Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

14.07.2007

Carl-Zeiss-Station / Wedel

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

Bestand insgesamt 4.200 Reviere Besiedelte TK4 78 (98%)
Bestand in Hamburg 2.300 Reviere Besiedelte km² in HH 374 (49%)
Dichte insgesamt 1,7 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V


Charakteristik
Der Sumpfrohrsänger bewohnt v.a. Saumbiotope der Kulturlandschaft.

Verbreitung
Schwerpunkte des Vorkommens befinden sich im Elbtal von den Unterelbemarschen über das Alte Land und die Geestrandmoore, Wilhelmsburg, Neuland und die Vier- und Marschlande bis in die Winsener Marsch. Auf der Geest ist die Art ebenfalls weit verbreitet, erreicht aber nur im Duvenstedter Brook und im Stellmoorer Tunneltal bzw. auf dem Höltigbaum sowie südlich des Sachsenwaldes höhere Dichten. Der bebaute Teil der Stadt ist nicht besiedelt.

Lebensraum
Brutplätze befinden sich meist in Hochstaudenfluren an Saumbiotopen (Gräben, Wege, Wiesen- und Feldränder) bzw. auf Brachflächen, wobei Gewässernähe nicht erforderlich ist. Auch trockene Brachen auf Industrie- bzw. Hafenstandorten können besiedelt werden.

Bestandstrend
Während einige Brutplätze im Stadtgebiet durch Bebauung verloren gegangen sind (z.B. auf 38 km² Stadtkorridor: 1982/83 20 RP, 1997-2000 11 RP, 2007/08 8 RP, Mitschke 2009), haben sich die Bestände in weiten Teilen des Elbtals während der letzten 20 Jahre positiv entwickelt. Für das schleswigholsteinische Umland ergibt sich dagegen eine leichte Abnahme (1985-1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.400 RP).

Anmerkungen
Die Art profitiert deutlich vom Vertragsnaturschutz im Hamburger Elbtal.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitung des Sumpfrohrsängers in Hamburg ist stark auf das Elbtal konzentriert. 1.850 BP kommen hier vor, auf der Geest sind es nur 250 Paare. Dabei sind im Elbtal nur die stark industrialisierten Teile des Hafens sowie wenige Bereiche in den Vier- und Marschlanden unbesiedelt, während sich die Vorkommen auf der Geest am Stadtrand konzentrieren (v.a. Duvenstedter Brook und Umgebung 50 Paare, Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum 65 Paare). Im eigentlichen Stadtbereich tritt die Art nur vereinzelt auf: Volkspark, Eidelstedter Feldmark, Kollauniederung, Kollau/Niendorf, Horner Rennbahn, Bramfeld, Tonndorf (Wandse) und Farmsen (Kupferteich).
Insgesamt erreicht der Sumpfrohrsänger in Hamburg eine mittlere Dichte von 2,8 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 48,5 %. Die Dichten pro km2 liegen 9x bei 20 Rev. und mehr, maximal wurden 30 Rev./100 ha in den Kirchwerder Wiesen bzw. 33 Rev./100 ha auf Spülfeldern in Moorburg ermittelt. Auf Probeflächen lagen die maximalen Siedlungsdichten bei 4,34 Rev./10 ha (PF 29,9 ha, Alte Süderelbe), 4,76 Rev./10 ha (PF 29,4 ha, Spülfelder Waltershof) bzw. 4,87 Rev./10 ha (PF 10,3 ha, Bostelbek).

Lebensraum
Der Sumpfrohrsänger ist Bewohner von Hochstaudenfluren und kommt auch gewässerunabhängig in geeigneten Vegetationsstrukturen vor. Große Bedeutung haben dabei Brennesselbestände, vor allem entlang des Grabennetzes im Elbtal, aber auch wegbegleitende Hochstaudensäume oder Brachen. Im Stadtbereich reichen sehr kleine Ruderalflächen aus, um einzelnen Paaren eine Ansiedlung zu erlauben (z.B. Kollau in Niendorf, verwilderte Grundstücke in Rissen). Der Flächenanspruch eines Paares liegt unter 0,3 ha (GNIELKA in SCHÖNBRODT & SPRETKE 1989). 

Bestandsentwicklung
Der Sumpfrohrsänger profitiert von der Nutzungsextensivierung und –aufgabe, vor allem im Süderelberaum. Hier hat in den 1990er Jahren eine deutliche Bestandszunahme stattgefunden. Alleine im Moorgürtel wurden 2000 auf 960 ha 123 Reviere ermittelt. Dagegen sind in den letzten Jahrzehnten im inneren Stadtbereich fast alle Vorkommen erloschen. Viele dieser städtischen Brutplätze existierten nur wenige Jahre, vor allem während größerer Baumaßnahmen (z.B. City Nord). Der Arealverlust seit 1960 summiert sich auf fast 20 % des ehemaligen Verbreitungsgebiets. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2100 BP 2,8 BP/km² 48,5 % 370