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Federkleid

 

 

Datum

Ort

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adult

 

 

22.02.2015

NSG Finkenwerder Süderelbe

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status
Sehr häufiger Brutvogel, häufiger Durchzügler und Wintergast

Brut
Die häufigste Meisenart in Hamburg, im ganzen Berichtsgebiet vertreten. Auf den knapp 150 für den Brutvogelatlas kartierten Flächen wurden die höchsten Siedlungsdichten von 100 bis 140 Rev./km² auf 17 Flächen in Nienstedten, Osdorf, Altona,  Eimsbüttel, Lokstedt, Niendorfer Gehege, Mühlenau, Klosterstern, Gr. Flottbek, Kl. Flottbek, Hagenbeks Tierpark, Eppendorf und Dammtor registriert. Dichten zwischen 50 und 100 Rev./km² wurden auf 46 weiteren Flächen ermittelt. Die niedrigsten Dichten von 2 bis 10 Rev./km² wiesen die Flächen im Hafen und in den Vier- und Marschlanden (Waltershof, Hohe Schaar-Hafen, Kuhwerder Hafen, Steinwerder, Norderelbe/Grasbrook, Neuland, Ochsenwerder, Kirchwerder Wiesen, Curslack und  Neuengamme) auf. (A. DWENGER, A. MITSCHKE). Die Mittelwerte liegen dort bei knapp 8 Rev./km² und ähneln somit den dort ermittelten Werten für die Blaumeise.

Zug und Rast
Basierend auf Zahlen von erfassten Wegziehern am Hamburger Yachthafen in Wedel lassen sich Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren feststellen. In allen Jahren treten die Maxima in der Zeit von Ende September bis Ende Oktober auf. Die Summen der erfassten Vögel unterscheiden sich jedoch sehr stark. Während im Jahr 2012 über 8.100 Vögel durchgezogen, waren es in den folgenden Jahren knapp 4.200, 1.500 und 2015 nur 849 Vögel. Die Mittelwerte der Tagessummen betrugen dementsprechend ca. 11, 6, 2 bzw. 1 Vogel pro Viertelstunde Beobachtungszeit.

Die höchsten Tagessummen am Hamburger Yachthafen für die Berichtsjahre

17.10.2012 963 Ind. Zug nach S M. Kandolf, A. Zours
22.10.2013 769 Ind. Zug nach S A. Zours
26.10.2014 222 Ind. Zug nach S T.Stegmann
10.10.2015 156 Ind. Zug nach S T. Stegmann

 

Außer am Yachthafen wurden im Unterschied zur Blaumeise nur wenige größere Trupps während der Zugzeit beobachtet. Von den insgesamt 11 Meldungen von Trupps mit mindestens 15 Vögeln, fallen 5 auf das Jahr 2012 und jeweils 2 auf die folgenden Jahre. Der größte Trupp mit ca. 30 Vögeln - zusammen mit ca. 100 Blaumeisen -  wurde am 07.09.2012 im Duvenstedter Brook beobachtet (K. WESOLOWSKI).
Außergewöhnlich war auch die Beobachtung von ca. 40  Kohlmeisen, die im Trupp zusammen mit ungefähr 80 Schwanz- und Blaumeisen in der Nähe der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld/OD am 05.07.2015 nach Nahrung suchten (K. WESOLOWSKI).

Winter
Die Truppbildung scheint in Wintermonaten nicht so ausgeprägt wie bei der Blaumeise. Es liegen nur 32 Beobachtungen von Trupps mit mindestens 15 Vögeln vor. Nur in einem Fall wurde am 18.12.2014 in Bahrenfeld mit ca. 65 Vögeln ein Trupp mit mehr als 50 Kohlmeisen beobachtet (A. DWENGER).

 

Der langfristige und kurzfristige Trend sind bei der Art stabil

Bearbeitung durch Krzysztof Wesolowski


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

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Bestand insgesamt 54.000 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 35.000 Reviere Besiedelte km² in HH 755 (98%)
Dichte insgesamt 22,0 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 45,6 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Kohlmeise ist in Hamburg nach der Amsel die häufigste Brutvogelart.

Verbreitung
Die Art ist im Hamburger Raum flächendeckend verbreitet, wobei die höchsten Dichten im bebauten Teil der Stadt auf der Geest nördlich der Elbe, im Harburger Raum und in Bergedort erreicht werden.

Lebensraum
Kleinteiliger Strukturreichtum, großes Angebot an Nistkästen, eine zumindest in blütenreichen Gärten gute Nahrungsversorgung und hohe Überlebensraten durch winterliche Fütterung bedeuten besonders günstige Lebensbedingungen in der Gartenstadt, in Grünanlagen und Teilen der Wohnblockzone. Auch Laub- und Nadelwälder können bei ausreichenden Nistmöglichkeiten in hoher Dichte besiedelt werden. Gebäudebruten kommen regelmäßig vor.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war die Kohlmeise „wohl die häufigste Meise, aber in der Stadt nicht so zahlreich wie die Blaumeise (Dietrich 1928). Die Ausbreitung bis in innerstädtische Lagen setzte wohl nach dem Zweiten Weltkrieg ein und ist für die letzten drei Jahrzehnte gut dokumentiert (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 1.143 RP, 1997-2000 2.312 RP, 2007/08 2.151 RP, Mitschke 2009).

Anmerkungen
Im Umland hat der Bestand in den letzten zwei Jahrzehnten ebenfalls zugenommen (1985-1994 11.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 15.100 RP).

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

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Verbreitung und Bestand
Die Kohlmeise ist nach der Amsel die zweithäufigste Brutvogelart in Hamburg und zeigt eine flächendeckende Verbreitung mit sehr wenigen unbesiedelten Quadratkilometern (Hafen, baumfreie Vier- und Marschlande, Flughafen Fuhlsbüttel). In diesen Gebieten finden sich auch flächig geringere Dichten, was ebenfalls für das Obstanbaugebiet des Alten Landes gilt.
Der Gesamtbestand der Kohlmeise in Hamburg beträgt bei einer mittleren Dichte von 47,1 BP/100 ha 36.000 BP. Die Art erreicht eine Rasterfrequenz von 98,8 %. Die höchsten Dichten pro km² werden in der Wohnblockzone und Gartenstadt erreicht und liegen bei 150 BP (7x von Sülldorf über das Niendorfer Gehege bis nach Langenhorn) bzw. 160 BP (Volksdorf). Kleinflächig werden sehr hohe Dichten erreicht: 21,82 BP/10 ha (PF 27,5 ha, Öjendorf), 24,16 BP/10 ha (PF 14,9 ha, Niendorfer Gehege) und 28,71 BP/10 ha (PF 20,2 ha, Hausbruch).

Lebensraum
Wie die Blaumeise zeigt auch die Kohlmeise höchste Dichten in Siedlungshabitaten (mit Ausnahme der Dörfer, vgl. Tab.). Allerdings ist der Unterschied zur Bestandsdichte in Wäldern nicht ganz so ausgeprägt. In der Innenstadt werden ebenfalls zahlreiche Nistplätze in und an Gebäuden besiedelt (schadhafte Fassadenteile, defekte Lüftungsschlitze, Zieröffnungen aller Art).

Bestandsentwicklung
Der Bestand der Kohlmeise dürfte in den letzten 30 Jahren weitgehend stabil geblieben sein. Die Art war auch in den vergangenen Jahrzehnten sehr häufig und ihr Brutbestand hat nach Probeflächenuntersuchungen im Gegensatz zur Blaumeise keine langfristigen Zu- oder Abnahmen erfahren (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf
Kohlmeise Hektar 219,3 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 6 196 19 21 57
  Reviere 60 553 1618 164 4503 333 365 602
  Stetigkeit 100,0 91,4 100,0 100,0 99,0 100,0 100,0 96,5
Dichte Median 1,84 1,07 6,51 9,14 8,15 6,47 7,14 2,21
[Reviere/10ha] Mittelwert 2,77 2,36 7,22 9,54 8,63 7,96 7,38 3,11
  Standard-
abweichung
2,34 3,25 3,07 4,04 4,33 5,22 2,88 2,80
    Laubwald Mischwald Nadelwald Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
  Hektar 172,7 286,4 533,5 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
7 13 18 16 13 31 6 64
  Reviere 88 158 194 211 82 272 18 231
  Stetigkeit 100,0 92,3 94,7 100,0 92,3 93,8 100,0 78,1
Dichte Median 5,68 4,78 3,11 4,63 1,43 2,23 0,78 0,81
[Reviere/10ha] Mittelwert 5,87 6,07 3,48 5,00 1,78 2,63 0,90 1,05
  Standard-
abweichung
3,87 4,54 1,47 3,62 1,32 1,77 0,53 1,14

 

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
35.000 BP 47,1 BP/km² 98,8 % 754