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06.05.2016

Mönchsgut / Rügen

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status
Häufiger Brutvogel und Durchzügler

 

Brut
Brutbestand: Hamburg 60 Rev., Umgebung 780 Rev. (Mitschke 2012); abnehmend.

Meldungen von Brutkolonien gab es im Berichtszeitraum nur noch diese: Kiesgruben Kronshorst/OD (30 BP), Kiesgruben Lürade (26), KEST Krümse/WL (5), KEST Wedeler Marsch/PI (2), Altenwerder, (2), Moorburg (2). Beckedorf/WL und Neuschönningstedt/OD wurden 2014 aufgegeben.

Die früheste Beobachtung vom Nestbau erfolgte am 24.04.2013 (Kiesgrube Lürade, N. Netzler). Brut wurde frühestens am 06.06.2015 in Neuschönningstedt/OD, Kiesgrube festgestellt (ornitho). Nichtflügge Jungvögel wurden frühestens am 04.08.2012 in der KEST Wedeler Marsch/PI beobachtet (G. Fick).

 

Zug

Erstbeobachtungen im Berichtszeitraum

07.04.2012  1 Ind. Öjendorfer See G. Rastig
12.04.2013  3 Ind. KEST Krümse/WL  V. Dierschke
22.03.2014  1 Ind. KEST Wedeler Marsch/PI NIWM
04.04.2015  1 Ind. Mühlensand T. Demuth

 

Letztbeobachtungen im Berichtszeitraum

01.10.2012  20 Ind. Hamburger Yachthafen Wedel/PI  K. Belzer, M. Kandolf
01.10.2013 1 Ind. Hamburger Yachthafen Wedel/PI A. Mitschke
12.10.2014 1 Ind. KEST Krümse/WL I. Ahrens
28.09.2015 1 Ind. Hanskalbsand/STD A. Mitschke

 

Der Median der Erstbeobachtungen für die Jahre 1964-1970, 1972-1976 und 1986-2016 ist der 08.04. (Spanne: 21.03-01.05.), der Median der Letztbeobachtungen der 02.10. (Spanne: 14.09.-02.11.). In 43 Jahren verfrühten sich die Erstbeobachtungen (hochsignifikant) um 19 Tage; bei den Letztbeobachtungen gab es keine statistisch messbaren Veränderungen.

Für den Heimzug 2012-2015 fehlt eine ausreichende Datengrundlage.  Es liegen nur drei Beobachtungen vor, 26.06.2013 – 14 Ind., Thesdorf/PI (P. Schleef), 22.04.2014 – 4 Ind., Giesensand/PI (ornitho), 30.04.2015 – 2 Ind., Kalte Hofe (G.Teenck).

 

 

 

Bearbeitung durch Ronald Mulsow 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

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Bestand insgesamt 840 Reviere Besiedelte TK4 17 (21%)
Bestand in Hamburg 60 Reviere Besiedelte km² in HH 2 (0,3%)
Dichte insgesamt 0,3 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,08 Rev./km² Gefährdung  RL HH 2, NI V

 

Charakteristik
Die Uferschwalbe ist ein Koloniebrüter an Abbruchufern und Abgrabungen.

Verbreitung
Die größten Kolonien wurden bei Neuschönningstedt, Wilstedt, auf der Stader Geest südlich von Buxtehude und rund um Ketzendorf, bei Lürade, Kronshorst und Hamwarde festgestellt. Kleinere Kolonien mit weniger als 50 BP existieren bei Bargfeld-Stegen, Appen-Etz, Wulfsdorf, Agathenburg, in der Wedeler Marsch, in Billwerder, Altenwerder/Moorburg und der Winsener Marsch.

Lebensraum
Fast alle Brutstandorte befinden sich in Kies- und Sandgruben. Nur in Wulfsdorf und Moorburg/Altenwerder existieren Vorkommen in Erdaufschüttungen.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Art deutlich weiter verbreitet und Brutplätze bestanden u.a. bei Horn, Fuhlsbüttel, Langenfelde und auf dem Ohlsdorfer Friedhof (Dietrich 1928). Spätere Bestandsschätzungen für Hamburg von 50 BP (Ende der 1970er Jahre), 100-180 BP (Anfang der 1990er Jahre), 50 BP (1997-2000) bzw. 10 BP (2006; Holzapfel et al. 1982, Garthe & Mitschke 1994, Mitschke & Baumung 2001, Mitschke 2007) schwanken stark.

Anmerkungen
Die Bestände der Uferschwalbe schwanken sehr stark in Abhängigkeit vom Nistplatzangebot, welches im Hamburger Raum vor allem durch das Ausmaß von Bodenentnahme-Aktivitäten gesteuert wird.

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

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Verbreitung und Bestand
In Hamburg sind im Rahmen des Brutvogelatlas drei kleinere Kolonien im Südosten Hamburgs entdeckt worden. Sie befinden sich in Billwerder (Sandabbaugebiet, 1998 20 BP), Allermöhe (1998 19 BP, später zerstört) und am „See Hinterm Horn“ (Allermöhe, 1998 13 BP, 1999 und 2000 nicht besetzt). Daraus ergibt sich ein Gesamtbestand von rund 50 BP für Hamburg.

Lebensraum
Zwei Kolonien liegen an im Abbau befindlichen Abgrabungsgewässern, die dritte in einer künstlich geschaffenen Brutwand an einem Badesee. Bestandslimitierend ist das Brutplatzangebot, welches meist nur für wenige Jahre in künstlich geschaffenen Abbaugebieten für Sand oder Kies existiert.

Bestandsentwicklung
Vor allem in den 1960er Jahren wurden eine Reihe von Brutplätzen im Stadtgebiet besiedelt, die meist im Zusammenhang mit größeren Neubauvorhaben (Osdorf, Steilshoop, Jenfeld) standen. Die bedeutendste Kolonie befand sich dabei 1961 an der Außenmühle in Harburg, wo 300 Paare brüteten. Während der Bestand Mitte der 1960er Jahre zwischen 400 und 600 BP betragen haben dürfte, waren in den 1970er und 1980er Jahren nur noch 100-150 BP, vor allem in der Hummelsbütteler Feldmark und im Kiesabbaugebiet Lürade erhalten. In den 1990er Jahren war die Uferschwalbe als Brutvogel in Hamburg vorübergehend vollständig verschwunden (z.B. MITSCHKE et al. 1997). 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
50 BP 0,1 BP/km² 0,4 % 3

 

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16.05.2015

Junkernfeldsee

A. Giesenberg + R. Mulsow

Jahresrhythmus der Rauchschwalbe in Hamburg  (Ronald Mulsow und Hans-Hermann Geißler 2018)
Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status    Sehr häufiger Brutvogel und Durchzügler
Bestandstrend   Leicht abnehmend

 

Brut
Die größte Brutkolonie mit 60 Rev. wurde vom Gut Wohldorf gemeldet, sonstige größere (20-25 Rev.) aus den Vier- und Marschlanden (alle Feststellungen 2014, u.a. Mittlerer Landweg, Neuengamme, Curslack, A. MITSCHKE).
Die früheste Beobachtung vom Nestbau erfolgte am 20.04.2013 (Duvenstedter Brook, K. WESOLOWSKI). Brut wurde frühestens am 25.04.2014 in Gräberkate festgestellt (J. BERG), spätestens am 31.08.2015 in der Osdorfer Feldmark (ornitho). Die ersten nichtflüggen Jungvögel am 12.05.2012 (Nest unter einer Brücke in Farmsen, (W. SCHMID). Flügge Jungvögel traten frühestens am 17.06.2012 auf (Gräberkate, J. BERG), der späteste Ausflug wurde am 25.08.2012 registriert (U-Bhf. Richtweg, C. HANFF).

 

Zug
Der Heimzug beginnt in der dritten Märzdekade, Median und Maximum liegen in der 24. Pentade (26.04.-30.04., MULSOW & SCHLORF 2009). Ergebnisse von Planbeobachtungen liegen für den Heimzug nicht vor.

 

Maximalzahlen im Berichtszeitraum

 29.04.2012  500 Ind.   Winsener Marsch/WL ornitho
 26.04.2013  350 Ind.  Hetlinger Schanzsand/PI  ornitho
 14.05.2014  400 Ind.  Giesensand/PI M. Sommerfeld
 27.04.2015  400 Ind.  Himmelmoor/SE B. Eggert

 

Erstbeobachtungen im Berichtszeitraum

 18.03.2012  1 Ind.  Stenzenteich/OD A. Frädrich
 07.04.2013  2 Ind.  Mittelnkirchen/STD S. Bongers
 22.03.2014  1 Ind.  Öjendorfer See G. Liehr
 25.03.2015  2 Ind.  Wedeler Marsch/PI, KESt   L. Andersen

 

Letztbeobachtungen im Berichtszeitraum

 03.11.2012 2 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI  A. Zours
 18.10.2013  11 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI A. Mischke
 01.11.2014 2 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI A. Mitschke
 24.10.2015 2 Ind.   Wedeler Marsch/PI, KESt   M. Sommerfeld

 

Der Median der Erstbeobachtung für die Jahre 1960-1976 und 1984-2016 ist der 29.03. (Spanne: 08.03.-13.04.). Die lineare Entwicklung der Erstbeobachtungen über diese 50 Jahre, hin zu früheren Erstbeobachtungsterminen, ist in Abb.1 dargestellt. In 50 Jahren verfrühten sich die Erstbeobachtungen hochsignifikant um 11 Tage.

Der Median der Letztbeobachtung  ist der 28.10. (Spanne: 22.09.-03.12.). Die festgestellte Verspätung der Letztbeobachtungen  um 7,5 Tage ist hingegen nicht signifikant (s. Abb. 2). Der Beobachtungszeitraum hat sich damit um 14,9 Tage verlängert und beträgt nun im Raum Hamburg durchschnittlich 216 Tage (173-253).

Maximalzahlen werden alljährlich während des Herbstdurchzuges in der zweiten Septemberhälfte gemeldet (s. Abb. 3 und 7 im Beitrag Jahresrhythmus der Rauchschwalbe in Hamburg).

 

Maximalzahlen auf dem Wegzug im Berichtszeitraum

 14.09.2012  4.184 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI   A. Mitschke
 21.09.2013 3.980 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI A. Mitschke
 01.09.2014 859 Ind.   Hanskalbsand/PI A. Mitschke
 20.09.2015 2.044 Ind.   Hanskalbsand/PI A. Zours

 

Der Wegzugmedian liegt nach Zugplandaten Wedel der Jahre 1992-2007 in der 54. Pentade (23.09.-27.09.).

 

Ansammlungen an Schlafplätzen auf dem Wegzug im Berichtszeitraum

 18.08.2012 3.000 Ind.  Heuckenlock  G. Rupnow
 02.10.2012 2.000 Ind.  Hetlinger Schanzsand/PI   N. Netzler

 

Literatur
MULSOW, R. & D. SCHLORF (2009): Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) im Raum Hamburg. Hamburger avifaun. Beitr. 36: 101 – 120.

Bearbeitung durch Ronald Mulsow


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

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Bestand insgesamt 7.000 Reviere Besiedelte TK4 79 (99%)
Bestand in Hamburg 2.100 Reviere Besiedelte km² in HH 277 (36,1%)
Dichte insgesamt 2,9 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,7 Rev./km² Gefährdung  RL HH V, NI 3

 

Charakteristik
Die Rauchschwalbe brütet weit überwiegend in Dörfern mit Viehställen.

Verbreitung
Die Art ist recht gleichmäßig verbreitet, wobei leichte Schwerpunkte in den agrarisch geprägten Vier- und Marschlanden sowie in der Winsener Elbmarsch erkennbar sind. Im Hamburger Hafen und im inneren Stadtgebiet fehlt die Rauchschwalbe fast gänzlich.

Lebensraum
Neststandorte befinden sich fast immer im Inneren von Gebäuden, wobei Ställe mit Viehhaltung stark bevorzugt werden. Im Hamburger Raum von besonderer Bedeutung ist dabei die Pferdehaltung (Reiterhöfe). Vereinzelt finden Bruten auch in Gewerbe- oder Lagerhallen, in Viehunterständen auf Grünland oder unter Brücken statt.

Bestandstrend
Brutplatzaufgaben sind aus den letzten Jahrzehnten vor allem für das innere Stadtgebiet Hamburgs bekannt geworden (Mitschke & Baumung 2001). Für die ungleich bedeutsameren Vorkommen in den Dörfern im Elbtal und auf der Geest liegen keine verlässlichen Aussagen zu Trends vor. Vor dem Hintergrund der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung sowie eines Rückgangs der Tierhaltung sind aber auch hier lang anhaltende Bestandseinbußen naheliegend.

Anmerkungen
Vollständige Zählungen sind nur durch genaue Brutplatzkontrollen möglich.

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

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Verbreitung und Bestand
Die Rauchschwalbe meidet die geschlossen bebaute Zone des eigentlichen Stadtgebietes und kommt flächig verbreitet nur im Alten Land (350 BP), Teilen Wilhelmsburgs (180 BP) und der Vier- und Marschlande (900 BP) vor. Von insgesamt 2000 BP brüten 500 auf der Geest. Im Stadtbereich sind vereinzelte Restvorkommen in der Kollauniederung (3 BP), in Groß Flottbek (4 BP), Bahrenfeld (6 BP, Trabrennbahn) und in Bramfeld (13 BP) dokumentiert. Fast alle diese Vorkommen stehen im Zusammenhang mit Pferdehaltung! Die Rauchschwalbe erreicht eine mittlere Dichte von 2,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 32,5 %. Hohe Bestandszahlen für Rasterflächen von 100 ha ergeben sich häufig aus dem Vorkommen einer sehr großen Kolonie. Die größte Brutkolonie Hamburgs befindet sich am Gut Wohldorf mit 69 BP. Weitere Konzentrationen liegen in Bauernhöfen und Pferdehaltungen in Hummelsbüttel, Rissen, Francop und Georgswerder. Vor allem aber in Neuengamme und Teilen von Reitbrook, Kirchwerder und Altengamme ergeben sich aus dem Vorhandensein mehrerer kleiner Kolonien in noch durch landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichneten Dörfern Konzentrationen zwischen 20 und 30 BP/100 ha.

Lebensraum
Das Vorkommen der Rauchschwalbe ist sehr eng an Viehhaltung gebunden. Zunehmend ersetzen dabei in Hamburg Pferdeställe an der Peripherie der Stadt traditionelle Brutplätze in Kuhställen. Die Rinderhaltung und landwirtschaftliche Nutzung geht gleichzeitig ständig zurück. Zahlenmäßig unbedeutend sind weitere Brutplätze meist in der freien Landschaft, die sich unter Brücken oder in Viehunterständen im Grünland finden. Insgesamt dürfte der Nistplatzmangel die Verbreitung stärker reglementieren als das Nahrungsangebot. 

Bestandsentwicklung
Die Rauchschwalbe hat in den letzten Jahrzehnten insbesondere im Stadtgebiet drastische Lebensraum- und Bestandsverluste erlitten, wobei schon in den 1960er Jahren weite Teile des innerstädtischen Gebietes geräumt worden sind. Aus den 1980er Jahren sind dann bereits nur noch ganz verstreut Brutvorkommen von Einzelpaaren (Uhlenhorst, Alsterpark, Stadtpark) dokumentiert. Insgesamt sind zwischen 1960 und 1990 mindestens 28 % des ehemaligen Verbreitungsgebietes verwaist.

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Grünland
 Rauchschwalbe Hektar 1930,4 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
57 64
  Reviere 329 63
  Stetigkeit 87,7 31,3
Dichte Median 1,54 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 1,74 0,24
  Standard-
abweichung
1,63 0,50

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.000 BP 2,6 BP/km² 32,5 % 248

 

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02.08.2015

Ostemündung

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status
Sehr häufiger Brutvogel und Durchzügler

 

Brut
Die größten Kolonien im Berichtsgebiet befanden sich 2013 an folgenden Orten: City (125 BP), Wohldorf (100 BP), Moorburg (100 BP), Wilhelmsburg (92 BP), Moorwerder (90 BP) und Peute (74 BP; 2014 hier noch 45 BP nach Teilabriss des Gebäudes). Nach Ergebnissen der Kartierung aus den Jahren 2011-13 sind Abnahmen des Brutbestandes vor allem auf der Geest feststellbar. Ausnahmen bilden die City, Wohldorf und der Flughafen. Im Elbtal sind hingegen überwiegend Zunahmen gegenüber den Zahlen des ersten Brutvogelaltas (MITSCHKE & BAUMUNG 2001) feststellbar, 2014 dort aber z.T. wieder Rückgänge.

Die früheste Beobachtung vom Nestbau erfolgte am 04.05.2012 (Reitbrook/Kleiner Brook, S. HEER). Brut wurde frühestens am 19.05.2012 festgestellt (Wirtschaftsgebäude Wedeler Marsch/Fährmannssand, L. ANDERSEN), die ersten nicht flüggen Jungvögel am 06.07.2014 (Klein Hansdorf, I. POERSCHKE). Flügge Jungvögel traten frühestens am 11.07.2013 auf (Wedeler Marsch/Fährmannssand, M. SOMMERFELD), eine späte Brut am 06.09.2012 (drei flügge Jungvögel werden gefüttert, Bergstedt, P. KELLNER).

 

Zug
Erstbeobachtungen im Berichtszeitraum

 11.04.2012   1 Ind.  KESt Wedeler Marsch/PI  M. Sommerfeld 
 10.04.2013   1 Ind.  Steller See/WL  S. Krüger 
 07.04.2014   1 Ind.  Rönneburg/WL M. Forstmann 
 03.04.2015  6 Ind.  Dassendorf N. Netzler 

 

Letztbeobachtungen im Berichtszeitraum

 11.10.2012  1 Ind.   Wulfsdorf/OD  T. Harder, S. Laubel 
 05.10.2013  1 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI G. Fick 
 03.10.2014  2 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI A. Zours 
 15.10.2015  1 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI P. Bruhnke 

 

Der Median der Erstbeobachtung für die Jahre 1964-1976 und 1986-2016 ist der 15.04. (Spanne: 23.03.-01.05.), der Median der Letztbeobachtung der 10.10. (Spanne: 28.09.-12.11.). In den betrachteten 42 Jahren verfrühten sich die Erstbeobachtungen hochsignifikant um 13 Tage (s. Abb 1), die festgestellte Verspätung der Letztbeobachtungen um 2,5 Tage ist hingegen nicht signifikant (Abb. 2). Der langjährige Durchzugsgipfel im Herbst liegt Anfang September, der Median in der 50. Pentade, (s. Abb 3).

 

Maximalzahlen auf dem Wegzug im Berichtszeitraum

 14.09.2012  100 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  F. Baun, A. Mitschke 
 01.09.2013  378 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  A. Mitschke 
 08.09.2014  102 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  A. Mitschke 
 20.08.2015  500 Ind.  Giesensand/PI  M. Sommerfeld 

 

Abbildung 1

 

Abbildung 2

 

Abbildung 3

  

Literatur
MITSCHKE, A. & S. BAUMUNG (2001): Brutvogel-Atlas Hamburg. Hamburger avifaun. Beitr.: 31: 1-343

Bearbeitung durch Ronald Mulsow


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

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Bestand insgesamt 7.500 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.700 Reviere Besiedelte km² in HH 214 (30%)
Dichte insgesamt 3,1 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,5 Rev./km² Gefährdung  RL NI V

 

Charakteristik
Die Mehlschwalbe brütet an Gebäudefassaden bis in die Innenstadt.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkte liegen im Elbtal vom Alten Land über Wilhelmsburg bis in die Vier- und Marschlande. Daneben werden auch in den Dörfern rund um Schwarzenbek höhere Bestände erreicht. Die Vorkommen der Mehlschwalbe reichen an der Alster bis in die Innenstadt.

Lebensraum
Die Mehlschwalbe benötigt raue Hauswände zur Nestanlage und bevorzugt dabei geschützte Neststandorte unter Dachüberständen, Gebäudesimsen oder in Fensternischen. Nester werden gerne in Wassernähe angelegt, weil die Art dort sowohl Schlamm für den Nestbau als auch Insekten als Nahrung findet. In der versiegelten Innenstadt stammt das Nistmaterial allerdings vor allem aus Regenrinnen.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts existierten nach Rückgängen kaum noch Brutplätze im inneren Stadtgebiet Hamburgs (Dietrich 1928). Erst Anfang der 1980er Jahre entwickelte sich eine bis heute anwachsende Ansiedlung in der City zwischen Rathausmarkt und Gänsemarkt mit einem Schwerpunkt an den Alsterarkaden.

Anmerkungen
Vorkommen der Mehlschwalbe werden immer wieder illegal durch Vergrämung zerstört.

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

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Verbreitung und Bestand
Das Vorkommen der Mehlschwalbe ist deutlicher als das der Rauchschwalbe auf das Elbtal konzentriert. Die Art zeigt auf der Geest eine Bindung an Gewässer als Nahrungshabitat und möglicherweise auch bedingt durch den Bedarf an Feuchtstellen zur Gewinnung von Nestbaumaterial. Von insgesamt 2.500 BP brüten 700 Paare auf der Geest. Im Gegensatz zur Rauchschwalbe besiedelt die Mehlschwalbe auch die Innenstadt, wo im Bereich der Alsterarkaden und des Alsterfleets im Jahr 2000 80-90 BP gezählt wurden. Weitere Stadtkolonien befinden sich in Uhlenhorst (10 BP), Rothenburgsort (17 BP), Barmbek (7 BP), Hamm (3 BP), Horn (10 BP), Bramfeld (6 BP) und Farmsen-Berne (17 BP). Insgesamt erreicht die Mehlschwalbe eine mittlere Dichte von 3,3 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 26,2 %. Die größten Einzelkolonien befinden sich am Blumensandhafen (unter einer Förderband-Metallkonstruktion, 1999 90 BP), an den Alsterarkaden und dem Alsterfleet (vgl. oben).

Lebensraum
In der Innenstadt werden ein Gebäudesims unter den Alsterarkaden und weitere, oft in den Ecken von Fensternischen plazierte Brutplätze an Bürogebäuden besetzt. Dabei sind verschieden alte Baustrukturen besiedelt und entscheidendes Auswahlkriterium offenbar die unmittelbare Nähe zu Gewässern (Alsterfleet). Nistmaterial wird dabei oft in verschmutzten Regenrinnen oder auf Vordächern der Geschäftszeilen gesammelt.
In den Hauptbrutgebieten des Alten Landes und der Vier- und Marschlande werden vor allem traditionelle Brutplätze an Wohn- und landwirtschaftlichen Gebäuden besiedelt. Im Hafenbereich sind mehrfach auch industrielle Gebäude und Gebäudeteile wie Förderbänder (Hansaport Altenwerder, Kaliwerke Blumensandhafen) besiedelt. Im Gegensatz zu Berlin (ORNITHOLOGISCHE ARBEITSGRUPPE BERLIN (WEST) 1990) ist die Mehlschwalbe in Hamburg nicht vorwiegend Stadtvogel in Neubaugebieten, sondern Charakterart der dörflichen Agrarlandschaft im Elbtal.

Bestandsentwicklung
Auch die Mehlschwalbe hat in den letzten 30 Jahren im Stadtbereich zahlreiche Brutplätze aufgegeben oder verloren. Der Arealschwund betrifft vor allem die dicht bebauten Stadtteile östlich der Alster und beträgt zwischen 1960 und 1990 ca. 30 %. Aus Neubaugebieten der 1960er und 1970er Jahre hat sich die Art nach Aufwuchs höherer Bäume und Sträucher zurückgezogen (z.B. Langenhorn, Fuhlsbüttel). Aktuell zeigt sich in der Innenstadt Hamburgs allerdings ein Bestandszuwachs, ständig gefährdet durch Abwehr- und Vergrämungsmaßnahmen z.B. in den Alsterarkaden.

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Blockbebauung
 Rauchschwalbe Hektar 1930,4 2275,4
  Anzahl
Probeflächen
57 80
  Reviere 451 96
  Stetigkeit 82,5 11,3
Dichte Median 1,76 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 2,61 0,36
  Standard-
abweichung
2,95 1,31

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.500 BP 3,3 BP/km² 26,2 % 200