Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

Männchen

 

 

 

17.05.2017

Mölln

Thorsten Stegmann

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)
Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

Nach oben

Status:

Häufiger Brutvogel und sehr häufiger Durchzügler

 

Brut:

Der Brutbestand von 1.350 Rev. in Hamburg und 1.150 Rev. in der Umgebung (Mitschke 2013) zeigt aktuell einen zunehmenden Trend. Verbreitungsschwerpunkt ist das Elbtal, entsprechend des Vorkommens größerer Schilfflächen. Pagensand: 180 Rev. , Kartierung 2012 (ALLMER); Schwarztonnensand: 68 Rev., Kartierung 2012 (MULSOW); Kirchwerder Wiesen: 61 Rev., Kartierung 2014 (DWENGER, MITSCHKE); Francop/Finkenwerder: 70 Rev., Kartierung 2015 (Dwenger, Mitschke).

 

Beobachtungen mit direktem Brutbezug:

06.08.2014 Altvögel füttern flüggen Kuckuck, Pinnaumündung/PI R. Dilchert
09.06.2015 10  Ind. Nestbau, Haseldorfer Marsch/PI R. Dilchert
10.07.2015 1 Ind. (Jungvogel) ausgeflogen G. Rupnow

 

Zug:

Der Heimzug erfolgte nach Fangergebnissen in der Reit (1984-1988) ab der dritten Aprildekade bis Anfang Juni; das Maximum lag in der dritten Maidekade (Dinse 1991). Der Wegzug beginnt Anfang Juli mit einem Gipfel in der 42. Pentade (1974-1983 in der 43. Pentade; Berthold et al., 1991) und endet Ende Oktober, s. Abb.1. Der Median lag in beiden Zeiträumen in der 45. Pentade (09.08.-13.08).

 

Abb.1: Wegzug des Teichrohrsängers im Hamburger Raum

 

Erstbeobachtungen der Jahre 2012 bis 2015:

20.04.2012 1 Ind. Pinnaumündung/PI E. Fröbel
19.04.2013 1 Ind. Wulfsmühle/PI J. Chmill
23.04.2014 1 Ind. Gesang, Billwerder Insel-Süd W. Schmid
20.04.2015 1 Ind. Gesang, Haseldorfer Marsch/PI K. Weselowski

 

Letztbeobachtungen der Jahre 2012 bis 2015:

20.10.2012 1 Ind. wurde beringt, NSG „Die Reit“ Forschungsstation „Die Reit“
15.10.2013 1 Ind. wurde beringt, NSG „Die Reit“ Forschungsstation „Die Reit“
24.10.2014 1 Ind. wurde beringt, NSG „Die Reit“ Forschungsstation „Die Reit“
09.10.2015 1 Ind. wurde beringt, NSG „Die Reit“ Forschungsstation „Die Reit“

 

Der Median der Erstbeobachtungen für die Jahre 1964-1976 und 1989-2015 ist der 23.04. (Spanne: 02.04.-11.05.), der Median der Letztbeobachtungen der 14.10. (Spanne: 05.09.-08.11.). In den 40 Jahren verfrühten sich die Erstbeobachtungen hochsignifikant um 14,2 Tage; die Verspätung der Letztbeobachtungen um 4,9 Tage ist dagegen nicht signifikant.

 

Literatur:

BERTHOLD, P., FLIEGE, G., HEINE, G., QUERNER, U. & R. SCHLENKER (1991): Wegzug, Rastverhalten, Biometrie und Mauser von Kleinvögeln in Mitteleuropa.- Vogelwarte 36 (Sonderheft): 1-221.
DINSE, V. (1991): Über den Heimzug von Kleinvögeln in Hamburg. Eine Auswertung im Rahmen des Mettnau-Reit-Illmitz-Programms.-Hamburger avifaun. Beitr. 23: 1-125.
MITSCHKE, A. (2012): Atlas der Brutvögel in Hamburg und Umgebung. Hamburger avifaun. Beitr. 39: 1-228.

Bearbeitung durch Ronald Mulsow


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

Nach oben

 

Bestand insgesamt 2.500 Reviere Besiedelte TK4 67 (84%)
Bestand in Hamburg 1.350 Reviere Besiedelte km² in HH 254 (33%)
Dichte insgesamt 1,0 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 1,8 Rev./km² Gefährdung RL NI V


Charakteristik
Der Teichrohrsänger ist der Charaktervogel des Schilfröhrichts im Elbtal.

Verbreitung
Verbreitungsschwerpunkte liegen in den großen Röhrichten zwischen Pagensand, der Krückaumündung und der Haseldorfer Marsch, von Neßsand entlang des Mühlenberger Lochs bis zur Alten Süderelbe, entlang von Norder- und Süderelbe im Stromspaltungsgebiet und in Teilen der Vier- und Marschlande. Auf der Geest besiedelt die Art die hier eher kleinflächigen Röhrichte der Gewässer und Feuchtgebiete. Im Stadtgebiet kommt der Teichrohrsänger auch mit wenigen Quadratmeter großen Schilfinseln z.B. an der Außenalster (nach Habitatmanagement) oder der Harburger Außenmühle aus.

Lebensraum
Der Teichrohrsänger ist streng an das Vorhandensein von Schilfröhricht gebunden, zwischen dessen Halmen er sein Nest baut.

Bestandstrend
Auf Probeflächen, deren Schwerpunkt im Feuchtgrünland an der Unterelbe und in den Vier- und Marschlanden liegt, ergibt sich für 1992 bis 2011 ein signifikant positiver Bestandstrend. Auch für das schleswig-holsteinische Umland deutet sich eine leichte Bestandszunahme an (1985-1994 490 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 660 RP).

Anmerkungen
Aufgrund der Fähigkeit, das Nest in meist etwa 0,5 m Höhe über dem Wasserspiegel anzulegen, kann die Art im Tideröhricht in hoher Dichte brüten.

 


 

Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Nach oben

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitungskarte des Teichrohrsängers zeigt Konzentrationen der Vorkommen zwischen Neßsand und Alter Süderelbe (230 Rev.), im südlichen Wilhelmsburg mit dem Heuckenlock (210 Rev.) sowie in den zentralen Vier- und Marschlanden, insbesondere in der Reit und zwischen Dove- und Gose Elbe (430 Rev.). Auf der Geest sind vor allem Duvenstedter Brook (35 Rev.) und Öjendorfer Park (15 Rev.) von Bedeutung. Im inneren Stadtbereich wurden während der Kartierperiode Vorkommen an der Tarpenbek (Niendorf), im Eppendorfer Moor und an der Außenalster, in Hamm, Bramfeld (Rückhaltebecken Seebek, Bramfelder See) sowie an der Horner Rennbahn nachgewiesen. Insgesamt siedeln im Elbtal 1100 BP und auf der Geest 100 BP. Der Teichrohrsänger erreicht eine mittlere Dichte von 1,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 30,9%. Höchste Dichten pro km² finden sich in den Tideröhrichten an Norder- und Süderelbe um das Heuckenlock mit bis zu 35 BP/100 ha. Auf Probeflächen wurden maximale Dichten von 5,36 BP/10 ha (PF 28 ha, Heuckenlock), 5,76 BP/10 ha (PF 33 ha, Bunthausspitze) bzw. 7,42 BP/10 ha (PF 27,0 ha, Ochsenwerder) ermittelt.

Lebensraum
Verbreitung und Verteilung der Dichtezentren orientieren sich sehr eng am Vorkommen von Schilfröhricht. Die höchsten Dichten werden dabei durchweg im Tidebereich gefunden, wo die Art mit Abstand die dominante Vogelart darstellt (Neßsand, Heuckenlock). An Stadtgewässern (Außenalster, Außenmühle, Bramfelder See, Eppendorfer Moor) oder im Grabennetz der Vier- und Marschlande genügen auch schmale Schilfstreifen geringer Flächenausdehnung, um eine Ansiedlung zu ermöglichen. 

Bestandsentwicklung
Im Vergleich zu den Vorkommen im Elbtal dürften auch in vergangenen Jahrzehnten städtische Brutplätze auf der Geest nur von untergeordneter Bedeutung gewesen sein. Verluste ergaben sich hier vor allem aufgrund von Lebensraum-Verschlechterungen z.B. am Bramfelder See und im Oberalsterraum (Wellingsbüttel, Hummelsbüttel, Mellingbeker Schleuse), wo regelmäßig besetzte Vorkommen spätestens Mitte der 1980er Jahre erloschen. 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1200 BP 1,6 BP/km² 30,9 % 236