Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

adult

 

 

25.04.2006

Boek / Mueritz

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 1.500 Reviere Besiedelte TK4 66 (83%)
Bestand in Hamburg 510 Reviere Besiedelte km² in HH 134 (17%)
Dichte insgesamt 0,6 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,7 Rev./km² Gefährdung RL HH 3, NI V

 

Charakteristik
Der Waldlaubsänger ist ein in Bodennähe brütender Waldvogel.

Verbreitung
Das Verbreitungsbild zeigt ein geschlossenes Vorkommen im Osten des Berichtsgebietes mit Schwerpunkten in der Hahnheide und im Sachsenwald, während nach Westen hin größere Vorkommen nur in den großen Wäldern der Harburger Berge sowie im Rüstjer Forst existieren. Das Stadtgebiet Hamburgs ist nur in seinen Randlagen spärlich besiedelt, aus dem Elbtal fehlen Nachweise weitgehend.

Lebensraum
Der Waldlaubsänger bewohnt größere Wälder und waldartige Grünanlagen, wenn es ältere Bäume mit einem freien, locker beasteten Stammraum unter einem schattigen Kronendach gibt. Gerne werden bodenfeuchte Standorte besiedelt.

Bestandstrend
Die Art galt Anfang des 20. Jahrhunderts als „stellenweise recht häufig“ (Dietrich 1928) und hat zumindest in den letzten Jahrzehnten spürbar im Bestand abgenommen. So ging der Bestand im schleswig-holsteinischen Umland in den letzten zwei Jahrzehnten von 1985-1994 1.500 RP (Berndt et al. 2002) auf 2004-2008 900 RP zurück.

Anmerkungen
Für die Art typisch sind starke jahrweise Bestandsschwankungen, z.T. in Abhängigkeit von der Kleinsäugerdichte (Mäuse gefährden die Gelege).

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitungsschwerpunkte des Waldlaubsängers in Hamburg sind die Harburger Berge mit der Fischbeker Heide (180 BP), Klövensteen und Wittenbergener Heide (55 BP), Niendorfer Gehege und Volkspark (zusammen 34 BP), Raakmoor (25 BP), Wittmoor (12 BP), Duvenstedter Brook/Wohldorfer Wald (50 BP) und Volksdorfer Wald mit Umgebung (40 BP). Im Stadtpark als innenstadtnächster Brutplatz siedelten während der Kartierperiode 14 BP, während der Ohlsdorfer Friedhof nicht mehr besetzt war. Eine Erfassung im Jahre 2000 ergab für den Stadtpark allerdings nur noch 5 besetzte Reviere. Weitere regelmäßig besetzte Brutvorkommen im Stadtgebiet finden sich im Wandsbeker Gehölz und im Jenischpark. Im Elbtal sind nur ganz vereinzelte Vorkommen aus dem Süderelbemooren, der Reit und dem NSG „Zollenspieker“ bekannt.
Der Gesamtbestand des Waldlaubsängers in Hamburg beläuft sich auf 490 BP, die Art erreicht dabei eine mittlere Dichte von 0,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 16,9 %. Pro km2 liegen die höchsten Dichten bei 14 (Haake) bzw. 16 BP (Fischbeker Heide). Auf Probeflächen wurden maximale Dichtewerte von 2,6 BP/10 ha (Volksdorfer Wald), 2,9 BP/10 ha (Rissener Fischteiche) und 4,4 BP/10 ha (Niendorfer Gehege) erreicht.

Lebensraum
Der Waldlaubsänger ist ein klassischer Waldvogel, dessen Vorkommen sich auf ältere Laub- und Mischwaldgebiete konzentrieren. Der Anspruch an eine geschlossene Kronenschicht, einzelne Äste zwischen Strauch- und Kronenschicht und eine geringe Ausprägung der Strauchschicht wird mit zunehmendem Alter auch in bisher nicht besiedelten Lebensräumen auf moorigen Standorten erfüllt. Beispiele sind Vorkommen mit teilweise hohen Siedlungsdichten in Moorbirkenwäldern auf entwässerten Standorten im Raakmoor, Wittmoor und Duvenstedter Brook. In den 1980er Jahren wurden vereinzelt erstmals die Birkenwälder im Francoper und Nincoper Moor besiedelt. Ähnliche Strukturen bewohnt der Waldlaubsänger auch in der Reit und im NSG Zollenspieker. Auf sandigen Standorten in der Wittenbergener Heide und den Besenhorster Sandbergen werden in Eichenkrattwäldern ebenfalls höhere Dichten erreicht.

Bestandsentwicklung
Das Verbreitungsbild des Waldlaubsängers hat sich während der letzten Jahrzehnte nur unwesentlich verändert. Erloschen sind Vorkommen an der Harburger Außenmühle, auf dem Ohlsdorfer Friedhof und an der Oberalster zwischen Hummelsbüttel und Wellingsbüttel. Im Elbtal sind dagegen zögerliche Neubesiedlungen von Birkenwäldern zu verzeichnen, die durch die Entwässerung der Landschaft entstanden sind. In den 1990er Jahren kam es nach stärkeren jahrweisen Schwankungen 1997 zu einem deutlichen Bestandseinbruch, von dem sich die Art bisher nicht erholt hat. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
490 BP 0,6 BP/km² 16,9 % 129