Bildinfo

Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

kein Geschlechtsdimorphismus

adult

 

 

01.05.2009

Tister Bauernmoor

Hans-Hermann Harms

 

Beobachtungsauswertung 2012 - 2015

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Status

sehr häufiger Brutvogel, mittelhäufiger Durchzügler

 

Brut

Brutbestand: Hamburg 1.500 Rev., Umgebung 1.800 Rev.; abnehmend (MITSCHKE 2012)

Die Art bevorzugt halboffene Landschaft mit altem Baumbestand.

 

Beispiele aus Revierkartierungen:

Duvenstedter Brook 40-50 Rp. (Jahresbericht J.-P. STÖDTER)

Boberger Niederung 20 Rp. (Kartierung 2012, G. RASTIG)

Wohldorfer Wald 14 Rp. (Kartierung 2014 A. MITSCHKE)

Fischbeker Heide 12 Rp., Altengamme 11 Rp. (Kartierungen 2015 A. MITSCHKE)

 

Früheste Brutdaten:

Nestbau: 12.05.2014, Boberger Dünen/HH (E. HÜBNER)

Brütend: 24.05.2012, Nabu-Hütte Pagensand/PI; im Aschenbecher unter dem Vordach (F.ALLMER)

Nicht flügge Jungvögel: 08.06.2012, 4 Pulli, Pagensand/PI (F. ALLMER)

Eben flügge: 18.06.2015 1 Ind., Duvenstedter Brook/HH (K. WESOLWSKI)

Ausgeflogen: 31.07.2014; ein Altvogel füttert 2 flügge Jungvögel; Duvenstedter Brook (K. WESOLWSKI)

Nachweis einer Zweitbrut an der Nabu-Hütte, Pagensand/PI 2012 (F.ALLMER)

 

Der Beobachtungszeitraum des Grauschnäppers im Hamburger Raum reicht von Mitte April bis Ende Oktober.

 

Erstbeobachtungen der betrachteten Jahre:

 

29.04.2012 1 Ind. Trittau, Hahnheide/OD J. BERG
16.04.2013 1 Ind. Meckelfeld-Brockdaqmm/WL R. WESELOH
30.04.2014 1 Ind. Curslack, Wasserwerk/HH A. MISCHTKE
20.04.2015 1 Ind. Bramfeld/HH K. MIELKE

 

Letzbeobachtungen der betrachteten Jahre:

29.04.2012 1 Ind. Trittau, Hahnheide/OD J. BERG
16.04.2013 1 Ind. Meckelfeld-Brockdaqmm/WL R. WESELOH
30.04.2014 1 Ind. Curslack, Wasserwerk/HH A. MISCHTKE
20.04.2015 1 Ind. Bramfeld/HH K. MIELKE

 

Der Median der Erstbeobachtung für die Jahre 1965-1975 und 1986-2018 ist der 27.04. (Spanne: 15.04.-11.05.), für das 20. Individuum der 13.5. (03.05.-14.06.). Der Median der Letztbeobachtung der 25.09. (Spanne: 21.08-29.10.). Die Verfrühung der Erstbeobachtungen über die 44 Jahre beträgt (nicht signifikant) 1,5 Tage, die des 20. Individuums (hoch signifikant) 13,1 Tage. Die Verspätung der Letztbeobachtungen ist nicht signifikant: 8,7 Tage.

Die Gesangsaktivität bestimmt einen ersten Beobachtungsgipfel; in der zweiten Junihälfte setzen die Jungvögel einen zweiten Höhepunkt und Mitte August liegt das Wegzugsmaximum.

 

Heimzug

Nach den Erstfängen in der Beringungsstation „Die Reit“ für die Jahre 1984-1988 (n=66) erfolgte der Frühjahrszug vom 30.04. bis 04.06. Maximum und Median lagen in der 28. Pentade (16.05.-20.05.,V. DINSE 1991)

 

Wegzug

Grauschnäpper wurden in der Reit 1974-1983 von Ende Juni bis Ende September gefangen. Dismigrationsbewegungen und Wegzugbeginn sind nicht klar trennbar. Der Median lag in der 45. Pentade (09.08.-13.08.), das Maximum in der 47 Pentade (19.08.-23.08.; n=152; Berthold et al. 1991). Aktuell (2004-2018) hat sich das Wegzugsmaximum verschoben auf die 45. Pentade (09.08.-13.08.) und der Median auf die 43. Pentade (30.07.-03.08.). Trotz geringerer Aussagekraft wegen der drastischen Bestandsabnahme scheint sich auch bei diesem Langstreckenzieher also eine Verfrühung beim Wegzug anzudeuten – und das wohl auch schon bei den Dismigrationsbewegungen (Abb. 1). Diese entspricht ungefähr der Verfrühung der Ankunft des 20. Individuums, s.u.

 

Abb. 1  folgt in einigen Tagen

 

Literatur:

Berthold, P., G. Fliege, G. Heine, U. Querner & R. Schlenker (1991): Wegzug, Rastverhalten, Biometrie und Mauser von Kleinvögeln in Mitteleuropa. Vogelwarte, Sonderheft 36:1-221.

Dinse, V. (1991): Über den Heimzug von Kleinvögeln in Hamburg. Eine Auswertung im Rahmen des Mettnau-Reit-Illmitz-Programms. Hamburger avifaun. Beitr. 23: 1-125.

Mitschke, A. (2012): Atlas der Brutvögel in Hamburg und Umgebung. Hamburger avifaun. Beitr. 39: 1-228.

 

 

 

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

 

Bestand insgesamt 3.300 Reviere Besiedelte TK4 80 (100%)
Bestand in Hamburg 1.500 Revier Besiedelte km² in HH 465 (61%)
Dichte insgesamt 1,3 Rev./km² Trend abnehmend
Dichte in Hamburg 2,0 Rev./km² Gefährdung RL HH V, NI V

 

Charakteristik
Der Grauschnäpper ist ein Halbhöhlenbrüter der Wälder und Siedlungen.

Verbreitung
Die Art zeigt sich recht gleichförmig und ohne große Dichteunterschiede verbreitet. Größere Wälder, das Alte Land, die Vier- und Marschlande und der nördliche Stadtrand sind besonders gleichmäßig besiedelt, während in der baum- und siedlungsarmen Unterelbemarsch, in der Innenstadt und im Hafen nur einzelne Vorkommen existieren.

Lebensraum
Brutplätze befinden sich in Baumhöhlen und an Gebäuden, teilweise in Nistkästen, Rankpflanzen oder auch in alten Amsel- u.ä. Nestern. Singwarten sind oft tote Seitenäste alter Bäume. Typische Vorkommen finden sich am Waldrand, auf Lichtungen bzw. in Gärten oder Grünanlagen mit altem Baumbestand.

Bestandstrend
Der Bestand des Grauschnäppers ist seit den 1980er Jahren rückläufig (38 km² Stadtkorridor: 1982/83 38 RP, 1997-2000 43 RP, 2007/08 10 RP, Mitschke 2009), hat auch im schleswig-holsteinischen Umland abgenommen (1985-1994 1.600 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 1.400 RP).

Anmerkungen
Regelmäßige Vorkommen in Kleingärten Anfang des 20. Jahrhunderts (Dietrich 1928) sind weitgehend dem Strukturwandel von Nutz- zu Ziergärten zum Opfer gefallen.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsbild des Grauschnäppers ist aufgrund der unregelmäßigen Verteilung und zahlreichen Verbreitungslücken schwierig interpretierbar. Bedeutsame Vorkommen liegen innerhalb des Elbtals in den Dörfern des Alten Landes, in Wilhelmsburg außerhalb des Hafens und in den Dörfern der Vier- und Marschlande. Südlich der Elbe sind auf der Geest Dichtezentren in der Fischbeker Heide sowie den waldnahen und an altem Baumbestand reichen Stadtteilen Harburgs wie Eißendorf erkennbar. Nördlich der Elbe siedelt der Grauschnäpper flächig im Hamburger Westen (Rissen, Klövensteen), Norden (Lemsahl-Mellingstedt bis Duvenstedter Brook) und Nordosten (Volksdorf, Rahlstedt) und damit vor allem in Stadtrandlage. Aber auch in Lurup, Eidelstedt, Stellingen, Niendorf, Langenhorn, Ohlsdorf, Wellingsbüttel, Hummelsbüttel, Horn, Billstedt, Wandsbek und Farmsen sind inselartige Verbreitungsgebiete erkennbar. Schließlich wird auch die innere Stadt lückenhaft besiedelt: Altona, Eimsbüttel, Alter Botanischer Garten, Rotherbaum, Eppendorf, Außenalster, Uhlenhorst, Stadtpark, Dulsberg.
Der Gesamtbestand des Grauschnäppers in Hamburg beträgt 1.450 BP, die Art erreicht eine mittlere Dichte von 1,9 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 60,7 %. Maximale Dichtewerte betragen pro km² insgesamt 8x 10 BP bzw. 11 BP (Neuengamme), auf Probeflächen 2,16 BP/10 ha (PF 18,6 ha, Ochsenwerder) und 2,6 BP/10 ha (PF 27,0 ha, Ochsenwerder).

Lebensraum
In Hamburg ist der Grauschnäpper ein charakteristischer Brutvogel der Dörfer, wo die Art meist ihre höchsten Dichten erreicht (Tab.). Im dicht bebauten Stadtgebiet besiedelt der Grauschnäpper sowohl die Gartenstadt als auch ältere Villenviertel um die Alster. In Hinterhöfen mit altem Baumbestand erreicht die Art auch die Wohnblockzone. Grünanlagen wie Ohlsdorfer Friedhof oder Stadtpark sind nur in geringer Dichte besiedelt, Kleingärten werden teilweise als Lebensraum akzeptiert (z.B. Billbrook). Die Waldflächen in Stadtrandlage sind nur dann dichter besiedelt, wenn sich eine lockere Struktur bietet. Geschlossene Nadelwaldgebiete in den Harburger Bergen werden teilweise ganz gemieden.

Bestandsentwicklung
Der Grauschnäpper ist in den letzten Jahrzehnten aus großen Teilen des Stadtgebietes verschwunden. Arealverluste erstrecken sich dabei gleichmäßig über die bebaute Stadtzone und lassen das heutige, lückige Verbreitungsmuster als ehemals flächendeckend erscheinen. Die Art ist unter Berücksichtigung von Zufallsfunden aus der Zeit seit Anfang der 1960er Jahre aus 15 % ihres ehemaligen Brutareals verschwunden. Die gleiche negative Tendenz zeigt sich bei Analyse von Probeflächenuntersuchungen (MITSCHKE et al. 2000).

 

Dichte auf Probeflächen   Dorf Feuchtgebiete Obstanbau
Grauschnäpper Hektar 1930,4 475,1 539
  Anzahl
Probeflächen
57 16 13
  Reviere 122 20 13
  Stetigkeit 75,4 68,8 61,5
Dichte Median 0,62 0,39 0,23
[Reviere/10ha] Mittelwert 0,65 0,42 0,28
  Standard-
abweichung
0,57 0,48 0,29

  

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
1.450 BP 1,9 BP/km² 60,7 % 463