die damaligen Bestandseinbrüche durch Lebensraumzerstörungen an der Alten Süderelbe, in Altenwerder, auf der Hohen Schaar und an den Geestbrutplätzen verstärkt worden. Insgesamt ergibt sich seit 1960 ein Arealschwund von mehr als 60%. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
85 BP 0,1 BP/km² 5,5 % 42

 

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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 2.500 Reviere Besiedelte TK4 67 (84%)
Bestand in Hamburg 1.350 Reviere Besiedelte km² in HH 254 (33%)
Dichte insgesamt 1,0 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 1,8 Rev./km² Gefährdung RL NI V


Charakteristik
Der Teichrohrsänger ist der Charaktervogel des Schilfröhrichts im Elbtal.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkte liegen in den großen Röhrichten zwischen Pagensand, der Krückaumündung und der Haseldorfer Marsch, von Neßsand entlang des Mühlenberger Lochs bis zur Alten Süderelbe, entlang von Norder- und Süderelbe im Stromspaltungsgebiet und in Teilen der Vier- und Marschlande. Auf der Geest besiedelt die Art die hier eher kleinflächigen Röhrichte der Gewässer und Feuchtgebiete. Im Stadtgebiet kommt der Teichrohrsänger auch mit wenigen Quadratmeter großen Schilfinseln z.B. an der Außenalster (nach Habitatmanagement) oder der Harburger Außenmühle aus.

Lebensraum
Der Teichrohrsänger ist streng an das Vorhandensein von Schilfröhricht gebunden, zwischen dessen Halmen er sein Nest baut.

Bestandstrend
Auf Probeflächen, deren Schwerpunkt im Feuchtgrünland an der Unterelbe und in den Vier- und Marschlanden liegt, ergibt sich für 1992 bis 2011 ein signifikant positiver Bestandstrend. Auch für das schleswig-holsteinische Umland deutet sich eine leichte Bestandszunahme an (1985-1994 490 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 660 RP).

Anmerkungen
Aufgrund der Fähigkeit, das Nest in meist etwa 0,5 m Höhe über dem Wasserspiegel anzulegen, kann die Art im Tideröhricht in hoher Dichte brüten.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitungskarte des Teichrohrsängers zeigt Konzentrationen der Vorkommen zwischen Neßsand und Alter Süderelbe (230 Rev.), im südlichen Wilhelmsburg mit dem Heuckenlock (210 Rev.) sowie in den zentralen Vier- und Marschlanden, insbesondere in der Reit und zwischen Dove- und Gose Elbe (430 Rev.). Auf der Geest sind vor allem Duvenstedter Brook (35 Rev.) und Öjendorfer Park (15 Rev.) von Bedeutung. Im inneren Stadtbereich wurden während der Kartierperiode Vorkommen an der Tarpenbek (Niendorf), im Eppendorfer Moor und an der Außenalster, in Hamm, Bramfeld (Rückhaltebecken Seebek, Bramfelder See) sowie an der Horner Rennbahn nachgewiesen. Insgesamt siedeln im Elbtal 1100 BP und auf der Geest 100 BP. Der Teichrohrsänger erreicht eine mittlere Dichte von 1,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 30,9%. Höchste Dichten pro km² finden sich in den Tideröhrichten an Norder- und Süderelbe um das Heuckenlock mit bis zu 35 BP/100 ha. Auf Probeflächen wurden maximale Dichten von 5,36 BP/10 ha (PF 28 ha, Heuckenlock), 5,76 BP/10 ha (PF 33 ha, Bunthausspitze) bzw. 7,42 BP/10 ha (PF 27,0 ha, Ochsenwerder) ermittelt.

Lebensraum
Verbreitung und Verteilung der Dichtezentren orientieren sich sehr eng am Vorkommen von Schilfröhricht. Die höchsten Dichten werden dabei durchweg im Tidebereich gefunden, wo die Art mit Abstand die dominante Vogelart darstellt (Neßsand, Heuckenlock). An Stadtgewässern (Außenalster, Außenmühle, Bramfelder See, Eppendorfer Moor) oder im Grabennetz der Vier- und Marschlande genügen auch schmale Schilfstreifen geringer Flächenausdehnung, um eine Ansiedlung zu ermöglichen. 

Bestandsentwicklung
Im Vergleich zu den Vorkommen im Elbtal dürften auch in vergangenen Jahrzehnten städtische Brutplätze auf der Geest nur von untergeordneter Bedeutung gewesen sein. Verluste ergaben sich hier vor allem aufgrund von Lebensraum-Verschlechterungen z.B. am Bramfelder See und im Oberalsterraum (Wellingsbüttel, Hummelsbüttel, Mellingbeker Schleuse), wo regelmäßig besetzte Vorkommen spätestens Mitte der 1980er Jahre erloschen. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1200 BP 1,6 BP/km² 30,9 % 236

 

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14.07.2007

Carl-Zeiss-Station / Wedel

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

Bestand insgesamt 4.200 Reviere Besiedelte TK4 78 (98%)
Bestand in Hamburg 2.300 Reviere Besiedelte km² in HH 374 (49%)
Dichte insgesamt 1,7 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V


Charakteristik
Der Sumpfrohrsänger bewohnt v.a. Saumbiotope der Kulturlandschaft.

Verbreitung
Schwerpunkte des Vorkommens befinden sich im Elbtal von den Unterelbemarschen über das Alte Land und die Geestrandmoore, Wilhelmsburg, Neuland und die Vier- und Marschlande bis in die Winsener Marsch. Auf der Geest ist die Art ebenfalls weit verbreitet, erreicht aber nur im Duvenstedter Brook und im Stellmoorer Tunneltal bzw. auf dem Höltigbaum sowie südlich des Sachsenwaldes höhere Dichten. Der bebaute Teil der Stadt ist nicht besiedelt.

Lebensraum
Brutplätze befinden sich meist in Hochstaudenfluren an Saumbiotopen (Gräben, Wege, Wiesen- und Feldränder) bzw. auf Brachflächen, wobei Gewässernähe nicht erforderlich ist. Auch trockene Brachen auf Industrie- bzw. Hafenstandorten können besiedelt werden.

Bestandstrend
Während einige Brutplätze im Stadtgebiet durch Bebauung verloren gegangen sind (z.B. auf 38 km² Stadtkorridor: 1982/83 20 RP, 1997-2000 11 RP, 2007/08 8 RP, Mitschke 2009), haben sich die Bestände in weiten Teilen des Elbtals während der letzten 20 Jahre positiv entwickelt. Für das schleswigholsteinische Umland ergibt sich dagegen eine leichte Abnahme (1985-1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.400 RP).

Anmerkungen
Die Art profitiert deutlich vom Vertragsnaturschutz im Hamburger Elbtal.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitung des Sumpfrohrsängers in Hamburg ist stark auf das Elbtal konzentriert. 1.850 BP kommen hier vor, auf der Geest sind es nur 250 Paare. Dabei sind im Elbtal nur die stark industrialisierten Teile des Hafens sowie wenige Bereiche in den Vier- und Marschlanden unbesiedelt, während sich die Vorkommen auf der Geest am Stadtrand konzentrieren (v.a. Duvenstedter Brook und Umgebung 50 Paare, Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum 65 Paare). Im eigentlichen Stadtbereich tritt die Art nur vereinzelt auf: Volkspark, Eidelstedter Feldmark, Kollauniederung, Kollau/Niendorf, Horner Rennbahn, Bramfeld, Tonndorf (Wandse) und Farmsen (Kupferteich).
Insgesamt erreicht der Sumpfrohrsänger in Hamburg eine mittlere Dichte von 2,8 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 48,5 %. Die Dichten pro km2 liegen 9x bei 20 Rev. und mehr, maximal wurden 30 Rev./100 ha in den Kirchwerder Wiesen bzw. 33 Rev./100 ha auf Spülfeldern in Moorburg ermittelt. Auf Probeflächen lagen die maximalen Siedlungsdichten bei 4,34 Rev./10 ha (PF 29,9 ha, Alte Süderelbe), 4,76 Rev./10 ha (PF 29,4 ha, Spülfelder Waltershof) bzw. 4,87 Rev./10 ha (PF 10,3 ha, Bostelbek).

Lebensraum
Der Sumpfrohrsänger ist Bewohner von Hochstaudenfluren und kommt auch gewässerunabhängig in geeigneten Vegetationsstrukturen vor. Große Bedeutung haben dabei Brennesselbestände, vor allem entlang des Grabennetzes im Elbtal, aber auch wegbegleitende Hochstaudensäume oder Brachen. Im Stadtbereich reichen sehr kleine Ruderalflächen aus, um einzelnen Paaren eine Ansiedlung zu erlauben (z.B. Kollau in Niendorf, verwilderte Grundstücke in Rissen). Der Flächenanspruch eines Paares liegt unter 0,3 ha (GNIELKA in SCHÖNBRODT & SPRETKE 1989). 

Bestandsentwicklung
Der Sumpfrohrsänger profitiert von der Nutzungsextensivierung und –aufgabe, vor allem im Süderelberaum. Hier hat in den 1990er Jahren eine deutliche Bestandszunahme stattgefunden. Alleine im Moorgürtel wurden 2000 auf 960 ha 123 Reviere ermittelt. Dagegen sind in den letzten Jahrzehnten im inneren Stadtbereich fast alle Vorkommen erloschen. Viele dieser städtischen Brutplätze existierten nur wenige Jahre, vor allem während größerer Baumaßnahmen (z.B. City Nord). Der Arealverlust seit 1960 summiert sich auf fast 20 % des ehemaligen Verbreitungsgebiets. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2100 BP 2,8 BP/km² 48,5 % 370

 

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Männchen

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17.10.2010

Parsteiner See / Brandenburg

Hans-Hermann Harms 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

Bestand insgesamt 2 Reviere Besiedelte TK4 2 (3%)
Bestand in Hamburg 1 Reviere Besiedelte km² in HH 1 (0%)
Dichte insgesamt 0,0 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,0 Rev./km² Gefährdung RL HH 1, NI 1, SH 1


Charakteristik
Der Drosselrohrsänger kommt im Hamburger Raum am nordwestlichen Arealrand nur noch sporadisch vor.

Verbreitung
Regelmäßig besetzte Brutgebiete gibt es derzeit nicht, Nachweise stammen gelegentlich aus dem Duvenstedter Brook, der Reit und der Winsener Marsch.

Lebensraum
Besiedelt werden große Röhrichte, wobei die Art den wasserseitigen Rand der Schilfbestände bevorzugt und vor allem an stehenden bzw. langsam fließenden Gewässern brütet. Gesangsvorkommen sind aber auch aus dem Tideröhricht an der Elbe bekannt.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war der Drosselrohrsänger im Hamburger Raum deutlich weiter verbreitet als heute (u.a. Eppendorfer Moor, Eppendorfer Mühlenteich, „besonders in Vierlanden“; Dietrich 1928). Auch für die 1960er Jahre wurden noch ca. 10 RP allein in Hamburg angegeben, auf Pagensand wurden bis zu 5-6 Sänger nachgewiesen (Garthe & Mitschke 1994).

Anmerkungen
Die Bestandsrückgänge dürften eher arealgeografische Ursachen haben, auch wenn einige städtische Brutplätze durch Überbauung verloren gegangen sind.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Drosselrohrsänger ist in Hamburg nur unregelmäßiger Brutvogel. Am ehesten tritt er in der Reit und am Öjendorfer See auf, wobei Brutnachweise meist nicht gelingen und nur wochenlang singende Männchen nachgewiesen sind. Daneben sind aus den letzten Jahren Gesangsplätze auf der Hohen Reit, im Vorland Zollenspieker, in Altenwerder und im Heuckenlock gemeldet worden. Der Bestand liegt zwischen null und drei Sängern pro Jahr.

Lebensraum
Besiedelt werden in Hamburg nur größere Altschilfbestände. Der Drosselrohrsänger benötigt dabei lockeres, überschwemmtes Altschilf und bevorzugt die wasserseitigen Schilfränder. Möglicherweise schränkt das sein Vorkommen im Tidebereich der Elbe ein, weil hier der Tidenhub eine sichere Nestanlage unmöglich macht. 

Bestandsentwicklung
Der Drosselrohrsänger erreicht in Hamburg die Westgrenze seiner Verbreitung und war schon immer nur seltener Brutvogel. Allerdings brütete die Art noch in den 1960er Jahren regelmäßig in Hamburg (ca. 10 BP, u.a. noch auf Neßsand, an der Alten Süderelbe, am Bramfelder See, im Achtermoor und an der Harburger Außenmühle) und vor allem im Unterelberaum (z.B. Pagensand/PI mit 5-6 Sängern, heute erloschen; GARTHE & MITSCHKE 1994). Inwieweit Lebensraum-Verschlechterungen vor Ort (insbesondere Elbvertiefungen) eine wichtige Rolle für den Rückgang bzw. das lokale Verschwinden des Drosselrohrsängers spielten, muß Spekulation bleiben. Zumindest im Bereich der Alten Süderelbe und an den städtischen Brutplätzen (Bramfelder See, Außenmühle Harburg) hat Habitatzerstörung das Verschwinden bewirkt. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
3 BP 0,0 BP/km² 0,9 % 7