Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

adult

 

 

04.06.2011

Neu Wulmstorf

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 5.500 Reviere Besiedelte TK4 79 (99%)
Bestand in Hamburg 2.300 Reviere Besiedelte km² in HH 450 (59%)
Dichte insgesamt 2,2 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 3,0 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Dorngrasmücke brütet an Wegen und Feldrändern in der Kulturlandschaft.

Verbreitung
Die Art zeigt eine gleichmäßige Verbreitung, nur der bebaute Teil der Stadt wird fast gänzlich gemieden. Im Alten Land, Stromspaltungsgebiet und den Vier- und Marschlanden ist sie häufiger vertreten als in den Unterelbemarschen. Auch die Agrarlandschaft auf der Geest ist flächendeckend besiedelt.

Lebensraum
Neststandorte befinden sich geschützt in dichtem Strauchwerk und werden gerne in Brombeergebüsch angelegt. Die Art brütet in der Feldmark und den Marschen entlang von Straßen, Wegen, Grabenrändern, an Waldrändern, auf Lichtungen u.ä. In der Stadt werden Hafen- und Industriebrachen besiedelt.

Bestandstrend
Im Vergleich zum frühen 20. Jahrhundert ist der Bestand der Dorngrasmücke zurückgegangen, galt die Art damals doch als „gemeinste Grasmückenart“ mit Vorkommen auch in Gärten, Parks und Anlagen (Dietrich 1928). Nach dem durch Verluste in den Winterquartieren bedingten, europaweiten Bestandseinbruch Ende der 1960er Jahre hat der Bestand in den letzten 20 Jahren sowohl in Hamburg (Monitoring häufiger Brutvögel, 1992-2011, im Mittel +5,5±0,7%** pro Jahr) als auch im schleswig-holsteinischen Umland (1985-1994 1.700 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 2.400 RP) wieder zugenommen.

Anmerkungen
Die Bebauung städtischer Brachen hat einige Brutplätze der Art vernichtet.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Dorngrasmücke zeigt eine starke Konzentration der Vorkommen im Elbtal, wo das Alte Land und der Moorgürtel flächendeckend besiedelt sind. Dieses geschlossene Siedlungsgebiet setzt sich über den Hafen und Wilhelmsburg sowie Neuland/Gut Moor bis in die Vier- und Marschlande fort, wo regionale Konzentrationen in Curslack, Neuengamme und Teilen Kirchwerders erkennbar sind. Insgesamt siedeln im Elbtal 1500 BP, auf der Geest dagegen nur 600 BP. Diese verteilen sich vor allem auf die verbliebenen Feldmarken im Hamburger Westen (Rissen bis Osdorf 100 BP), die Niederungen von Kollau und Tarpenbek (Eidelstedt bis Langenhorn 50 BP), die Hummelsbütteler Feldmark (40 BP), die Walddörfer mit Wittmoor und Duvenstedter Brook (140 BP) und den Nordosten Hamburgs von Volksdorf bis zum Höltigbaum (170 BP). Einzelne Paare kommen auch im geschlossen bebauten Bereich Hamburgs vor: Tarpenbek in Lokstedt, Groß Borstel, Klostertor, Barmbek-Nord (Seebek), Horner Rennbahn, Jenfeld, Berne und Tonndorf (Wandse).
Der Gesamtbestand der Dorngrasmücke von 2100 BP in Hamburg entspricht einer mittleren Dichte von 2,8 BP/100 ha und verteilt sich auf eine Rasterfrequenz von 56,9 %. Maximale Dichten pro km2 fanden sich mit 27 BP im Stellmoorer Tunneltal, Höltigbaum und Neuengamme bzw. 30 BP in Kirchwerder. Dichten auf Probeflächen lagen maximal bei 3,95 BP/10 ha (PF 38 ha, Kirchwerder Wiesen) und 4,87 BP/10 ha (PF 10,3 ha, Bostelbek).

Lebensraum
Entscheidend für die Siedlungsdichte der Dorngrasmücke sind Randstrukturen wie Hecken oder Hochstaudensäume, die entlang von Wegen oder Gräben sowie an Waldrändern auftreten. Höchste Siedlungsdichten werden in Feldmark und Ackerlandschaft beobachtet (vgl. Tab.). Der ehemals bedeutende Lebensraum auf städtischen Brachen ist weitgehend verschwunden, letzte Vögel siedeln hier z.B. in Klostertor.

Bestandsentwicklung
In den letzten Jahrzehnten ist die Dorngrasmücke aus einigen Teilen Hamburgs verschwunden. Verantwortlich dafür waren vor allem zwei Entwicklungen: Zum einen ließ die Bebauung von kriegsbedingten Brachen und Trümmerflächen im inneren Stadtgebiet unmittelbar nach dem Krieg neu entstandene Vorkommen wieder erlöschen (z.B. Alter Botanischer Garten, Hamm, Eimsbüttel, St. Pauli). Zahlenmäßig bedeutsamer waren aber Verluste durch die zunehmende Bebauung der Feldmark vor allem im Norden Hamburgs, wo während der 1960er und 1970er Jahre zahlreiche Brutplätze verlorengingen (z.B. Niendorf, Langenhorn, Wellingsbüttel, Poppenbüttel, Hummelsbüttel). Diese Verluste summieren sich zu einem Arealschwund von 15 %.

 

Dichte auf Probeflächen   Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
 Dorngrasmücke Hektar 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
16 13 31 6 64
  Reviere 22 26 133 39 180
  Stetigkeit 56,3 53,8 81,3 100,0 82,8
Dichte Median 0,24 0,45 0,87 1,01 0,50
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,54 0,48 1,03 1,29 0,69
  Standard-
abweichung
0,79 0,51 0,89 1,19 0,76

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.100 BP 2,8 BP/km² 56,9 % 434