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05.06.2008

Boltenhagen

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 1 Reviere Besiedelte TK4 1 (1%)
Bestand in Hamburg 0 Revier Besiedelte km² in HH 0 (0%)
Dichte insgesamt 0,0 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 0,0 Rev./km² Gefährdung RL HH 0, NI 3, SH 1

 

Charakteristik
Die Sperbergrasmücke ist eine kontinental verbreitete Art, deren regelmäßig besiedeltes Brutgebiet östlich des Hamburger Raums liegt.

Verbreitung
Im Hamburger Umland konnte lediglich ein Nachweis am Rande des Nienwohlder Moores erbracht werden.

Lebensraum
Die Sperbergrasmücke bewohnt älteres, dichtes Gebüsch und sucht im Brutrevier gerne die Nähe des gegenüber Prädatoren wehrhaften Neuntöters.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert kam die Art noch bei Groß-Borstel, in der Knicklandschaft zwischen Bramfeld und Wellingsbüttel, in Niendorf, Stellingen und selten in Blankenese vor (Dietrich 1928). Nach 1960 gelangen ganz vereinzelt Brutzeitnachweise in Hamburg in Langenhorn bzw. im Fischbeker Moor (Garthe & Mitschke 1994), 1999 sang ein Vogel auf der Billwerder Insel (Mitschke & Baumung 2001). Während es im Stadtgebiet bereits seit Jahrzehnten keine regelmäßig besetzten Vorkommen mehr gibt, gelangen in der Winsener Marsch bis in die frühen 2000er Jahre noch regelmäßige Nachweise von bis zu drei Sängern.

Anmerkungen
Der Rückzug der Sperbergrasmücke aus dem Hamburger Raum dürfte arealgeografische Gründe haben und findet andernorts in Nordwestdeutschland seine Entsprechung.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Noch in den 1920er Jahren brütete die Sperbergrasmücke in Groß-Borstel, in der Knicklandschaft zwischen Bramfeld und Wellingsbüttel, in Niendorf, Stellingen und selten in Blankenese (DIETRICH 1928). Nach 1960 wurden nur 1968 in Langenhorn und 1979 im Fischbeker Moor Brutzeitnachweise bekannt (GARTHE & MITSCHKE 1994). Während der Atlaskartierung wurde 1999 angrenzend an die Klärbecken der Billwerder Insel auf einem verbuschten Ruderalgelände mehrfach eine singende Sperbergrasmücke festgestellt. Da eine spätere Nachsuche in der zweiten Junihälfte erfolglos blieb, ist davon auszugehen, daß es sich um ein unverpaartes Männchen gehandelt hat.
Die nächsten Brutplätze der Art finden sich 18 km südöstlich in der Winsener Marsch/WL. Inzwischen ist das Gelände auf der Billwerder Insel in einen Golfplatz umgewandelt worden und ein Wiederauftreten der Sperbergrasmücke hier auszuschließen.

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Männchen

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02.03.2016

La Palma / Spanien

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 21.000 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 12.400 Reviere Besiedelte km² in HH 742 (97%)
Dichte insgesamt 8,6 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 16,1 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Mönchsgrasmücke hat sich zu einem sehr häufigen Stadtvogel entwickelt.

Verbreitung
Die Verbreitung der Art zeigt sich sehr gleichmäßig, wobei die höchsten Dichten im bebauten Teil der Stadt Hamburg sowie im Sachsenwald dokumentiert wurden. Nur in vegetationsarmen Teilen des Hamburger Hafens existieren noch kleine Verbreitungslücken.

Lebensraum
Die Mönchsgrasmücke brütet gerne im Schutz von Brennesseln oder Brombeeren und ist ein Bewohner des Unterholzes und dichten Gebüsches sowie der Baumschicht. Vorkommen erstrecken sich in der Stadt bis in kleine Hinterhöfe, Gärten und Grünanlagen in der City.

Bestandstrend
Der Bestand der Mönchsgrasmücke hat in den letzten 20-30 Jahren in Hamburg stark zugenommen (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 170 RP, 1997-2000 615 RP, 2007/08 633 RP, Mitschke 2009) und hat sich auch außerhalb der Stadt im schleswig-holsteinischen Umland positiv entwickelt (1985-1994 5.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 7.400 RP). Auf Probeflächen stieg der Bestand von 1992 bis 2011 um im Mittel 5,3±0,4%** pro Jahr an.

Anmerkungen
Die Ursachen für den 20 Jahre ununterbrochen anhaltenden, fast linearen Bestandszuwachs der Art im Hamburger Raum sind unklar, könnten aber u.a. mit dem Strukturwandel der Gärten (z.B. mehr Koniferen) zusammenhängen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Mönchsgrasmücke ist mit Abstand die häufigste Grasmückenart in Hamburg und zeigt Verbreitungslücken nur in der City, Teilen des Hafens und der baumfreien Landschaft der Vier- und Marschlande. Geringe Dichten finden sich in Teilen der Wohnblockzone und in den Obstanbauflächen des Alten Landes. Dagegen sind weite Teile der Gartenstadt in ähnlicher Dichte wie die größeren Waldgebiete im Hamburger Westen und den Harburger Bergen besiedelt. 
Der Gesamtbestand der Mönchsgrasmücke in Hamburg beträgt 11.500 BP, was einer mittleren Dichte von 15,1 BP/100 ha entspricht. Die Mönchsgrasmücke erreicht dabei eine Rasterfrequenz von 96,2 %. Bezogen auf einen km² liegen die maximalen Dichten zwischen 50 und 60 BP (8x, 60 BP in Volksdorf), auf Probeflächen wurden Siedlungsdichten von bis zu 7,5 BP/10 ha (PF 29,3 ha, Rodenbeker Quellental) bzw. 9,7 BP/10 ha (PF 13,4 ha, Poppenbüttel) ermittelt.

Lebensraum
Die Dichten in Gartenstadt, Kleingärten und Grünanlagen liegen in vergleichbarer Größenordnung wie in den ursprünglichen Waldlebensräumen (vgl. Tab.). In der Innenstadt von Hamburg beschränken sich die Vorkommen allerdings auf den Alten Botanischen Garten und wenige Hinterhöfe.

Bestandsentwicklung
Innerhalb der letzten 30 Jahre hat die Siedlungsdichte der Mönchsgrasmücke im Stadtbereich um das Zwei- bis Zweieinhalbfache zugenommen. Das ergaben Untersuchungen auf verschiedenen in den 1960er und 1970er Jahren erstmals und in den 1990er Jahren erneut kartierten Probeflächen (MITSCHKE et al. 2000). Ursache dürfte hauptsächlich das Aufwachsen der Vegetation und die zunehmende Dominanz älterer Bäume in Grünanlagen, Gärten und zwischen den Gebäuden der Wohnblockzone sein. Aktuelle Ergebnisse von Linientaxierungen im Hamburger Raum lassen vermuten, daß sich die Bestandszunahme auch in den 1990er Jahren fortgesetzt hat.

 

Dichte auf Probeflächen   City Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf
Mönchsgrasmücke Hektar 219,3 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4
  Anzahl
Probeflächen
8 81 80 6 196 19 21 57
  Reviere 9 182 401 33 1189 94 145 223
  Stetigkeit 50,0 69,1 95,0 100,0 98,0 94,7 100,0 94,7
Dichte Median 0,15 0,57 1,66 1,79 2,09 2,02 2,59 1,02
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,38 0,71 1,75 1,92 2,32 2,14 3,04 1,19
  Standard-
abweichung
0,62 0,72 0,84 0,55 1,29 1,02 1,37 1,21
    Laubwald Mischwald Nadelwald Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
  Hektar 172,7 286,4 533,5 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
7 13 18 16 13 31 6 64
  Reviere 51 87 131 140 21 194 12 134
  Stetigkeit 100,0 92,3 89,5 100,0 46,2 93,8 66,7 73,4
Dichte Median 2,84 3,11 2,51 2,83 0,15 1,51 0,59 0,32
[Reviere/10ha] Mittelwert 2,95 3,34 2,25 3,51 0,47 1,76 0,62 0,61
  Standard-
abweichung
1,11 2,15 1,12 2,31 0,65 1,44 0,64 0,99

 

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
11.500 BP 15,1 BP/km² 96,2 % 734

 

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adult

 

 

04.06.2011

Neu Wulmstorf

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 5.500 Reviere Besiedelte TK4 79 (99%)
Bestand in Hamburg 2.300 Reviere Besiedelte km² in HH 450 (59%)
Dichte insgesamt 2,2 Rev./km² Trend zunehmend
Dichte in Hamburg 3,0 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Dorngrasmücke brütet an Wegen und Feldrändern in der Kulturlandschaft.

Verbreitung
Die Art zeigt eine gleichmäßige Verbreitung, nur der bebaute Teil der Stadt wird fast gänzlich gemieden. Im Alten Land, Stromspaltungsgebiet und den Vier- und Marschlanden ist sie häufiger vertreten als in den Unterelbemarschen. Auch die Agrarlandschaft auf der Geest ist flächendeckend besiedelt.

Lebensraum
Neststandorte befinden sich geschützt in dichtem Strauchwerk und werden gerne in Brombeergebüsch angelegt. Die Art brütet in der Feldmark und den Marschen entlang von Straßen, Wegen, Grabenrändern, an Waldrändern, auf Lichtungen u.ä. In der Stadt werden Hafen- und Industriebrachen besiedelt.

Bestandstrend
Im Vergleich zum frühen 20. Jahrhundert ist der Bestand der Dorngrasmücke zurückgegangen, galt die Art damals doch als „gemeinste Grasmückenart“ mit Vorkommen auch in Gärten, Parks und Anlagen (Dietrich 1928). Nach dem durch Verluste in den Winterquartieren bedingten, europaweiten Bestandseinbruch Ende der 1960er Jahre hat der Bestand in den letzten 20 Jahren sowohl in Hamburg (Monitoring häufiger Brutvögel, 1992-2011, im Mittel +5,5±0,7%** pro Jahr) als auch im schleswig-holsteinischen Umland (1985-1994 1.700 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 2.400 RP) wieder zugenommen.

Anmerkungen
Die Bebauung städtischer Brachen hat einige Brutplätze der Art vernichtet.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Dorngrasmücke zeigt eine starke Konzentration der Vorkommen im Elbtal, wo das Alte Land und der Moorgürtel flächendeckend besiedelt sind. Dieses geschlossene Siedlungsgebiet setzt sich über den Hafen und Wilhelmsburg sowie Neuland/Gut Moor bis in die Vier- und Marschlande fort, wo regionale Konzentrationen in Curslack, Neuengamme und Teilen Kirchwerders erkennbar sind. Insgesamt siedeln im Elbtal 1500 BP, auf der Geest dagegen nur 600 BP. Diese verteilen sich vor allem auf die verbliebenen Feldmarken im Hamburger Westen (Rissen bis Osdorf 100 BP), die Niederungen von Kollau und Tarpenbek (Eidelstedt bis Langenhorn 50 BP), die Hummelsbütteler Feldmark (40 BP), die Walddörfer mit Wittmoor und Duvenstedter Brook (140 BP) und den Nordosten Hamburgs von Volksdorf bis zum Höltigbaum (170 BP). Einzelne Paare kommen auch im geschlossen bebauten Bereich Hamburgs vor: Tarpenbek in Lokstedt, Groß Borstel, Klostertor, Barmbek-Nord (Seebek), Horner Rennbahn, Jenfeld, Berne und Tonndorf (Wandse).
Der Gesamtbestand der Dorngrasmücke von 2100 BP in Hamburg entspricht einer mittleren Dichte von 2,8 BP/100 ha und verteilt sich auf eine Rasterfrequenz von 56,9 %. Maximale Dichten pro km2 fanden sich mit 27 BP im Stellmoorer Tunneltal, Höltigbaum und Neuengamme bzw. 30 BP in Kirchwerder. Dichten auf Probeflächen lagen maximal bei 3,95 BP/10 ha (PF 38 ha, Kirchwerder Wiesen) und 4,87 BP/10 ha (PF 10,3 ha, Bostelbek).

Lebensraum
Entscheidend für die Siedlungsdichte der Dorngrasmücke sind Randstrukturen wie Hecken oder Hochstaudensäume, die entlang von Wegen oder Gräben sowie an Waldrändern auftreten. Höchste Siedlungsdichten werden in Feldmark und Ackerlandschaft beobachtet (vgl. Tab.). Der ehemals bedeutende Lebensraum auf städtischen Brachen ist weitgehend verschwunden, letzte Vögel siedeln hier z.B. in Klostertor.

Bestandsentwicklung
In den letzten Jahrzehnten ist die Dorngrasmücke aus einigen Teilen Hamburgs verschwunden. Verantwortlich dafür waren vor allem zwei Entwicklungen: Zum einen ließ die Bebauung von kriegsbedingten Brachen und Trümmerflächen im inneren Stadtgebiet unmittelbar nach dem Krieg neu entstandene Vorkommen wieder erlöschen (z.B. Alter Botanischer Garten, Hamm, Eimsbüttel, St. Pauli). Zahlenmäßig bedeutsamer waren aber Verluste durch die zunehmende Bebauung der Feldmark vor allem im Norden Hamburgs, wo während der 1960er und 1970er Jahre zahlreiche Brutplätze verlorengingen (z.B. Niendorf, Langenhorn, Wellingsbüttel, Poppenbüttel, Hummelsbüttel). Diese Verluste summieren sich zu einem Arealschwund von 15 %.

 

Dichte auf Probeflächen   Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
 Dorngrasmücke Hektar 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
16 13 31 6 64
  Reviere 22 26 133 39 180
  Stetigkeit 56,3 53,8 81,3 100,0 82,8
Dichte Median 0,24 0,45 0,87 1,01 0,50
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,54 0,48 1,03 1,29 0,69
  Standard-
abweichung
0,79 0,51 0,89 1,19 0,76

 

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.100 BP 2,8 BP/km² 56,9 % 434

 

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adult

 

 

04.06.2008

Boltenhagen

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

  

Bestand insgesamt 5.700 Reviere Besiedelte TK4 70 (100%)
Bestand in Hamburg 2.000 Reviere Besiedelte km² in HH 450 (65%)
Dichte insgesamt 2,3 Rev./km² Trend zuletzt zunehmend
Dichte in Hamburg 2,6 Rev./km² Gefährdung  -

 

Charakteristik
Die Gartengrasmücke ist eine Vogelart der halboffenen Kulturlandschaft.

Verbreitung
Die Vorkommen verteilen sich gleichmäßig über das Elbtal und weite Teile der Geest, wobei die Art in den gehölzarmen Teilen der Marschen und in größeren, geschlossenen Waldgebieten geringere Dichten erreicht und im dicht bebauten Teil von Hamburg fehlt.

Lebensraum
Typische Lebensräume sind Gebüsche entlang von Wegen oder Knicks, Waldränder, Waldlichtungen mit Jungwuchs, aber auch die Weidensäume von Feuchtgebieten und entlang der Elbe.

Bestandstrend
Im frühen 20. Jahrhundert war die Gartengrasmücke „nach der Dorngrasmücke die häufigste der Grasmücken im Gebiet“ und kam in Gärten und Parks verbreitet als Brutvogel vor (Dietrich 1928). Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Art noch „in Gärten“ vor (Timmermann 1953). Wenig später muss der Rückzug aus der Stadt eingesetzt haben, dessen letzte Phase sich im Zuge der Stadtkorridorkartierung nachvollziehen lässt (1982/83 49 RP, 1997-2000 34 RP, 2007/08 21 RP, Mitschke 2009). Auch im Umland hat der Bestand der Art abgenommen (1985-1994 3.500 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 2.900 RP), während sich im Elbtal in den letzten Jahren Zunahmen andeuten.

Anmerkungen
Der Rückzug aus den Gärten hat sich in ganz Nordwesteuropa abgespielt.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Die Verbreitung der Gartengrasmücke zeigt eine Bevorzugung des Elbtals und auf der Geest der peripheren Reste halboffener Landschaften. Im Vergleich zur Dorngrasmücke verschieben sich im Elbtal die Schwerpunkte auf den Moorgürtel, Moorburg und Altenwerder sowie in der Boberger Niederung. Auf der Geest sind Rissen-Sülldorfer Feldmark, Hummelsbütteler Feldmark, Wittmoor, Duvenstedter Brook, Bergstedt und das Stellmoorer Tunneltal Dichtezentren. Insgesamt dringt die Gartengrasmücke weiter als die Dorngrasmücke in den bebauten Bereich der Stadt vor und tritt regelmäßig im Stadtpark als Brutvogel auf. Innerstädtische Vorkommen in Borgfelde, Hamm und an der Außenalster in Hohenfelde sowie in Altona sind aber selten. Teilweise ist die Einschätzung des Status von Sängern, die noch Ende Mai im Stadtbereich auftreten, schwierig.
Insgesamt brüten in Hamburg im Elbtal 1300 Paare und auf der Geest 800 Paare der Gartengrasmücke. Die Art erreicht eine mittlere Dichte von 2,8 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 62,0 %. Auf der Fläche von einem km² liegen die maximalen Dichten bei 30 BP (Nincoper Moor), 32 bzw. 40 BP (jeweils Achtermoor). Für Probeflächen wurden Höchstwerte von 3,04 BP/10 ha (PF 19,7 ha, Saselbek), 3,56 BP/10 ha (PF 28,1 ha, Achtermoor) bzw. 4,0 BP/10 ha (PF 25,2 ha, Wilhelmsburg-Süd) erfasst.

Lebensraum
Die Gartengrasmücke ist an dichte Gebüsche, die von Hochstaudensäumen (v.a. Brennessel) und einzelnen Bäumen begleitet werden, gebunden. Vorkommen in der baumfreien Landschaft oder auf hochstaudenreichen Brachen z.B. im Hafen oder Stadtgebiet existieren daher nicht. Dafür werden für die Dorngrasmücke zu schattige, bewaldete Gebiete z.B. in größeren Grünanlagen (Stadtpark) angenommen.

Bestandsentwicklung
Die Gartengrasmücke hat in den vergangenen Jahrzehnten leichte Arealverluste hinnehmen müssen. Diese basieren vor allem auf der Bebauung der Feldmarken im Bereich Bahrenfeld-Groß Flottbek und von Fuhlsbüttel über Langenhorn bis nach Wellingsbüttel. Der Bestandsrückgang der Gartengrasmücke im Stadtgebiet ist aber nicht sehr ausgeprägt und dürfte teilweise durch Zunahmen in den durch Flächenstilllegungen und Extensivierung gekennzeichneten Landschaften des Moorgürtels und in Teilen der Vier- und Marschlande während der 1990er Jahre ausgeglichen worden sein.

 

Dichte auf Probeflächen   Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf Feucht-
gebiete
Obst-
anbau
Feld-
mark
Acker-
land
Grün-
land
Gartengrasmücke Hektar 457,6 488,5 1930,4 475,1 539 1088,4 211,2 3266,2
  Anzahl
Probeflächen
19 21 57 16 13 31 6 64
  Reviere 15 26 89 62 16 83 8 89
  Stetigkeit 52,6 47,6 64,9 87,5 53,8 84,4 50,0 65,6
Dichte Median 0,28 0,00 0,34 1,41 0,29 0,71 0,14 0,30
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,29 0,45 0,44 1,40 0,35 0,78 0,36 0,32
  Standard-
abweichung
0,31 0,87 0,45 0,91 0,49 0,56 0,49 0,38

  

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.100 BP 2,8 BP/km² 62,0 % 473

 

 

 

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kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

21.06.2014

Fårö Gotland / Schweden

Hans-Hermann Harms

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 4.100 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 2.400 Reviere Besiedelte km² in HH 631 (82%)
Dichte insgesamt 1,7 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 3,1 Rev./km² Gefährdung  

 

Charakteristik
Die Klappergrasmücke ist unter den Grasmücken am ehesten ein typischer Vogel menschlicher Siedlungen.

Verbreitung
Die Art ist fast flächendeckend verbreitet und bewohnt vor allem den bebauten Teil der Stadt mit den Dörfern im Alten Land und den Vier- und Marschlanden sowie Teile der Stader Geest, des östlichen Hamburgs Umlandes und rund um Schwarzenbek in höherer Dichte. Nur vereinzelt vertreten ist sie in den gehölzarmen Unterelbemarschen, Teilen des Hafens sowie in großen Wäldern.

Lebensraum
Wichtig für eine Ansiedlung sind sonnige, dichte und niedrige Sträucher, meist in Form von Knicks, Hecken oder Gebüschgruppen. Diese können in der halboffenen Agrarlandschaft, aber auch in Gärten, Grünanlagen und selbst in der Innenstadt besiedelt werden.

Bestandstrend
Die Bestände der Klappergrasmücke haben sich offenbar weder lang- noch kurzfristig einschneidend verändert. Im Zuge der Stadtkorridorkartierung wurden schwankende Vorkommen dokumentiert (1982/83 134 RP, 1997-2000 74 RP, 2007/08 107 RP, Mitschke 2009), im schleswig-holsteinischen Umland hat sich der Bestand in den letzten etwa 20 Jahren kaum verändert (1985- 1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.500 RP).

Anmerkungen
Probeflächen-Untersuchungen ergaben zuletzt einen leicht positiven Trend.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsbild der Klappergrasmücke in Hamburg zeigt eine unregelmäßige, lückige Verteilung über das gesamte Stadtgebiet. Im Elbtal ist die Art vor allem Brutvogel in den Dörfern des Alten Landes und der Vier- und Marschlande sowie in den Wohnvierteln Wilhelmsburgs. In der freien Landschaft, im eigentlichen Obstgürtel und im Hafen fehlt die Klappergrasmücke dagegen weitgehend. Auf der Geest sind Konzentrationen in Harburg, Sülldorf, Osdorf, Lurup, Schnelsen, Barmbek, Bramfeld und Bergedorf angedeutet. Die Klappergrasmücke erreicht aber auch die Innenstadt und besiedelt in geringer Dichte die City.
Der Brutbestand in Hamburg beträgt insgesamt 2.100 BP, die Art erreicht eine mittlere Siedlungsdichte von 2,8 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 79,0 %. Maximale Dichten pro km² liegen bei 13 Rev. (Hummelsbüttel) bzw. 14 Rev. (Volksdorf), auf Probeflächen wurden Dichten von 2,38 BP/10 ha (PF 25,2 ha, Wilhelmsburg-Süd), 2,40 BP/10 ha (PF 33,4 ha, Sülldorf), 2,67 BP/10 ha (PF 15 ha, Eppendorfer Moor) bzw. 3,0 BP/10 ha (PF 10 ha, Billstedt/Horn) ermittelt.

Lebensraum
Die disjunkte Verbreitung der Klappergrasmücke zeigt, daß die Art nicht an eine bestimmte Stadtzone oder einen Landschaftstyp gebunden ist, sondern überall dort auftritt, wo ihre speziellen Ansprüche an die Struktur des Bruthabitats erfüllt sind. Wichtig sind dabei nicht zu schattige dichte Gebüsche oder Hecken, die möglichst von einigen sie überragenden Bäumen begleitet werden sollen (GNIELKA in SCHÖNBRODT & SPRETKE 1989). Diese Ansprüche werden lokal bis in die City erfüllt, finden sich in vielen Teilen der Wohnblockzone innerhalb kleiner Grünanlagen (oft Spielplätze) und zwischen den Häuserblocks in Hecken und sind auch in weiten Teilen der Gartenstadt erfüllt. Hier werden die in den 1950er Jahren entstandenen Siedlungen, die sich eine halboffene Struktur erhalten haben, vor stark durchgrünten und durch eine aufwachsende Baumschicht dominierten Gebieten bevorzugt. Größere Grünanlagen wie der Ohlsdorfer Friedhof sind dagegen kaum besiedelt, weil dichte Gebüsche fehlen oder auf Friedhöfen stark beschattete Standorte überwiegen. Größere Bedeutung haben Kleingärten, die teilweise kleinparzelliert dichte, alte Hecken aufweisen und damit günstige Lebensmöglichkeiten bieten (vgl. Tab.). Im Elbtal ist die Klappergrasmücke eine typische Vogelart der traditionellen dörflichen Strukturen.

Bestandsentwicklung
Die Bestände der Klappergrasmücke dürften in den letzten Jahrzehnten leicht zurückgegangen sein. Betroffen waren vor allem Vorkommen in der Gartenstadt, die inzwischen eine weitgehend geschlossene Baumschicht aufweisen und daher als Lebensraum ungeeignet sind (z.B. Fuhlsbüttel, Wellingsbüttel). Auch aus dem Stadtpark ist die Art inzwischen wohl verschwunden (1965 noch 4 Rev., EGGERS 1969, J. Hartmann unveröff.). 

Dichte auf Probeflächen   Hafen,
Industrie
Block-
bebauung
Villen-
viertel
Garten-
stadt
Klein-
gärten
Grün-
anlage
Dorf Feucht-
gebiete
Feld-
mark
Klappergrasmücke Hektar 2667,1 2275,4 174,7 5430,2 457,6 488,5 1930,4 475,1 1088,4
  Anzahl
Probeflächen
81 80 6 196 19 21 57 16 21
  Reviere 63 93 5 267 30 17 92 9 21
  Stetigkeit 45,7 56,3 50,0 65,8 84,2 38,1 73,7 50,0 53,1
Dichte Median 0,00 0,37 0,13 0,44 0,64 0,00 0,57 0,14 0,21
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,25 0,39 0,25 0,50 0,71 0,30 0,51 0,26 0,22
  Standard-
abweichung
0,35 0,38 0,35 0,49 0,60 0,56 0,43 0,30 0,27

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
2.100 BP 2,8 BP/km² 79,0 % 603