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Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 

adult

 

 

02.08.2015

Ostemündung

Andreas Giesenberg

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status
Sehr häufiger Brutvogel und Durchzügler

 

Brut
Die größten Kolonien im Berichtsgebiet befanden sich 2013 an folgenden Orten: City (125 BP), Wohldorf (100 BP), Moorburg (100 BP), Wilhelmsburg (92 BP), Moorwerder (90 BP) und Peute (74 BP; 2014 hier noch 45 BP nach Teilabriss des Gebäudes). Nach Ergebnissen der Kartierung aus den Jahren 2011-13 sind Abnahmen des Brutbestandes vor allem auf der Geest feststellbar. Ausnahmen bilden die City, Wohldorf und der Flughafen. Im Elbtal sind hingegen überwiegend Zunahmen gegenüber den Zahlen des ersten Brutvogelaltas (MITSCHKE & BAUMUNG 2001) feststellbar, 2014 dort aber z.T. wieder Rückgänge.

Die früheste Beobachtung vom Nestbau erfolgte am 04.05.2012 (Reitbrook/Kleiner Brook, S. HEER). Brut wurde frühestens am 19.05.2012 festgestellt (Wirtschaftsgebäude Wedeler Marsch/Fährmannssand, L. ANDERSEN), die ersten nicht flüggen Jungvögel am 06.07.2014 (Klein Hansdorf, I. POERSCHKE). Flügge Jungvögel traten frühestens am 11.07.2013 auf (Wedeler Marsch/Fährmannssand, M. SOMMERFELD), eine späte Brut am 06.09.2012 (drei flügge Jungvögel werden gefüttert, Bergstedt, P. KELLNER).

 

Zug
Erstbeobachtungen im Berichtszeitraum

 11.04.2012   1 Ind.  KESt Wedeler Marsch/PI  M. Sommerfeld 
 10.04.2013   1 Ind.  Steller See/WL  S. Krüger 
 07.04.2014   1 Ind.  Rönneburg/WL M. Forstmann 
 03.04.2015  6 Ind.  Dassendorf N. Netzler 

 

Letztbeobachtungen im Berichtszeitraum

 11.10.2012  1 Ind.   Wulfsdorf/OD  T. Harder, S. Laubel 
 05.10.2013  1 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI G. Fick 
 03.10.2014  2 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI A. Zours 
 15.10.2015  1 Ind.   Hamburger Yachthafen/PI P. Bruhnke 

 

Der Median der Erstbeobachtung für die Jahre 1964-1976 und 1986-2016 ist der 15.04. (Spanne: 23.03.-01.05.), der Median der Letztbeobachtung der 10.10. (Spanne: 28.09.-12.11.). In den betrachteten 42 Jahren verfrühten sich die Erstbeobachtungen hochsignifikant um 13 Tage (s. Abb 1), die festgestellte Verspätung der Letztbeobachtungen um 2,5 Tage ist hingegen nicht signifikant (Abb. 2). Der langjährige Durchzugsgipfel im Herbst liegt Anfang September, der Median in der 50. Pentade, (s. Abb 3).

 

Maximalzahlen auf dem Wegzug im Berichtszeitraum

 14.09.2012  100 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  F. Baun, A. Mitschke 
 01.09.2013  378 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  A. Mitschke 
 08.09.2014  102 Ind.  Hamburger Yachthafen/PI  A. Mitschke 
 20.08.2015  500 Ind.  Giesensand/PI  M. Sommerfeld 

 

Abbildung 1

 

Abbildung 2

 

Abbildung 3

  

Literatur
MITSCHKE, A. & S. BAUMUNG (2001): Brutvogel-Atlas Hamburg. Hamburger avifaun. Beitr.: 31: 1-343

Bearbeitung durch Ronald Mulsow


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

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Bestand insgesamt 7.500 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.700 Reviere Besiedelte km² in HH 214 (30%)
Dichte insgesamt 3,1 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,5 Rev./km² Gefährdung  RL NI V

 

Charakteristik
Die Mehlschwalbe brütet an Gebäudefassaden bis in die Innenstadt.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkte liegen im Elbtal vom Alten Land über Wilhelmsburg bis in die Vier- und Marschlande. Daneben werden auch in den Dörfern rund um Schwarzenbek höhere Bestände erreicht. Die Vorkommen der Mehlschwalbe reichen an der Alster bis in die Innenstadt.

Lebensraum
Die Mehlschwalbe benötigt raue Hauswände zur Nestanlage und bevorzugt dabei geschützte Neststandorte unter Dachüberständen, Gebäudesimsen oder in Fensternischen. Nester werden gerne in Wassernähe angelegt, weil die Art dort sowohl Schlamm für den Nestbau als auch Insekten als Nahrung findet. In der versiegelten Innenstadt stammt das Nistmaterial allerdings vor allem aus Regenrinnen.

Bestandstrend
Anfang des 20. Jahrhunderts existierten nach Rückgängen kaum noch Brutplätze im inneren Stadtgebiet Hamburgs (Dietrich 1928). Erst Anfang der 1980er Jahre entwickelte sich eine bis heute anwachsende Ansiedlung in der City zwischen Rathausmarkt und Gänsemarkt mit einem Schwerpunkt an den Alsterarkaden.

Anmerkungen
Vorkommen der Mehlschwalbe werden immer wieder illegal durch Vergrämung zerstört.

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

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Verbreitung und Bestand
Das Vorkommen der Mehlschwalbe ist deutlicher als das der Rauchschwalbe auf das Elbtal konzentriert. Die Art zeigt auf der Geest eine Bindung an Gewässer als Nahrungshabitat und möglicherweise auch bedingt durch den Bedarf an Feuchtstellen zur Gewinnung von Nestbaumaterial. Von insgesamt 2.500 BP brüten 700 Paare auf der Geest. Im Gegensatz zur Rauchschwalbe besiedelt die Mehlschwalbe auch die Innenstadt, wo im Bereich der Alsterarkaden und des Alsterfleets im Jahr 2000 80-90 BP gezählt wurden. Weitere Stadtkolonien befinden sich in Uhlenhorst (10 BP), Rothenburgsort (17 BP), Barmbek (7 BP), Hamm (3 BP), Horn (10 BP), Bramfeld (6 BP) und Farmsen-Berne (17 BP). Insgesamt erreicht die Mehlschwalbe eine mittlere Dichte von 3,3 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 26,2 %. Die größten Einzelkolonien befinden sich am Blumensandhafen (unter einer Förderband-Metallkonstruktion, 1999 90 BP), an den Alsterarkaden und dem Alsterfleet (vgl. oben).

Lebensraum
In der Innenstadt werden ein Gebäudesims unter den Alsterarkaden und weitere, oft in den Ecken von Fensternischen plazierte Brutplätze an Bürogebäuden besetzt. Dabei sind verschieden alte Baustrukturen besiedelt und entscheidendes Auswahlkriterium offenbar die unmittelbare Nähe zu Gewässern (Alsterfleet). Nistmaterial wird dabei oft in verschmutzten Regenrinnen oder auf Vordächern der Geschäftszeilen gesammelt.
In den Hauptbrutgebieten des Alten Landes und der Vier- und Marschlande werden vor allem traditionelle Brutplätze an Wohn- und landwirtschaftlichen Gebäuden besiedelt. Im Hafenbereich sind mehrfach auch industrielle Gebäude und Gebäudeteile wie Förderbänder (Hansaport Altenwerder, Kaliwerke Blumensandhafen) besiedelt. Im Gegensatz zu Berlin (ORNITHOLOGISCHE ARBEITSGRUPPE BERLIN (WEST) 1990) ist die Mehlschwalbe in Hamburg nicht vorwiegend Stadtvogel in Neubaugebieten, sondern Charakterart der dörflichen Agrarlandschaft im Elbtal.

Bestandsentwicklung
Auch die Mehlschwalbe hat in den letzten 30 Jahren im Stadtbereich zahlreiche Brutplätze aufgegeben oder verloren. Der Arealschwund betrifft vor allem die dicht bebauten Stadtteile östlich der Alster und beträgt zwischen 1960 und 1990 ca. 30 %. Aus Neubaugebieten der 1960er und 1970er Jahre hat sich die Art nach Aufwuchs höherer Bäume und Sträucher zurückgezogen (z.B. Langenhorn, Fuhlsbüttel). Aktuell zeigt sich in der Innenstadt Hamburgs allerdings ein Bestandszuwachs, ständig gefährdet durch Abwehr- und Vergrämungsmaßnahmen z.B. in den Alsterarkaden.

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Blockbebauung
 Rauchschwalbe Hektar 1930,4 2275,4
  Anzahl
Probeflächen
57 80
  Reviere 451 96
  Stetigkeit 82,5 11,3
Dichte Median 1,76 0,00
[Reviere/10ha] Mittelwert 2,61 0,36
  Standard-
abweichung
2,95 1,31

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.500 BP 3,3 BP/km² 26,2 % 200