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Federkleid

 

 

Datum

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Fotograf

 

kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

21.06.2014

Fårö Gotland / Schweden

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 4.100 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.400 Reviere Besiedelte km² in HH 631 (82%)
Dichte insgesamt 1,7 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,1 Rev./km² Gefährdung  

 

Charakteristik
Die Klappergrasmücke ist unter den Grasmücken am ehesten ein typischer Vogel menschlicher Siedlungen.

Verbreitung
Die Art ist fast flächendeckend verbreitet und bewohnt vor allem den bebauten Teil der Stadt mit den Dörfern im Alten Land und den Vier- und Marschlanden sowie Teile der Stader Geest, des östlichen Hamburgs Umlandes und rund um Schwarzenbek in höherer Dichte. Nur vereinzelt vertreten ist sie in den gehölzarmen Unterelbemarschen, Teilen des Hafens sowie in großen Wäldern.

Lebensraum
Wichtig für eine Ansiedlung sind sonnige, dichte und niedrige Sträucher, meist in Form von Knicks, Hecken oder Gebüschgruppen. Diese können in der halboffenen Agrarlandschaft, aber auch in Gärten, Grünanlagen und selbst in der Innenstadt besiedelt werden.

Bestandstrend
Die Bestände der Klappergrasmücke haben sich offenbar weder lang- noch kurzfristig einschneidend verändert. Im Zuge der Stadtkorridorkartierung wurden schwankende Vorkommen dokumentiert (1982/83 134 RP, 1997-2000 74 RP, 2007/08 107 RP, Mitschke 2009), im schleswig-holsteinischen Umland hat sich der Bestand in den letzten etwa 20 Jahren kaum verändert (1985- 1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.500 RP).

Anmerkungen
Probeflächen-Untersuchungen ergaben zuletzt einen leicht positiven Trend.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsbild der Klappergrasmücke in Hamburg zeigt eine unregelmäßige, lückige Verteilung über das gesamte Stadtgebiet. Im Elbtal ist die Art vor allem Brutvogel in den Dörfern des Alten Landes und der Vier- und Marschlande sowie in den Wohnvierteln Wilhelmsburgs. In der freien Landschaft, im eigentlichen Obstgürtel und im Hafen fehlt die Klappergrasmücke dagegen weitgehend. Auf der Geest sind Konzentrationen in Harburg, Sülldorf, Osdorf, Lurup, Schnelsen, Barmbek, Bramfeld und Bergedorf angedeutet. Die Klappergrasmücke erreicht aber auch die Innenstadt und besiedelt in geringer Dichte die City.
Der Brutbestand in Hamburg beträgt insgesamt 2.100 BP, die Art erreicht eine mittlere Siedlungsdichte von 2,8 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 79,0 %. Maximale Dichten pro km² liegen bei 13 Rev. (Hummelsbüttel) bzw. 14 Rev. (Volksdorf), auf Probeflächen wurden Dichten von 2,38 BP/10 ha (PF 25,2 ha, Wilhelmsburg-Süd), 2,40 BP/10 ha (PF 33,4 ha, Sülldorf), 2,67 BP/10 ha (PF 15 ha, Eppendorfer Moor) bzw. 3,0 BP/10 ha (PF 10 ha, Billstedt/Horn) ermittelt.

Lebensraum
Die disjunkte Verbreitung der Klappergrasmücke zeigt, daß die Art nicht an eine bestimmte Stadtzone oder einen Landschaftstyp gebunden ist, sondern überall dort auftritt, wo ihre speziellen Ansprüche an die Struktur des Bruthabitats erfüllt sind. Wichtig sind dabei nicht zu schattige dichte Gebüsche oder Hecken, die möglichst von einigen sie überragenden Bäumen begleitet werden sollen (GNIELKA in SCHÖNBRODT & SPRETKE 1989). Diese Ansprüche werden lokal bis in die City erfüllt, finden sich in vielen Teilen der Wohnblockzone innerhalb kleiner Grünanlagen (oft Spielplätze) und zwischen den Häuserblocks in Hecken und sind auch in weiten Teilen der Gartenstadt erfüllt. Hier werden die in den 1950er Jahren entstandenen Siedlungen, die sich eine halboffene Struktur erhalten haben, vor stark durchgrünten und durch eine aufwachsende Baumschicht dominierten Gebieten bevorzugt. Größere Grünanlagen wie der Ohlsdorfer Friedhof sind dagegen kaum besiedelt, weil dichte Gebüsche fehlen oder auf Friedhöfen stark beschattete Standorte überwiegen. Größere Bedeutung haben Kleingärten, die teilweise kleinparzelliert dichte, alte Hecken aufweisen und damit günstige Lebensmöglichkeiten bieten (vgl. Tab.). Im Elbtal ist die Klappergrasmücke eine typische Vogelart der traditionellen dörflichen Strukturen.

Bestandsentwicklung
Die Bestände der Klappergrasmücke dürften in den letzten Jahrzehnten leicht zurückgegangen sein. Betroffen waren vor allem Vorkommen in der Gartenstadt, die inzwischen eine weitgehend geschlossene Baumschicht aufweisen und daher als Lebensraum ungeeignet sind (z.B. Fuhlsbüttel, Wellingsbüttel). Auch aus dem Stadtpark ist die Art inzwischen wohl verschwunden (1965 noch 4 Rev., EGGERS 1969, J. Hartmann unveröff.). 

Dichte auf Probeflächen   Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf Feucht-
gebiete
Feld-
mark
Klappergrasmücke Hektar 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4 475,1 1088,4
  Anzahl
Probeflächen
81 80 6 196 19 21 57 16 21
  Reviere 63 93 5 267 30 17 92 9 21
  Stetigkeit 45,7 56,3 50,0 65,8 84,2 38,1 73,7 50,0 53,1
Dichte Median 0,00 0,37 0,13 0,44 0,64 0,00 0,57 0,14 0,21
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,25 0,39 0,25 0,50 0,71 0,30 0,51 0,26 0,22
  Standard-
abweichung
0,35 0,38 0,35 0,49 0,60 0,56 0,43 0,30 0,27

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.100 BP 2,8 BP/km² 79,0 % 603