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14.05.2013

Helgoland

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

   

Bestand insgesamt 9.000 Reviere Besiedelte TK4 79 (99%)
Bestand in Hamburg 7.200 Reviere Besiedelte km² in HH 664 (87%)
Dichte insgesamt 3,7 Rev./km² Trend neuerdings abnehmend
Dichte in Hamburg 9,4 Rev./km² Gefährdung -

 

Charakteristik
Die Elster hat sich aus der freien Landschaft fast vollständig in den „Schutz der Siedlungen“ zurückgezogen.

Verbreitung
Die Art erreicht ihre höchsten Dichten im Stadtgebiet Hamburgs auf der Geest, ist im Siedlungsbereich auch im Elbtal durchgehend vertreten und fehlt nur abseits von Siedlungen, Dörfern und Einzelhöfen in der offenen Kulturlandschaft bzw. in geschlossenen Wäldern.

Lebensraum
Bevorzugte Lebensräume bieten einzelne, hohe Bäume zur Anlage des Nestes und kurzrasige Gras-/Rasenflächen zur Nahrungssuche. In der Wohnblockzone ermöglicht die kleinräumige „Kammerung der Landschaft“ durch die Gebäudekomplexe besonders hohe  Siedlungsdichten. Gärten, Hinterhöfe, Grünanlagen und Straßenbäume werden bis in die City besiedelt, wobei der Anteil von Nadelbäumen mit besser versteckten Nestern zunimmt.

Bestandstrend
Anfang des 19. Jahrhunderts war die Elster recht häufig und fand sich „bis an die Peripherie der Stadt“ (Dietrich 1928). In den letzten Jahrzehnten hat der Bestand vor allem in der Stadt stark zugenommen, der Verlauf scheint inzwischen aber seinen Höhepunkt überschritten zu haben (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 89 RP, 1997-2000 714 RP, 2007/08 551 RP, Mitschke 2009).

Anmerkungen
Stellenweise wird die Elster derzeit durch die Rabenkrähe verdrängt.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Elster zeigt ein im bebauten Teil der Stadt flächendeckendes Verbreitungsbild von der City bis an den Stadtrand. Auf der Geest sind nur zusammenhängende Wälder (Klövensteen, Harburger Berge), Teile der siedlungsfreien Rissen-Sülldorfer Feldmark, des Höltigbaum und der Duvenstedter Brook nicht besetzt. Im Elbtal liegen die Siedlungsschwerpunkte in Finkenwerder und Wilhelmsburg/Veddel, Verbreitungslücken im Obstanbaugebiet, Moorgürtel und Teilen der Vier- und Marschlande. Der Hafen ist in geringer Dichte flächig besiedelt. 
Der Brutbestand der Elster in Hamburg beträgt 7.500 BP, was einer mittleren Dichte von 9,8 BP/100 ha entspricht. Die Rasterfrequenz der Elster liegt bei 86,6 %. Die höchsten Dichten pro km² liegen bei 40 BP (Horn, Barmbek, Eimsbüttel, Bramfeld). Auf Probeflächen wurden Werte von bis zu 6,00 BP/10 ha (PF 28,4 ha, Eidelstedt), 6,16 BP/10 ha (PF 27,6 ha, Lurup) und 7,53 BP/10 ha (PF 18,6 ha, Wilhelmsburg) erreicht.

Lebensraum
Die höchsten Dichten zeigt die Elster in der Wohnblockzone (Tab.). Hier bieten Einzelbäume mit zahlreichen Rasenflächen zwischen den Häuserblocks gute Lebensbedingungen. Die Isolationswirkung der Häuserblocks als Sichthindernis gegenüber benachbarten Paaren ermöglicht eine besonders hohe Siedlungsdichte. Grünanlagen, die Gartenstadt und die Dörfer vor allem der Vier- und Marschlande sind ebenfalls wichtige Lebensräume. Nester werden sowohl in ruhigen Hinterhöfen als auch in kleinsten Vorgärten und entlang von viel befahrenen Straßen angelegt. Auffallend ist der hohe Anteil von Nestern in Nadelbäumen. Die Elster brütet auch in der City Hamburgs, z.B. auf dem Jungfernstieg. Im Hafen wurden in den letzten Jahren vermehrt Nester in Oberleitungsmasten der Bahn gefunden. Vereinzelt sind auch Gebäudebruten, insbesondere in der Innenstadt, nachgewiesen worden.

Bestandsentwicklung
Die Elster hat in den letzten Jahrzehnten in Hamburg sehr stark zugenommen. Ein Vergleich von Probeflächenuntersuchungen in den 1960er und 1990er Jahren ergab einen Bestandsanstieg um das Zehnfache (MITSCHKE et al. 2000). Dabei wurden Grünanlagen wie der Stadtpark oder der Alte Botanische Garten neu und inzwischen in hohen Dichten besiedelt. Auch die Wohnblockzone und die City Hamburgs waren noch Anfang der 1970er Jahre fast ohne Elstern. Auf einer 8 km² großen Probefläche vom Hauptbahnhof und St. Georg bis nach Hohenfelde, Eilbek und Hamm wurden 1970 vier besetzte Nester gefunden, 1992 und 1993 dagegen 102 bzw. 122 Nester (KIRCHHOFF 1973, BAUMUNG et al. 1996). Ein Verschwinden aus der offenen Landschaft ist in Hamburg nur in geringem Umfang nachgewiesen (Rissen-Sülldorfer Feldmark, Moorgürtel, Fischbeker/Neugrabener Heide).

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf
Elster Hektar 219,3 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 6 196 19 21 57
  Reviere 28 247 528 30 968 84 59 134
  Stetigkeit 100,0 87,7 98,8 100,0 96,4 100,0 95,2 86,0
Dichte Median 1,13 0,85 2,18 1,84 1,59 1,95 1,23 0,61
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,29 1,01 2,39 1,92 1,86 1,95 1,31 0,70
  Standard-
abweichung
0,40 0,92 1,18 1,04 1,21 1,09 0,90 0,62

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
7.500 BP 9,8 BP/km² 86,6 % 661

 

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13.02.2016

Alter Botanischer Garten

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

  

Bestand insgesamt 7.300 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 4.900 Reviere Besiedelte km² in HH 708 (92%)
Dichte insgesamt 3,0 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 6,4 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Rabenkrähe profitiert vom Nahrungsreichtum der Stadtlandschaft.

Verbreitung
Die höchsten Dichten werden im Stadtgebiet von Hamburg erreicht, wobei die flächenhafte Verbreitung im Gesamtgebiet mit  zunehmender Entfernung von der Großstadt ausdünnt. Die geringsten Bestände existieren in der baumarmen Elbmarsch sowie in großen, geschlossenen Waldgebieten.

Lebensraum
Rabenkrähen brüten in hohen Bäumen und gelegentlich auch an Gebäuden, Industrieanlagen oder auf Gittermasten. Siedlungen sind von der Gartenstadt an der Peripherie über die Wohnblockzone bis in die City besiedelt, hohe Dichten werden auch in Grünanlagen erreicht.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war die Rabenkrähe „überall Brutvogel, vereinzelt sogar in der Stadt“ (Dietrich 1928). Die flächenhafte Besiedlung der Stadtlandschaft hat sich vor allem in den 1980er und 1990er Jahren abgespielt und dauert bis heute an (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 31 RP, 1997-2000 313 RP, 2007/08 417 RP, Mitschke 2009). Auch im schleswig-holsteinischen Umland ist der Bestand in den letzten zwei Jahrzehnten stark angewachsen (1985-1994 1.400 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 2.200 RP).

Anmerkungen
Die Nichtbrütertrupps zeigen an, dass der Bestand im Hamburger Raum nahe der Sättungsgrenze liegt und freie Brutreviere kaum mehr vorhanden sind.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Rabenkrähe erreicht in Hamburg eine flächenhafte Verbreitung und besiedelt die Stadt von der Peripherie bis in die City. Lücken bestehen lediglich in Teilen des Obstanbaugebietes, den baum- und strauchfreien Bereichen der Vier- und Marschlande sowie vor allem in den geschlossenen Waldgebieten der Harburger Berge. 
Der Brutbestand der Rabenkrähe in Hamburg liegt bei 4.400 BP, was einer mittleren Dichte von 5,8 BP/100 ha entspricht. Dabei erreicht die Art eine Rasterfrequenz von 91,5 %. Die höchsten Dichten pro km² liegen bei 20 BP in verschiedenen Teilen der stadtrandnahen Gartenstadt. Auf Probeflächen wurden maximal 2,99 BP/10 ha (PF 33,4 ha, Blankenese), 3,31 BP/10 ha (PF 15,1 ha, Billstedt) bzw. 3,45 BP/10 ha (PF 20,3 ha, Horn) ermittelt.

Lebensraum
Im Vergleich zur Elster zeigt die Rabenkrähe eine gleichmäßigere Verteilung, jedoch mit geringerer Siedlungsdichte. In Wohnblockzone, Gartenstadt und Grünanlagen erreicht die Rabenkrähe vergleichbare Siedlungsdichten (Tab.). Nester werden oft höher als die der Elster und in einzeln stehenden, ihre Umgebung überragenden Bäumen angelegt. Gerne nutzen Rabenkrähen die Kombination von hohen Bäumen als Nistplatz mit nahegelegenen kurzrasigen Grünanlagen zur Nahrungssuche. Hier treffen sie allerdings fast immer auf zahlenstarke Nichtbrütertrupps, die eine erfolgreiche Brut gefährden können (z.B. Stadtpark). Nur in Ausnahmefällen sind Gebäudebruten bekannt geworden (ANDERSEN 1997). Im Hafen werden wie bei der Elster zunehmend Oberleitungsmasten als Neststandort gewählt.

Bestandsentwicklung
Die langfristige Zunahme der Rabenkrähen-Vorkommen hat innerhalb der letzten 30 Jahre im Stadtgebiet zu einer Verdopplung des Bestandes geführt (MITSCHKE et al. 2000). Die Bestandszunahme und Besiedlung der Innenstadt hat dabei später eingesetzt als bei der Elster. Zunehmend werden Konflikte zwischen Elster und Rabenkrähe beobachtet, bei denen die Elster fast immer das Nachsehen hat.

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf
Rabenkrähe Hektar 219,3 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 6 196 19 21 57
  Reviere 10 159 234 23 531 42 58 96
  Stetigkeit 75,0 86,4 95,0 100,0 89,8 100,0 85,7 87,7
Dichte Median 0,36 0,52 0,92 1,01 0,90 0,86 0,89 0,47
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,46 0,63 1,04 1,51 1,00 1,02 1,08 0,51
  Standard-
abweichung
0,41 0,56 0,59 1,44 0,74 0,61 0,89 0,38
    Laubwald Mischwald Nadelwald Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
  Hektar 172,7 286,4 533,5 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
7 13 18 16 13 31 6 64
  Reviere 17 11 10 46 10 66 10 79
  Stetigkeit 100,0 61,5 31,6 87,5 53,8 71,9 66,7 67,2
Dichte Median 0,84 0,41 0,00 1,10 0,23 0,36 0,54 0,29
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,14 0,48 0,20 1,20 0,23 0,69 0,50 0,40
  Standard-
abweichung
0,79 0,47 0,36 0,99 0,30 0,98 0,50 0,68

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
4.400 BP 5,8 BP/km² 91,5 % 698

 

 Hat jemand ein schönes Bild eines Tannenhähers und ist bereit es an dieser Stelle kostenfrei für uns zur Verfügung zu stellen?

Dann bitte einfach an andreas(at)giesenberg.de senden.

Vielen Dank.

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Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001) 

In Hamburg ist die sibirische Unterart Nucifraga caryocatactes macrorhynchos bisher nur 1969 nach einer großen Invasion nordischer Tannenhäher im Herbst 1968 als Brutvogel nachgewiesen worden. Im Volksdorfer Wald gelang ein Brutnachweis, im Raakmoor, in Bergstedt, Marmstorf und den Harburger Bergen bestand Brutverdacht (WITTENBERG 1971). Auch in Zukunft sind Bruten möglich, sollte Hamburg wieder von einer starken Invasion erfasst werden.

 

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23.01.2016

Fünfhausen

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

  

Bestand insgesamt 920 Reviere Besiedelte TK4 18 (23%)
Bestand in Hamburg 270 Reviere Besiedelte km² in HH 18 (2%)
Dichte insgesamt 0,4 Rev./km² Trend stark schwankend
Dichte in Hamburg 0,4 Rev./km² Gefährdung RL NI V

 

Charakteristik
Die Saatkrähe ist ein regelmäßig Vergrämungen ausgesetzter Koloniebrüter.

Verbreitung
Die Verbreitung erstreckt sich von Wedel über Pinneberg und Halstenbek entlang des nördlichen Hamburger Stadtrandes (Eidelstedt, Schnelsen, Niendorf, Alsterdorf, Groß Borstel, Fuhlsbüttel, Langenhorn) mit Norderstedt und Harksheide bis nach Farmsen, Rahlstedt und Wandsbek. Weitere Brutplätze befinden sich in Uetersen, Henstedt-Ulzburg, Bargfeld-Stegen und Bargteheide.

Lebensraum
Koloniestandorte liegen bevorzugt innerhalb oder am Rande von Siedlungen, oft entlang von Straßen oder in Grünanlagen, wobei die Nester in hohen Laubbäumen angelegt werden.

Bestandstrend
Nachdem die Art Ende des 19. Jahrhunderts noch bis in die Innenstadt Hamburgs als Brutvogel vorkam und bei Wellingsbüttel eine wenigstens viele Hundert Paare umfassende Kolonie existierte, führten Verfolgungen zu weitgehender Verdrängung der Art (Dietrich 1928). Eine Wiederbesiedlung Hamburgs setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein, wobei der Bestand im gesamten Berichtsgebiet 1967 500 BP erreichte (Volkmann 1968). In den letzten Jahrzehnten kam es zu vielen Umsiedlungen, wobei die Art offenbar aus dem Stadtgebiet ins westliche Umland verdrängt wurde.

Anmerkungen
Das Verbreitungsbild wird stark durch menschliche Eingriffe bestimmt.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Brutverbreitung der Saatkrähe konzentriert sich auf die Umgebung des Flughafens Fuhlsbüttel, obwohl hier aus Gründen der Vogelschlaggefahr seit vielen Jahren Bekämpfungsmaßnahmen zu Beginn der Brutzeit durchgeführt werden. Das Vorkommen verteilt sich auf die Stadtteile Niendorf (45 BP, alle Bestandszahlen nach Synchronerfassung 2000) und Fuhlsbüttel/Langenhorn (270 BP). Daneben existieren Ansiedlungen in Stellingen (Müllverbrennungsanlage, 20 BP), Schnelsen (7 BP), Niendorf-Nord (19 BP), auf dem Jüdischen Friedhof in Altona (11 BP) und in der City auf der Lombardsbrücke (6 BP). Im Osten Hamburgs sind Kolonien entlang der Berner Au in Farmsen (7 BP), im Berner Gutspark (28 BP) und in Rahlstedt (Meiendorf, 19 BP) besetzt.
Daraus ergibt sich ein Brutbestand der Saatkrähe von 429 BP im Jahre 2000. Die Erfassung wird dabei durch Umsiedlungen und Aufteilung in kleine Teilkolonien im Anschluß an Bekämpfungsmaßnahmen im Raum Fuhlsbüttel/Langenhorn erschwert. Eine synchronisierte Bestandszählung ist daher unerläßlich.

Lebensraum
Die Kolonien der Saatkrähe befinden sich bevorzugt in der Nähe größerer Grünlandflächen, insbesondere des Flughafens Fuhlsbüttel. Jüngste Ansiedlungen im inneren Stadtbereich zeigen, dass zumindest kleinere Kolonien auch mit Grünflächen in Parks oder Straßenbegleitgrün vorlieb nehmen können. Koloniestandorte sind oft Baumgruppen auf Verkehrsinseln oder in kleinen Grünanlagen, nach Bekämpfungsmaßnahmen werden aber auch Bruten zwischen Wohnblocks festgestellt.

Bestandsentwicklung
In den letzten Jahrzehnten ist die Saatkrähe von Brutplätzen aus der Innenstadt Hamburgs, von der Uhlenhorst, aus St. Pauli, Harvestehude, Hamm-Nord und aus St. Georg verschwunden, meist aufgrund direkter Vertreibung. Auch große Kolonien in Rahlstedt (1967 151 BP) bzw. Volksdorf (1970 100 BP) sind schon lange Zeit erloschen. Noch Mitte der 1980er Jahre befand sich der Bestand auf einem Tief von 100-140 BP (GARTHE & MITSCHKE 1994), danach setzte eine Erholung ein. In den 1990er Jahren dürfte die Bestandsentwicklung der Saatkrähe in Hamburg weitgehend konstant gewesen sein. Dagegen sind aus den Kolonien des Hamburger Umlandes (z.B. Norderstedt) teilweise drastische Bestandsrückgänge und Kolonieaufgaben gemeldet worden. 

 

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
429 BP 0,6 BP/km² 2,0 % 15

 

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23.08.2015

Holland

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 900 Reviere Besiedelte TK4 47 (59%)
Bestand in Hamburg 500 Reviere Besiedelte km² in HH 106 (14%)
Dichte insgesamt 0,4 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 0,7 Rev./km² Gefährdung RL HH V

 

Charakteristik
Die Dohle hat sich in 90 Jahren vom Baum- zum Gebäudebrüter gewandelt.

Verbreitung
Die Art brütet in Deutschland vor allem im Norden und Westen und zeigt auch im Hamburger Raum einen entsprechenden Schwerpunkt (v.a. Buxtehude, Hamburger Westen und um den Flughafen Fuhlsbüttel), während die Harburger Berge, die Hamburger Innenstadt, die Vier- und Marschlande und weite Teile der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg unbesiedelt sind.

Lebensraum
Im Hamburger Raum brütet die Dohle fast nur in und an Gebäuden, vor allem in Schornsteinen. Besiedelt sind sowohl die Wohnblockzone als auch die Gartenstadt, wobei größere, kurzrasige Rasenflächen oder Agrarlandschaft in der Nähe notwendig sind. Vereinzelt finden sich Brutplätze auch an Brücken, Industriegebäuden im Hafen sowie in einigen Parks in alten Bäumen.

Bestandstrend
Vor dem großen Brand 1842 bewohnte die Dohle in Hamburg verschiedene Kirchtürme, Anfang des 19. Jahrhunderts kam sie fast nur noch als Baumbrüter vor (Dietrich 1928). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele neue Kolonien in Schornsteinen, wobei der Bestandsgipfel wohl bereits in den 1980er Jahren überschritten war. In den letzten Jahren scheint das Vorkommen stabil und einige neue Kolonien (z.B. Ottensen) wurden besiedelt.

Anmerkungen
Das Verschließen von Schornsteinen zerstört viele Brutmöglichkeiten.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Dohle brütet in Hamburg nur in inselartigen Vorkommen vor allem im Hamburger Westen von Rissen über Blankenese und Sülldorf bis nach Othmarschen (160 BP), von Bahrenfeld über Stellingen und Niendorf bis nach Groß Borstel und Fuhlsbüttel in der Nachbarschaft des Flughafens (90 BP), in Langenhorn an der Grenze zu Norderstedt (40 BP), vereinzelt im Oberalsterraum von Wellingsbüttel bis nach Duvenstedt und Volksdorf (35 BP), in Rahlstedt (50 BP), Wilhelmsburg (30 BP) und Bergedorf (13 BP). Einzelvorkommen wurden zudem in Neuenfelde, im Hafen, Neuengamme, Jenfeld und Marienthal nachgewiesen. 
Der Gesamtbestand der Dohle beläuft sich auf 440 BP. Das entspricht einer mittleren Dichte von 0,6 BP/100 ha, die Rasterfrequenz beträgt 11,9 %. Dichtekonzentrationen ergeben sich aus der kolonieartigen Siedlungsweise der Art und fanden sich in Hamburg mit je 20 BP/km² an Silos bei der Rethehubbrücke, in Langenhorn und mit 24 BP in Blankenese. Auf Probeflächen wurden bis zu 5,12 BP/10 ha (PF 24,4 ha, Langenhorn) und 5,49 BP/10 ha (PF 24,5 ha, Fuhlsbüttel) erreicht.

Lebensraum
Der weitaus größte Teil der Dohlen Hamburgs brütet in Schornsteinen. Dabei werden sowohl Einzelhäuser in der Gartenstadt als auch Wohnblocks angenommen. Entscheidend für eine Kolonieansiedlung sind Nahrungshabitate auf Grünland oder in der Feldmark benachbart zu potentiellen Neststandorten. In Rissen und Sülldorf sind das Feldmarkreste, in Groß Borstel und Fuhlsbüttel die Grasflächen des Flughafens. Die meisten besiedelten Gebäude stammen aus der Vorkriegszeit oder den 1950er Jahren. Im Hafen sind einige Kolonien an industriellen Standorten besetzt: Silos, Mühlen und Brücken (Rethehubbrücke). Aktuell sind vereinzelt noch Baumbruten aus dem Jenischpark, Wohldorfer Wald und dem Berner Gutspark bekannt.

Bestandsentwicklung
An vielen Stellen in der Stadt sind vergitterte bzw. mit Maschendraht überspannte Schornsteine zu finden, die auf eine ehemalig weitere Verbreitung der Dohle hindeuten. Bekannt sind erloschene Vorkommen im Stadtgebiet von Harburg, in Eppendorf, am Rothenbaum, in Wandsbek, Sasel und Poppenbüttel. Allerdings ist nicht nur zunehmender Nistplatzmangel bei Gebäudebrütern für Bestandsrückgänge verantwortlich. Besonders drastisch waren baumbrütende Dohlen von Bestandsabnahmen betroffen. Ehemals waren z.B. in Marmstorf, im Wohldorfer Wald, in Wandsbek, Poppenbüttel und an der Mellingburger Schleuse Baumbruten bekannt, die bis Mitte der 1970er Jahre erloschen. Auch Kirchen (z.B. bis Ende der 1960er Jahre in Wandsbek) haben als Brutplätze keine Bedeutung mehr, nachdem Einflugmöglichkeiten meist verschlossen wurden. 

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
440 BP 0,6 BP/km² 11,9 % 91