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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 10.000 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 4.200 Reviere Besiedelte km² in HH 586 (76%)
Dichte insgesamt 4,1 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 5,5 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Der Fitis ist ein Anfang April eintreffender Bewohner von „Pionierwäldern“.

Verbreitung
Die Art kommt fast flächendeckend vor und erreicht ihre höchsten Dichten im Rüstjer Forst mit dem Feerner Moor, in Teilen des Elbtals mit seinen Birken- und Weidenwäldern, im Norden Hamburgs mit dem Duvenstedter Brook, in Teilen der Oberalsterniederung, auf dem Höltigbaum und im Sachsenwald. Verbreitungslücken existieren nur im Inneren Hamburgs und Teilen des Hafens sowie in großen, geschlossenen Waldgebieten.

Lebensraum
Der Fitis besiedelt vor allem Jungwaldstadien auf Lichtungen, an Waldrändern, aber auch auf Stadtbrachen. Hohe Dichten werden in Birkenmooren und den Weiden-Auwäldern auf den Elbinseln und im Außendeichsbereich erreicht.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts scheint der Fitis auch noch „größere Gärten der Stadt“ besiedelt zu haben (Dietrich 1928). Der Bestand der Art geht schon seit Jarhrzehnten stark zurück (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 239 RP, 1997-2000 97 RP, 2007/08 22 RP, Mitschke 2009). Auch im schleswig-holsteinischen Umland hat der Bestand in den letzten zwei Jahrzehnten abgenommen (1985- 1994 8.400 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 4.300 RP).

Anmerkungen
Die Ursachen für die Rückgänge in ganz Nordwesteuropa dürften in den Winterquartieren liegen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Fitis zeigt im Elbtal eine geschlossene Verbreitung, die nur in den Vier- und Marschlanden in baumfreien Landschaftsteilen und in den stark industrialisierten Bereichen des Hafens Lücken aufweist. Auf der Geest sind Schwerpunkte des Vorkommens im Klövensteen, Raakmoor, Wittmoor, Duvenstedter Brook und im Hamburger Nordosten mit Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum erkennbar. Auch der Öjendorfer Park und Friedhof gehören zu den Siedlungszentren der Art. Im inneren Stadtbereich sind Ohlsdorfer Friedhof und Stadtpark sowie Eppendorfer Moor wichtige Brutplätze. Entlang des Elbufers dringt die Art stadtwärts bis nach Ottensen vor. Einzelvorkommen sind auch in Citynähe, beispielsweise in Hoheluft, an der Außenalster (Alsterpark), in St. Georg und im Hammer Park (1997 3 BP), besetzt.
Der Brutbestand des Fitis in Hamburg beträgt 4.600 BP, die Art erreicht eine mittlere Dichte von 6,0 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 76,3 %. Großflächig maximale Dichten pro km² wurden mit 50 BP (Stellmoorer Tunneltal/Höltigbaum, Duvenstedter Brook), 60 BP (Boberger Niederung) und 70 BP (Nincoper Moor) dokumentiert. Kleinflächig konnten auf Probeflächen maximale Werte von 6,25 BP/10 ha (PF 48,0 ha, Duvenstedter Brook), 7,28 BP/10 ha (PF 27,5 ha, Boberger Niederung) bzw. 8,1 BP/10 ha (PF 24,8 ha, Stellmoorer Tunneltal) ermittelt werden.

Lebensraum
Der Fitis ist ein Charaktervogel lichter Birkenwälder und Weidenauen im Elbtal und auf der Geest. Stellenweise ist die Art hier häufigster Brutvogel (Teile des Moorgürtels, Raakmoor, Wittmoor, Duvenstedter Brook, Höltigbaum, Achtermoor). In der Stadt werden lediglich größere Grünanlagen besiedelt, in der Gartenstadt fehlt der Fitis fast vollständig. Das gilt auch für Teile der Harburger Berge, wo die Art in dichten Nadelwaldgebieten nur ausnahmsweise als Brutvogel auftritt. Die Erfassung und Einschätzung der Vorkommen wird durch das massenhafte Auftreten von durchziehenden nordischen Brutvögeln beeinträchtigt, die zwischen Ende April und Mitte Mai die Gartenstadt Hamburgs flächenhaft zur Zugrast nutzen und hier auch regelmäßig mehrere Tage singen.

Bestandsentwicklung
Die Bestände des Fitis sind in Hamburg langfristig wohl weitgehend stabil. Arealverluste konzentrieren sich auf den Alten Botanischen Garten sowie die Wallanlagen und auf Teile des östlichen Stadtgebietes zwischen Barmbek, Dulsberg, Hamm und Wandsbek. Meist dürfte für das lokale Verschwinden der Art die Bebauung letzter Freiflächen im Stadtgebiet verantwortlich sein.

 

Dichte auf Probeflächen   Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf Laubwald Mischwald
Fitis Hektar 457,6 488,5 1930,4 172,7 286,4
  Anzahl
Probeflächen
19 21 57 7 13
  Reviere 32 39 178 23 28
  Stetigkeit 73,7 71,4 87,7 71,4 61,5
Dichte Median 0,69 0,82 0,84 0,53 0,39
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,68 0,76 0,93 1,13 0,89
  Standard-
abweichung
0,58 0,68 0,67 1,56 1,28
    Nadelwald Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feldmark  
  Hektar 533,5 475,1 539 1088,4  
  Anzahl
Probeflächen
18 16 13 31  
  Reviere 15 124 49 197  
  Stetigkeit 42,1 87,5 84,6 71,9  
Dichte Median 0,00 2,17 0,91 0,72  
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,32 2,31 0,96 1,45  
  Standard-
abweichung
0,50 1,61 0,69 1,91  

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
4.600 BP 6,0 BP/km² 76,3 % 582